35 Millionen Euro für 8 Dezibel weniger Lärm bei Müllendorf und Großhöflein

Eisenstadt, 19. 7. 2019

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Lärmschutz für Großhöflein und Müllendorf

Als Lärmschutz für Großhöflein und Müllendorf werden 5 Meter hohe Schallschutzwände errichtet. Diese können auf 7 Meter Höhe erweitert werden. Zusätzlich werden Instandsetzungen der Fahrbahn, Brücken und Auf- und Abfahrten vom Knoten Eisenstadt bis Hornstein durchgeführt. Der Einsatz eines lärmdämmenden Fahrbahnbelages bringt zusätzlich ca. 2 Dezibel weniger Lärmbelastung. Die ca. 1,5 Kilometer lange Lärmschutzwand wird fast 2 Millionen Euro kosten. Diese werden vom Land und den Gemeinden finanziert. 33 Millionen Euro wird die Instandsetzung der Straßen kosten. Dadurch werden ca. 3.000 Bewohner der beiden Gemeinden von der Lärmbelastung etwas entlastet. Hochgerechnet auf die Einwohner werden pro Person ca. 11.700 Euro in Lärmschutz investiert.

Bringen wird das ganze eine Lärmreduktion von ca. 8 Dezibel.


Grüne Petrik: „Der beste Lärmschutz ist Lärmreduktion.“

Auf Initiative der GRÜNEN wurde im Herbst 2016 im burgenländischen Landtag beschlossen, an der A3 bei Großhöflein und Müllendorf Lärmschutzmaßnahmen zu setzen. Seither drängte Regina Petrik, Landessprecherin der GRÜNEN, im Landtag wiederholt auf rasche Umsetzung. „Es ist gut, dass nun endlich gehandelt wird und die Menschen, die an der A3 leben, eine Erleichterung erfahren“, zeigt sie sich mit der heutigen Ankündigung der Landesregierung zufrieden. „Es ist nun wichtig, dass auch Lärm reduzierende Maßnahmen gesetzt werden. Das Einsetzen von Flüsterasphalt ist daher ein teurer, aber wirksamer Beitrag. Nachhaltiger wäre eine Geschwindigkeitsreduktion, vor allem in der Nacht und für LKWs. Das wäre auch im Sinne des Klimaschutzes und der CO2-Reduktion ein Gebot der Stunde. Es ist nicht einzusehen, warum die im österreichischen Autobahn- und Schnellstraßennetz bestehende Geschwindigkeitsbeschränkung für LKW über 7,5 Tonnen in der Nacht von 60 km/h gerade auf der A3 nicht gilt. Hier muss noch nachgebessert werden. Auch eine Beschränkung auf 80 km/h für PKW ist auf dieser Strecke zumutbar. Die Entlastung für die Anrainer und für die Umwelt wären spürbar, der Zeitverlust auf so einer Strecke minimal.“


Lärmschutzmaßnahmen auf A3 für mehr Lebensqualität in Großhöflein und Müllendorf

Gemeinsame Lösung von Land Burgenland, ASFINAG, Bürgerinitiative und Gemeinden präsentiert: Fünf Meter hohe Lärmschutzwand und lärmmindender Asphalt kommen

Seit vier Jahren kämpft die Bürgerinitiative Großhöflein gegen die massive Lärmbelästigung durch den Verkehr auf der Südostautobahn A3. Heute, Freitag, wurde von Landeshauptmann Hans Peter Doskozil, Landeshauptmann-Stellvertreter Johann Tschürtz sowie Infrastrukturlandesrat Heinrich Dorner, ASFINAG-Vorstandsdirektor Hartig Hufnagl und Andreas Kollwentz, Vertreter der Bürgerinitiative eine gemeinsame Lösung präsentiert:  
Die ASFINAG startet im Herbst kommenden Jahres mit dem Bau des Lärmschutzes für die Gemeinden Großhöflein und Müllendorf an der A3 Südost-Autobahn. Bereits ein Jahr später, im Herbst 2021, sollen die Arbeiten an der 1,5 Kilometer langen und fünf Meter hohen Lärmschutzwand fertiggestellt sein. Als weiterer Bestandteil des Lärmschutz-Paketes wird der gesamte Streckenabschnitt zwischen Müllendorf und Eisenstadt mit lärmminderndem Asphalt ausgestattet, wurde bei einer Pressekonferenz angekündigt. Alle Beteiligten zeigten sich sehr zufrieden.

„Wir sagen immer, dass wir zu den Menschen hingehen wollen, dass wir uns die Probleme der Menschen anhören wollen, um auch dann entsprechend zu reagieren, entsprechende Lösungen zu präsentieren. Das soll nicht nur ein Schlagwort sein, sollen nicht nur Lippenbekenntnisse sein, sondern es soll auch Realität werden. Das ist für mich deshalb auch so wichtig, weil wir berechtigte Anliegen aufgegriffen haben und weil wir bei diesen berechtigten Anliegen auch einen guten Partner in Form der ASFINAG und den Verantwortlichen der ASFINAG gefunden haben. Und wir können hier eine Lösung präsentieren, die diesen Anliegen entspricht und umgekehrt in der ASFINAG und auch beim Land Burgenland wirtschaftlich vertretbar ist“, hielt Landeshauptmann Hans Peter Doskozil fest.

1,9 Millionen Euro für Lärmschutzwand
Insgesamt werden rund 1,9 Millionen Euro in die neue Lärmschutzwand für Großhöflein investiert. Knapp 50 Prozent dieser Kosten werden vom Land und den Gemeinden selbst getroffen. Hiervon werde jedoch der überwiegende Teil vom Land getragen werden, sagte Doskozil.

Landeshauptmann-Stellverterter Johann Tschürtz lobte die lösungsorientierte Zusammenarbeit: „Eine Gemeinschaftlich getragene Vorgangsweise und konsensorientierte Gespräche haben letztendlich zu einer Lösung und zu einer damit einhergehenden Verbesserung der Lärmproblematik für die betroffenen Gemeinden geführt. Alle Partner können damit ‚leben‘ – auch die Bürgerinitiative Großhöflein.“

Infrastrukturlandesrat Heinrich Dorner betonte ebenfalls die Wichtigkeit der gemeinsamen Lösungsfindung. „Es war natürlich ein Bewegen von allen Beteiligten“, so Dorner. „Das führt letztendlich immer zum Ziel. Weil wenn sich jemand nicht bewegt, wird es keinen Kompromiss geben. Hier in diesem Fall wurde seriös mit dem Thema umgegangen. Man sieht am Ende des Tages, dass wir eine richtige Politik machen, nicht über die Gemeindebürger drüberfahren, sondern mit den Gemeindebürgern an einer Lösung arbeiten.“

Bürgerinitiative freut sich über Zurückgewinn von Lebensqualität
Sehr zufrieden mit dem Ergebnis zeigte sich vor allem auch Andreas Kollwentz von der Bürgerinitiative Großhöflein. Laut seinen Angaben profitieren in Zukunft in Summe etwa 3.000 Menschen, die in den beiden Gemeinden wohnen, von den Lärmschutzmaßnahmen. „Wir werden dadurch die mittlerweile ja doch schon verlorengegangene Lebensqualität der Region wieder zu einem großen Teil zurückgewinnen können.“ Kollwentz bedankte sich weiters bei Landeshauptmann Doskozil, der rasch alle Beteiligten an einen Tisch bekommen und eine für alle Seiten tragbare Lösung erreichen konnte.

„Vorzeigeprojekt“ für ASFINAG-Vorstandsdirektor
ASFINAG-Vorstandsdirektor Hartwig Hufnagl zeigte sich außerordentlich erfreut, „dass wir das zustande gebracht haben. Es ist für mich eine besondere Freude, weil es ein Vorzeigeprojekt ist, wie hier die Bürgerinitiative, die ASFINAG, Gemeinden und Land wirklich gemeinsam Lösungen finden können.“


Lärmschutzpaket für A3-Gemeinden: FPÖ erfreut,
zuversichtlich für noch fehlende Verkehrslösungen

Molnár: „Beispiel Lärmschutz zeigt, dass Rot-Blau auch noch andere Fragen lösen wird.“

Die rot-blaue Koalition mit Landeshauptmann Hans Peter Doskozil und Landeshauptmann-Stellvertreter Johann Tschürtz an der Spitze hat heute eine gemeinsam mit der ASFiNAG erreichte Lösung* für die lärmgeplagten Anrainer der A3 in den Gemeinden Großhöflein und Müllendorf präsentiert.

Betont erfreut auf das umfangreiche  Lärmschutzpaket reagiert die FPÖ-Bezirkspartei Eisenstadt (Umgebung). Klubobmann Géza Molnár, Bezirksparteiobmann der Freiheitlichen, gratuliert der Landesregierung:

„Die rot-blaue Regierung hat sich weder durch die Opposition noch durch die sachlich großen Herausforderungen aus der Ruhe bringen lassen. Gemeinsam mit der ASFiNAG konnte jetzt eine Lösung gefunden werden, die auch bei der geduldig kämpfenden Bürgerinitiative ihre Zustimmung findet. Allen, die beteiligt waren, kann man da nur gratulieren.“

Molnár zeigt sich nach der heutigen Präsentation auch in Bezug auf andere verkehrspolitische Fragen im Bezirk Eisenstadt zuversichtlich, etwa was die mögliche Verlängerung der A3, den Grenzverkehr, den zunehmenden Verkehr auf der B52 oder auch die raschere Bahnanbindung Eisenstadts an Wien angeht:

„Wenn’s um Verkehrsfragen geht, müssen sich alle Beteiligten nach der Decke strecken. Aber das Beispiel Lärmschutz an der A3 zeigt, dass Rot-Blau in der Lage ist, auch schwierige Fragen zu beantworten, ohne dabei irgendjemanden zu überfahren. Wir werden auch andernorts im Bezirk vernünftige Lösungen finden – gemeinsam mit und im Interesse der Bevölkerung.“

 

 

 

 

 

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