Traditionstag des Jägerbattailons 19 in Güssing

Güssing, 5. 7. 2019

.

Wie jedes Jahr feierte das Jägerbattailon 19 auch heuer seinen Traditionstag in der Montecuccoli Kaserne in Güssing. Der Gedenktag eines Verbandes ist jener Tag, der in der Geschichte dieses Verbandes oder eines Traditionstruppenkörpers einen besonderen und hervorragenden Platz einnimmt. Der Gedenktag wird zum Anlass genommen, der Vorgängerorganisation zu gedenken. Dem Jägerbataillon 19 ist das Infanterieregiment 83 zur Überlieferungspflege zugeordnet. Der Wahlspruch des IR83 lautet: „Vorwärts mit frischem Mut“ Diese Tradition fortzusetzen ist auch dem Jägerbataillon 19 Pflicht und Ehre und wird alljährlich um den 6. Juli gefeiert.


Allgemeines

Der österreichische Soldat kann – wie sein Vaterland Österreich – auf eine mehrhundertjährige Tradition zurückblicken.

Diese stellt keine überholten Werte dar, sondern ist Grundlage der militärischen Einsatzbereitschaft.

In diesem Sinne bietet unsere Militärgeschichte eine wertbezogene Auswahl von Vorbildern für unsere Soldaten. Aufgabe der Traditionspflege ist es, diese positiven Eigenschaften lebendig zu erhalten.

Unter Traditionstruppenkörper sind jene Verbände zu verstehen, die einem Verband oder einer anderen Organisationseinrichtung des Bundesheeres als mittelbarer oder unmittelbarer Vorgänger zur Überlieferungspflege zugeteilt wurden, um dem Soldaten Vorbilder zu geben.

Der Gedenktag eines Verbandes ist jener Tag, der in der Geschichte dieses Verbandes oder eines Traditionstruppenkörpers einen besonderen und hervorragenden Platz einnimmt. Der Gedenktag wird zum Anlass genommen, der Vorgängerorganisation(en) zu gedenken.

 

Traditionsgeschichte des Infanterieregiments Nr.83

Das k.k. Infanterieregiment 83 wurde im Jahr 1883 aus 5 Bataillonen südungarischer Regimenter formiert und aus dem Großraum STEINAMANGER ergänzt, sodass vorwiegend (heutige) Südburgenländer in seinen Reihen dienten. Diese Bataillone waren in den Räumen KOMORN, STEINAMANGER und KÖSZEG stationiert.

Aus diesen Friedensgarnisonen gingen die 83er zu Beginn des 1. Weltkrieges zunächst an die Nord-Ostfront gegen Russland in den Einsatz. Am 25. August 1914 wurde in der Schlacht bei KRASNIK der erste große Sieg errungen.

Ob es nun der folgende Winter 1914/1915 in den Karpaten im Kampfe und damit verbunden die großen Entbehrungen, die folgenden Kämpfe am VYZSOKER-Pass, oder die Märzoffensive zum Entsatz PRZEMYSLS waren, bei all diesen Auseinandersetzungen konnte sich das Regiment stets eindrucksvoll behaupten.

1916 folgten die schweren Abwehrkämpfe bei BATKOW im heutigen Polen, in denen sich das Regiment sehr tapfer hielt. BATKOW war auch 1917 der Schauplatz besonders ruhmvoller Taten des Regimentes. Der Heeresbericht meldet:

„In tapferster Gegenwehr und erbittertstem Handgemenge hat das Infanterieregiment Nr. 83 den Feind vollständig geworfen“

Dieser Kampftag am Fuße der LIPINA-Höhe in der Hölle von „BATKOW“, am 6. Juli 1917, wurde sowohl von den Vorgängerverbänden des JgB19, wie auch heute als Gedenktag alljährlich in würdiger Form gefeiert. Als Beispiel unerschütterlicher Tapferkeit im Felde.

Zur 12. Isonzoschlacht wurde das Regiment an die PIAVE nach Italien verlegt, wo es an den Stellungskämpfen an der Süd-Westfront teilnahm. Im Jahre 1918 erfolgte die Teilung in die Regimenter 83 und 106.

Die 83er bestanden schwere Kämpfe bei SALGAREDA und ZENSON, wo sie am 30. Oktober 1918 mehrere Infanterieangriffe abwiesen und am 4. November bei Deckung des Rückzuges einem Reiterangriff tapfer standhielten.

Persönliche Tapferkeit und Anführertalent des letzten Regimentskommandanten,

Oberst im Generalstab Josef TURBA, brachten es mit sich, dass das Regiment, welches der Gefahr der Gefangenschaft ausgesetzt war, trotz mangelnder Artillerieunterstützung, mit nur geringen Verlusten und ohne Gefangennahme, sich vom Feind lösen konnte und geschlossen in die Heimat zurückgelangte.

 

In Würdigung der ruhmreichen Taten wurden dem IR 83  3 Denkmäler errichtet.

– ein Grabdenkmal in FOSSALTA MAGGIORE, Italien

– ein weiteres in STEINAMANGER, Ungarn

– und eines in der alten Kaserne in PINKAFELD, das für die im 1. Weltkrieg Gefallenen der Infanterieregimenter Nr. 83 und 106 errichtet wurde.

Der Traditionsmarsch des JgB19 ist der 83er Regimentsmarsch, komponiert von August PFEIFER.

Der Wahlspruch des IR83 lautet:

„Vorwärts mit frischem Mut“

Diese Tradition fortzusetzen ist auch dem Jägerbataillon 19 Pflicht und Ehre und wird alljährlich um den 6. Juli gefeiert.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hier geht es zum Video auf YouTube

 

Share Button

Related posts