Kaffeetratsch mit Christian Illedits, SPÖ – Thema Pflege

Oberwart, 9. 10. 2019

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Kaffeetratsch mit Landesrat Christian Illedits, SPÖ, über das Thema Pflege Neu. Um verschiedenen Gerüchten entgegenzuwirken, haben wir mit dem zuständigen Landesrat Christian Illedits über die neuen Pflegeheime ab 60 Betten und das Anstellungsmodell für pflegende Angehörige gesprochen.

Für Pflegeheime gilt, daß sie Gemeinnützig werden müssen. Die Bettenanzahl ist dabei nicht entscheidend für den Fortbestand kleinerer Pflegeheime.

Auch über das Anstellungsmodell haben wir mit Illedits gesprochen. Es handelt sich dabei um ein normales Arbeitsverhältnis mit Urlaubs- und Weihnachtsgeld, sowie 5 Wochen Urlaub. Hören Sie, was Landesrat Illedits dazu zu sagen hat.


Ist der Kurs gleichzusetzen mit einem Kurs zur Heimhilfe?
Nein. Der Kurs im Rahmen des Anstellungsmodells umfasst 100 Stunden, der zur Heimhilfe 400 Stunden. Jedoch besteht die Möglichkeit, die für die Ausbildung zur Heimhilfe zusätzlichen 300 Stunden nachzuholen. Auch diese Kursstunden bezahlt das Land.

Wer pflegt die zu pflegende Person, wenn die pflegende Person in Urlaub geht?
Im Fall von Krankheit oder Urlaub des pflegenden Angehörigen wird eine ersatzweise Versorgung über Ersatzpersonal oder Entlastungsangebote (wie z.B. durch Kurzzeitpflege) gewährleistet. Konkret gibt es Absprachen zwischen der Burgenländische Pflegeservice GmbH mit Trägern der mobilen Hauskrankenpflege. Wichtig ist, dass die mobile Hauskrankenpflege vor Ort tätig sein muss. Dazu soll ein burgenlandweites Netz aufgebaut werden. Die Kosten der Ersatzangebote trägt die Pflegeservice Burgenland.

Gibt es eine Altersgrenze für pflegende Angehörige?
Grundsätzlich muss die Erwerbsfähigkeit gegeben sein, diese ist vom Alter unabhängig. Das heißt, der Pflegende muss physisch und psychisch in der Lage sein, die geforderte Arbeit zu leisten. Ist der pflegende Angehörige bereits in Pension, ist keine Anstellung bei der Gesellschaft möglich. Allerdings gibt es für pensionierte MitbürgerInnen ein alternatives Fördermodell. Pflegende Angehörige, die in Pension sind und die Partnerin bzw. den Partner ab Pflegestufe 3 pflegen, erhalten eine Förderung in Form einer Aufzahlung, wenn das Haushaltsnettoeinkommen unter 1700 Euro liegt.

Welche Tätigkeiten darf ein pflegender Angehöriger mit einer 100-Stunden-Ausbildung im Rahmen der Anstellung verrichten?
Die Tätigkeit pflegende Angehöriger im Anstellungsverhältnis liegt ausschließlich in der Betreuung. Das heißt, bestimmte medizinische und pflegerische Tätigkeiten sind nicht zulässig. Die erlaubten Tätigkeiten sind im Dienstvertrag genau geregelt. Es gibt einen Katalog von Tätigkeiten, die dafür speziell ausgebildetem Personal vorbehalten sind. Sehr wohl ist es aber möglich, Tätigkeiten im „privaten“ Rahmen, also wie bisher, zu leisten.

Ist eine Anstellung möglich, wenn die zu pflegende Person in einer Tagesbetreuung ist? Doppelförderungen sind grundsätzlich nicht möglich. Eine Tagesbetreuung ist eine geförderte Einrichtung, deshalb ist ein Anstellungsverhältnis nicht möglich. Man muss sich entscheiden: entweder Tagesbetreuung oder das Anstellungsmodell für pflegende Angehörige.

Wer darf angestellt werden? Wie ist der Begriff „pflegende Angehörige“ definiert?
Dieser Begriff ist relativ weit gefasst. Angehörige sind Personen, die bis zur 2. Parentel mit der pflegebedürftigen Person verwandt sind (Ehepartner, Elternteile, Kinder, Enkelkinder, Urenkelkinder, Geschwister, o. ä….). Wer pflegt, das bestimmt der/die zu Pflegende. Weitere Voraussetzungen sind die Österreichische bzw. EU-Unionsbürgerschaft, die persönliche Eignung und Geschäftsfähigkeit.

Wo können die Kurse absolviert werden?
Die Kurse werden von Erwachsenenbildungseinrichtungen durchgeführt. Über Kursorte und Kurszeiten informieren die Case & Care Manager in den Bezirkshauptmannschaften. Nähere Information bietet auch die Internet-Seite www.pflegeserviceburgenland.at

Ist ein zweiter Job neben dem Anstellungsmodell möglich?
Ja, jedoch darf in Summe die Arbeitszeit von 40 Wochenstunden nicht überschritten werden. D. h., beim Beschäftigungsmodell der Pflegestufe 3, das eine 20 Stunden-Anstellung vorsieht, kann bis zu 20 Stunden pro Woche zusätzlich gearbeitet werden. Der Zweitjob muss aber in der Nähe zur zu pflegenden Person liegen. Als Faustregel gilt, dass die Fahrzeit zum Pflegenden 15 Minuten nicht übersteigen soll.

Was passiert bei einem längeren Krankenhausaufenthalt des zu Pflegenden?
Ab einem Monat endet das Dienstverhältnis, weil sich mit einem längeren Krankenhausaufenthalt in der Regel auch die Lebens- und Betreuungssituation des zu Pflegenden grundlegend ändert. Eine begonnene Ausbildung, ob Grundkurs oder jene zur Heimhilfe, wird bis zum Abschluss durch das Land gefördert. Die Kündigungsfrist beträgt grundsätzlich einen Monat.

 

 

 

 

 

 

 

 

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