Tourismus im Burgenland: Innovation statt Stagnation

Eisenstadt, 12. 7. 2019

Rückläufige Nächtigungszahlen, fehlende Strategien und hinausgezögerte Zahlungen an die burgenländischen Tourismusverbände sind Tatsache. „Diese Entwicklungen sind besorgniserregend. Für die Tourismusverbände, für die Gäste und für den gesamten Tourismus in unserem Burgenland. Und die Konkurrenz schläft nicht“, so Landesparteiobmann Thomas Steiner. „Wir fordern eine klare Strategie des Burgenland-Tourismus, damit das Burgenland national und international konkurrenzfähiger wird“, so Steiner und Strommer.

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Rudolf Strommer und Thomas Steiner

Das Burgenland hat im vergangenen Tourismusjahr als einziges Bundesland ein Minus von 1,4 Prozent bei den Nächtigungen. Auch für das heurige Jahr sehen die Prognosen nicht besser aus. „Die rot-blaue Regierung hebt zwar die Nächtigungszahlen von 3,1 Millionen hervor, vergisst dabei aber die Tatsache, dass die Übernächtigungen seit 2015 stagnieren und letztes Jahr sogar rückläufig waren“, kritisiert Steiner und betont weiter: „Nur auf Umbauten großer Hotels und auf die fehlenden Nächtigungsgäste aufgrund der im Sommer 2018 nicht statt gefundenen Oper im Steinbruch St. Margareten zu verweisen sind Ausreden. Es fehlen echte Lösungsansätze.“

Besorgniserregend ist auch, dass die einzelnen Tourismusverbände ihre gesetzlich zustehenden Tourismusförderungsbeiträge für das Jahr 2019 bis dato nur teilweise erhalten haben. Dies erschwert die Planung für die regionalen Tourismusverbände und hemmt vor allem Investitionen“, so Steiner.

„Es fehlt an jeglichen Strategien seitens des Burgenland-Tourismus. Statt dessen werden ‚Schein-Kooperationen‘ mit einzelnen Betrieben hervorgehoben“, so Steiner. Es braucht einen ganzheitlichen Ansatz. „Wir fordern daher eine ‚innovative Tourismus-Strategie für das Burgenland‘, erklärt Steiner und betont weiter: „Denkbar ist eine Förderung für Tourismusanlagen und -betriebe. Vor allem der Tages- und Kulturtourismus sind wichtige Pfeiler unserer Wirtschaft.“ Durch die Senkung der Mehrwertsteuer von 13 Prozent auf 10 Prozent wurden Tourismusbetriebe entlastet. Geld, das direkt in weitere Tourismusinvestitionen fließt. Sowohl etablierte Tourismuseinrichtungen als auch kleinere Betriebe profitieren davon“, betont Steiner die Maßnahmen der Bundesregierung.

 

Strommer: Durchgängige Festspielsaison, Zusammenarbeit mit Nachbarländern

Die verstärkte Konzentration auf deutsche Gäste, wie es vom Tourismus-Burgenland geplant ist, ist nur ein winziger Teil einer konkreten Strategie. Es gilt, auch andere Märkte und Urlaubergruppen nicht außer Acht lassen, vor allem aus den benachbarten Osten kommen immer mehr Gäste. Über 2,9 Millionen Nächtigungen sind auf Gäste der EU-28 zurück zu führen. „Das zuletzt bekannt gewordene Investitionsvorhaben in Fertörakos zeigt die steigende Konkurrenz. Dass eines Tages die Konkurrenz aus den Nachbarländern stärker wird, war abzusehen“, so Strommer und ergänzt: „Deswegen braucht es umso mehr Bestrebungen das Tourismusangebot im Burgenland zu vermarkten. Nur mit einer gezielten Strategie kann auch das Burgenland gegenüber den Nachbarregionen konkurrenzfähig bleiben.

Der durchschnittliche Urlauber verbringt 2,9 Nächte im Burgenland. Hier gibt es Potential, die Gäste, die zu uns kommen, länger zu halten. „Die Besonderheiten des Burgenlandes müssen in den Mittelpunkt gestellt werden“, so Strommer auf und betont: „Unsere einzigartige Natur und Kulinarik im Burgenland – das was uns unverwechselbar macht, was unser Alleinstellungsmerkmal ist – muss hervorgehoben werden.“ Nicht nur die Konzentration auf Thermen- und Wellnessangebote, sondern eine Gesamtstrategie soll einen längeren Aufenthalt im Burgenland bringen. „Nur durch zielführende Investitionen ist es möglich, das Burgenland zu einem Ganzjahres-Tourismusziel zu etablieren“, so Strommer.

  • Steckt der Burgenland-Tourismus in der Krise?
  • Hat die bedingungslose Ausrichtung auf Thermen- und Wellnessangebote in eine touristische Sackgasse geführt?
  • Wurden wichtige Urlaubergruppen seitens des Burgenland-Tourismus (der die finanziellen Mittel hat) vernachlässigt (der deutsche Gast, der Schweizer Gast)?
  • Ist die „Tourismusstrategie Burgenland 2022+“ der falsche Weg?

Hier steht das Wellness- und Thermenangebot im Mittelpunkt der Strategie und alle anderen „einzigartigen“ Angebote sind nur Beiwerk?

 

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