Breitbandverbindungen im Burgenland bauen

Eisenstadt, 4. 9. 2019

Schnelles Internet ist die Grundlage, damit sich auch strukturschwache Regionen entwickeln können. Nicht überall im Burgenland gibt es eine schnelle Internetverbindung. „Besonders Unternehmen, die auf eine funktionierende Internetverbindung angewiesen sind, werden in ihrer Produktivität behindert, wenn es kaum oder langsame Internetverbindungen gibt“, betont Landesparteiobmann Steiner. Andere Bundesländer haben die Chance der Breitbandmilliarde ergriffen und kräftig ausgebaut. Im Burgenland hingegen herrscht seit Jahren Stillstand. „Mit einer Landesgesellschaft für den flächendeckenden Glasfaser-Ausbau wäre Internet in jedem Haushalt möglich“, so Steiner und Fazekas.

övp

Auf unserer „türkisen Tour“ durchs Burgenland begegneten wir vielen Menschen, die uns ihre Anliegen näher brachten. „Erschreckend ist die Tatsache, dass in allen Bezirken Unternehmer über schlechte und langsame Internetverbindungen klagen“, so Steiner. In anderen Bundesländern sieht man es als selbstverständliche Pflicht an, für eine moderne Infrastruktur zu sorgen. Von der Breitbandmilliarde haben in den letzten Jahren vor allem Nieder-, Oberösterreich und Tirol kräftig profitiert, weil sie die Chance erkannt haben. Laut letzter Evaluierung haben bis dato knapp 840.000 Personen österreichweit von der Breitbandmilliarde profitiert. „Das Burgenland hat diese Chance nicht genutzt. Bis Landesrat Illedits eine Strategie vorlegt, werden wohl noch einige Unternehmen mit langsamen Internetverbindungen zu kämpfen haben“, so Steiner, der einmal mehr auf die langjährige Forderung der Volkspartei hinweist: „Wir brauchen eine Landesgesellschaft für Glasfaser-Ausbau. Nach niederösterreichischem Vorbild soll die Landesgesellschaft den Ausbau umsetzen. In unserem ‚Plan für das Burgenland‘ ist diese Forderung zentral. Es muss auch im Burgenland möglich sein, schnelles Internet in alle Haushalte – so wie Strom- und Wasserleitungen – zu bringen.“

 

Land Kärnten als Vorbild nehmen

Das Land Kärnten investiert derzeit 60 Millionen Euro an Landes-Beihilfen an die „Breitbandinitiative Kärnten GmbH“, um entlegene Regionen Kärntens an den Glasfaser-Highway anzuschließen. Es werden jene Gebiete abgedeckt, in denen sich ein Ausbau für Privatanbieter wegen der geographischen Lage oder der geringen Besiedlungsdichte nicht rechnet. „Diesen Weg müssen wir auch im Burgenland gehen. Nur so wird leistungsfähiges Internet auch in die kleinsten Gemeinden des Burgenlands fließen“, fordert Steiner die Landesregierung auf, es als Pflicht zu sehen, für eine moderne Infrastruktur zu sorgen.

 

Fazekas: „Pflicht des Landes für moderne Infrastruktur zu sorgen“

Der österreichische Versorgungsgrad mit Glasfaseranschlüssen bei stationärem Breitband lag laut OECD im Dezember 2018 bei 2,5 Prozent. Damit ist Österreich im Europavergleich ein Glasfaser-Entwicklungsland. Hinter Österreich liegen beispielsweise Griechenland mit 0,16 Prozent und Großbritannien mit 1,9 Prozent. Der Durchschnitt aller OECD-Länder lag laut der Studie bei 26,04 Prozent. Unsere Nachbarländer Ungarn liegen bei der Versorgung bei 23,6 Prozent, Slowakei bei 30,5 Prozent und Slowenien bei 36,6 Prozent. An der Spitze befinden sich etwa Südkorea mit 80,4 Prozent, Japan mit 78,27 Prozent, Schweden mit 66,9 Prozent und Spanien mit 57,5 Prozent. Diese Zahlen verdeutlichen, dass hier großer Handlungsbedarf besteht.

Als Ersatz für den Ausbau von Glasfaseranschlüssen werden in Österreich die Haushalte heute über bestehende Kupferleitungen mit Internet versorgt. Diese reichen jedoch für die zukünftigen Anforderungen nicht aus. Denn Tatsache ist, dass die Zugriffsraten auf das Internet immer höher werden und die Menge der Daten, die im Netz bewegt wird, immer größer wird. Diese Entwicklungen wird das Telefonnetz mit dem Kupferkabel nicht mehr bewältigen können. Denn das Telefonnetz wurde nie für Breitband gemacht, sondern für die Übertragung von Sprache.

„Wir haben es einst geschafft, jeden Haushalt ans Strom- sowie ans Telefonnetz anzuschließen. Heute muss es das Ziel sein, die Liegenschaften in unserem Land mit einem hochwertigen Glasfaseranschluss anzubinden. Eine flächendeckende Versorgung mit Hochleistungs-Internetanschlüssen ist für mich im Jahr 2019 eine Frage der Gerechtigkeit“, sagt Patrik Fazekas, Sprecher für Digitalisierung. Das sei vor allem die zentrale Zukunftsfrage für den ländlichen Raum, damit die Menschen nicht noch mehr in die Städte abwandern müssen.

 

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