GRÜNE: Wirtschaftskammer darf Transparenz auf dem Teller nicht weiter blockieren

Eisenstadt, 10. 9. 2019

Forderung des Tierschutzvolksbegehrens nach Kennzeichnung erhält volle Unterstützung

Bei einer Presseaktion vor der Wirtschaftskammer Burgenland gemeinsam mit dem Initiator des Tierschutzvolksbegehrens Sebastian Bohrn-Mena verlangten Irmi Salzer, Nationalratswahl-Spitzenkandidatin der Grünen Burgenland und Anja Haider-Wallner, Landessprecherin der Grünen Wirtschaft Burgenland, dass die Interessenvertretung der Wirtschaftstreibenden ihren Widerstand gegen die verpflichtende Kennzeichnung von tierischen Lebensmitteln aufgibt.

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„Die BürgerInnen haben das Recht zu wissen, was auf ihren Teller kommt“, sagt Irmi Salzer. „Eine verpflichtende Kennzeichnung würde zudem die Bäuerinnen und Bauern und die regionale Wirtschaft unterstützen, genauso wie jene GastronomInnen, die schon jetzt auf wertvolle und tierwohlgerecht erzeugte Lebensmittel setzt. Es ist mir unbegreiflich, dass die Wirtschaftskammer diejenigen schützen will, die ihren Gästen Billigware aus oft tierquälerischen Haltungsbedingungen vorsetzen.“

Auch Bohrn-Mena kritisiert die Wirtschaftskammer scharf: „Es ist eine Frechheit, dass wir im Jahr 2019 überhaupt noch drüber diskutieren müssen, ob den Konsumenten gesagt wird, was auf ihrem Teller landet. Sie haben ein Recht darauf zu erfahren, ob ihr Schnitzerl aus holländischer Massentierhaltung und die Eier im Kaiserschmarrn aus Käfighaltung in der Ukraine stammen“ so Sebastian Bohrn Mena, Initiator des Tierschutzvolksbegehrens.

Anja Haider-Wallner beklagt, dass die Wirtschaftskammer die verpflichtende Kennzeichnung sogar aktiv blockieren will:

„Vor 2 Jahren wurde hier im Wirtschaftsparlament ein Antrag mit nur einer – nämlich meiner – Gegenstimme angenommen, der sich gegen eine verpflichtende Kennzeichnung der Herkunft von Lebensmitteln in der Gastronomie ausspricht. Die Argumente dafür waren für mich nicht nachvollziehbar, das Totschlag-Argument ist immer die überbordende Demokratie. In der Schweiz ist die Kennzeichnung seit 1995 vorgeschrieben – vom Kebab-Stand bis zur Spitzengastronomie – und die Gastwirtschaften sind daran nicht zugrunde gegangen.“

Dass die Wirtschaftskammer so wie Ex-Ministerin Köstinger auf Freiwilligkeit setze, sei der falsche Weg:

„Freiwillige Kennzeichnung, ohne Kontrolle, funktioniert erfahrungsgemäß nicht gut. Da wünsche ich mir doch die „unsichtbare Hand“ des Marktes, die lenkt, wie erfolgreich Betriebe langfristig sind, wenn sie Flüssig-Ei aus Argentinien und Hühnerfleisch aus der Ukraine verkochen und das auch auf der Speisekarte steht“, so Anja Haider-Wallner.

„Wir fordern die Wirtschaftskammer erneut auf, die Blockade zu beenden“, sagt Bohrn-Mena. „Die Wahrheit ist den Menschen nicht nur zumutbar, sie ist ihnen im Fall ihres Essens auch zuträglich. Die tausenden Gastronomen in ganz Österreich, die bereits bewusst auf regionale, tier- und klimafreundlich erzeugte Lebensmittel setzen, haben es sich verdient, dass sie entsprechend unterstützt werden. Es dürfen nicht diejenigen, die sich im Sinne von Konsumenten, Umwelt und Tieren besonders anstrengen, auch noch draufzahlen. Schluss mit dem System des Betrugs!“

Die Grünen werden im Fall ihres Wiedereinzugs in den Nationalrat alles daran setzen, dass die verpflichtende Kennzeichnung gesetzlich verankert wird, sagt Irmi Salzer. „Wir werden den Druck auf die Bremser und Blockierer erhöhen. Im Interesse der Tiere, im Interesse der KonsumentInnen und im Interesse der verantwortungsvoll wirtschaftenden LandwirtInnen und GastronomInnen.“

 

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