Pflanzenkohle: Wellness für den Ackerboden

Pinkafeld, 28. 1. 2020

FH Burgenland Absolvent Elias Moisl beschäftigte sich für seine Abschlussarbeit mit Maßnahmen zur Verbesserung von Ackerbodenqualität. Seine Recherchen zur bisher wenig bekannten Pflanzenkohle lassen aufhorchen und machen vor allem Kulturpflanzen Hoffnung auf eine blühende Zukunft.

fh

Fruchtbarer Ackerboden ist eine begrenzte, nicht erneuerbare Ressource. Umso mehr sollte die Bewirtschaftung von Ackerflächen in einer Art und Weise erfolgen, die eine möglichst hohe und langfristige Fruchtbarkeit der Böden gewährleistet. Eine zu intensive Landbewirtschaftung kann zahlreiche nachteilige Effekte mit sich bringen. Nährstoffverlust ist eine davon. Das häufige Befahren des Ackers mit hoher Radlast wiederum kann zur Verdichtung des Bodens führen und in weiterer Folge die Bodenerosion beschleunigen. „In Österreich ist aktuell eine Zunahme der Erosionsgefährdung zu beobachten. Insgesamt sind 840.000 Hektar (ha) der Ackerfläche durch Wassererosion gefährdet“, warnt FH Burgenland Absolvent Elias Moisl. Für seine Abschlussarbeit im Bachelorstudiengang Energie- und Umweltmanagement untersuchte er Methoden, die zu einer Verbesserung der Ackerbodenqualität beitragen können.

 

Upcyclingprodukt Pflanzenkohle
Große Hoffnung setzt der Umweltmanager dabei in die Nutzung sogenannter Pflanzenkohle. „Es handelt sich dabei um ein durch den thermischen Vorgang der Pyrolyse gewonnenes Produkt, das zur Verbesserung des Ackerbodens äußerst wertvolle Eigenschaften besitzt“, so Moisl. Die aus Biomaterial wie zum Beispiel Dinkelspelzen (Anm.: die Hüllen der Getreidekörner) gewonnene Kohle wirke in der Erde wie ein Schwamm, der als Nährstoffzwischenspeicher fungiert. „Verwendet als Futterkohle wirkt sich der Stoff sogar mehrfach positiv aus – einerseits auf die Tiergesundheit und dann in weiterer Folge über die Gülle auch auf den Ackerboden“, so der Experte. Hier sei die Anwendung durchaus wirtschaftlich und werde so auch schon von vielen Landwirten genutzt.

Aufgrund der hohen Produktionskosten und dem hohen Aufwand einer großflächigen Ausbringung habe sich die Anwendung für den Ackerbau in der Landwirtschaft bisher nicht durchgesetzt. Pflanzenkohle erfreut sich aber bei Hobbygärtnern zunehmender Beliebtheit. „Aktuelle Studien an einer Vielzahl von Kulturpflanzen bescheinigen die hohe Wirksamkeit der Pflanzenkohle. Von Mais, Tomaten, Kürbis bis hin zu Erdbeeren oder Wein – Pflanzen werden durch die Pflanzenkohle offensichtlich widerstandsfähiger, wachsen schneller und schmecken besser“, erläutert Moisl.

Er selbst ist als Qualitätsmanager beim burgenländischen Unternehmen Sonnenerde beschäftigt. Das Pionierunternehmen in Riedlingsdorf produziert Pflanzenkohle vor Ort und vertreibt Erdsubstrate mit diesem Zusatzstoff für verschiedenste Anwendungsbereiche. Mehr unter www.sonnenerde.at

 

Facts zum Studiengang
Bachelorstudium – 6 Semester – Vollzeit (DI bis FR) oder berufsbegleitend (alle zwei Wochen: Freitag halbtags, Samstag ganztags) oder verlängert berufsbegleitend (um zwei Semester länger mit dadurch geringerer Semesterbelastung) – Akademischer Grad „Bachelor of Science Engineering, BSc“ – Studienort Campus Pinkafeld – Zugang: Matura, Studienberechtigungs- oder Berufsreifeprüfung, Vorbereitungslehrgang mit Zusatzqualifikationsprüfung

Anmeldung für Studienstart im Herbst 2020 noch bis 31. März 2020 möglich.

Informationen unter www.fh-burgenland.at, der InfoLine 05 7705 3500 und bei der InfoLounge jeden ersten Samstag im Monat von 10 Uhr bis 12 Uhr an den Studienzentren in Eisenstadt und Pinkafeld.

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