Wir sind „Alpine School“

Eisenstadt, 30. 10. 2019

Weit gereist sind kürzlich zwei Zertifikate für transnationale Bildungs- und Jugendarbeit. Der Naturpark-Mittelschule Rechnitz und der Naturpark-Volksschule Sieggraben wurde in Frankreich als zwei von insgesamt acht internationalen Bildungseinrichtungen der Zusatztitel „Alpine School“ verliehen.

ag
Kurt Fischer (Naturpark Rosalia-Kogelberg) Bildungslandesrätin Daniela Winkler, Bildungsdirektor Heinz Josef Zitz, Christian Pinzker (Naturpark Geschriebenstein), Isabelle Bongarts (VS Sieggraben), Vera Tangl (Direktorin MS Rechnitz), Andrea Tauber (Direktorin VS Sieggraben) und Andrea Sedlatschek (RMB) bei der Übergabe in Eisenstadt.

Im Rahmen der „YOUrALPS“-Konferenz in Chambéry (Frankreich) Mitte Oktober wurden die Mittelschule sowie die Volksschule für ihr Engagement im Rahmen des Projektes „YOUth foR the ALPS – (re)connecting youth-nature-mountains for an inspiring future in the Alps (YOUrALPS)“ ausgezeichnet. In der Bildungsdirektion in Eisenstadt wurde den Schulleiterinnen in Begleitung ihrer Schülerinnen und Schüler die internationale Auszeichnung von Bildungslandesrätin Daniela Winkler und Bildungsdirektor Heinz Josef Zitz persönlich überreicht.

„Gratulation und ein großes Kompliment an die Naturpark-Schulen Sieggraben und Rechnitz zu dieser Auszeichnung. Diese ist eine besondere Wertschätzung über die Landesgrenzen hinaus und sie bestätigt die hervorragende Arbeit, die in burgenländischen Schulen geleistet wird. Darüber hinaus bezeugen diese Zertifizierungen, dass Natur und Nachhaltigkeit im Burgenland gelebte Themen sind“, so Bildungslandesrätin Daniela Winkler.

„Mit den Auszeichnungen in Frankreich wurde wieder ein bedeutendes Zeichen für die Zukunft gesetzt. Ökologie, Regionalität und die Nähe am Menschen sind uns wichtig. Lernen in und mit der Natur sind Grundsätze, die wir in der Bildungsdirektion auch weiterverfolgen werden“, lässt Bildungsdirektor Heinz Josef Zitz wissen.
Bewusstsein für Natur und Kultur stärken

Das Interreg-Projekt „YOUrALPS“ wurde im November 2016 ins Leben gerufen. Es fördert die Identifikation von Jugendlichen mit dem Lebensraum Alpen und regt zu einem aktiven und verantwortungsvollen Umgang mit der Natur im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung an. Mit „YOUrALPS“ soll die Verbundenheit junger Menschen mit der Alpenregion verstärkt werden. Neben dem Wissen über die Region, über deren kulturelles und natürliches Erbe, den Herausforderungen und Chancen geht es um Sensibilisierung und Bewusstseinsbildung für mehr Identifikation, Engagement und Beteiligung an der aktiven Gestaltung in der Lebenswelt der Alpen.

Das Regionalmanagement Burgenland hat sich in seiner Funktion als ARGE Naturparke Burgenland als einer von 12 Projektpartnerinnen und -partnern am Konzept, das im „Alpine Space Programm“ der EU durchgeführt wird, beteiligt.

„Für RMB war das Projekt eine gute Gelegenheit, das erfolgreiche Modell der „Naturpark-Schulen“ international zu verbreiten und gleichzeitig im Austausch mit den anderen Alpenländern auch weiterzuentwickeln“, freuen sich Thomas Böhm und Andrea Sedlatschek als Projektbetreuerin und Projektbetreuer der ARGE Naturparke Burgenland.

Outdoor-Unterricht im Naturpark
Im Zuge des Projektes wurden in Zusammenarbeit mit burgenländischen Naturparkschulen Pilotaktivitäten im Naturpark Rosalia-Kogelberg sowie im Naturpark Geschriebenstein durchgeführt.
Vergangenen Mai durften die Schülerinnen und Schüler der Mittelschule Rechnitz im Naturpark Geschriebenstein die Tier- und Pflanzenwelt entdecken und erforschen. Eine gesamte Schulwoche wurden sie draußen in der Natur unterrichtet. Im Rahmen dessen wurde auch gemeinsam ein pädagogisches Konzept für Unterricht im Naturpark erstellt. Projekttage dieser Art haben die Verbindung von Jugend und alpinem Erbe als Ziel. Es gilt die Generation von morgen zu informieren, für das Erbe zu sensibilisieren und Werte sowie Zukunftschancen zu vermitteln.
„Die Teilnahme und Durchführung der Projekttage war eine beeindruckende und vor allem nachhaltige Erfahrung sowohl für Schülerinnen und Schüler als auch für die Lehrenden. Den Abschluss bildete die Zertifikatsverleihung in Frankreich. Da es uns nicht möglich war daran teilzunehmen, erhielten wir das Zertifikat im würdigen Rahmen und einer wertschätzenden Atmosphäre in Eisenstadt“, freut sich Direktorin Vera Tangl über die Auszeichnung.

Forschungsstationen für Klimawandel und Biodiversität
Ziel des alpinen Projektes ist es, Kindern und Jugendlichen neue Möglichkeiten zu schaffen, um sich im Lernraum Natur zu engagieren und so ihre eigene Zukunft mitzugestalten. Im Rahmen der Pilotaktivität „Naturkalender Burgenland“ werden die Schülerinnen und Schüler der Volksschule Sieggraben altersgemäß als Klimabiodiversitäts- und HeckenspezialistInnen des Naturparks Rosalia-Kogelberg ausgebildet. Mit ihren Beobachtungen an der eigens am Schulgelände gepflanzten „10 Jahreszeiten Schulhecke“ können sie wichtige Beiträge zum besseren Verständnis der Auswirkungen von Klimaveränderungen beitragen. Die Daten werden in einen Klassenkalender eingetragen und gesammelt der ZAMG (Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik) übermittelt. So können Zusammenhänge zwischen Witterung und der biologischen Vielfalt sichtbar werden. Wodurch wiederrum wertvolle Informationen für die Natur- und Klimaforschung im Burgenland, Österreich und der ganzen Wert gesammelt werden.

Zum Projekt:
„YOUrALPS“ wird im Rahmen des Interreg Alpine Space Programms vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung gefördert.
Das grenzüberschreitende Projekt umfasst den Aufbau eines Netzwerkes für „bergorientierte Bildung“, die Sammlung von Best Practice Beispielen, Analysen sowie Empfehlungen, daraus aufbauende Pilot-Aktivitäten sowie die Entwicklung eines alpinen Schulmodells.

Bei der Abschlusskonferenz wurden acht Schulen aus Österreich, Deutschland, Slowenien, Italien und Frankreich mit dem internationalen Zertifikat „Alpine School“ ausgezeichnet.
Auch wenn die Laufzeit mit Oktober 2019 endet, sind fortführende Aktivitäten im Sinne der Verbindung von Jugend und Natur in Planung.

Der Projektpartner:
Die Regionalmanagement Burgenland GmbH (RMB) wurde im April 1995 gegründet und ist im Auftrag des Landes Burgenland Ansprechpartner für die EU-Förderpolitik im Burgenland.
Das RMB hat im Rahmen der INTERREG-Programme unter anderem die Aufgabe als Verwaltungsbehörde sowie Bescheinigungsbehörde und ist auch Regionale Koordinierungsstelle für die grenzüberschreitenden Programme mit Ungarn, der Slowakei und Slowenien. Im Burgenland und in den angrenzenden Nachbarregionen Ungarn, Slowakei und Slowenien besteht großer Bedarf an regionalen Initiativen und lokalen Projekten. Als verantwortliche Projektmanagement-Stelle des Landes setzt das RMB maßgebliche Schritte in der Zusammenarbeit mit Gemeinden, Vereinen und lokalen AkteurInnen.

Share Button

Related posts