Bachelor of Education verliehen

Eisenstadt, 26. 6. 2019

Festakt zur Verleihung des akademischen Grades „Bachelor of Education“ an die ersten Absolventinnen der Pädagog_innenbildung NEU im Kulturzentrum Eisenstadt

Am 26. Juni 2019 wurde im Rahmen eines Festaktes im Kulturzentrum Eisenstadt der akademische Grad „Bachelor of Education“ an die ersten Absolventinnen der Pädagog_innenbildung NEU verliehen. 37 Absolventinnen des Lehramtsstudiums an der PH Burgenland nahmen an der Feier teil. Zwölf hatten den Schwerpunkt „Inklusive Pädagogik“, elf „Elementarpädagogik“, neun Mehrsprachigkeit und fünf Religion gewählt.

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Eröffnet wurde die Zeremonie von Rektorin Sabine Weisz und Vizerektorin Inge Strobl-Zuchtriegl. Sie gratulierten herzlich ihren ersten Absolventinnen der Pädagog_innenbildung NEU zum erfolgreich absolvierten Bachelorstudium. „Wecken Sie die Neugierde und den Mut, die Sie in sich tragen, auch in den Kindern und Jugendlichen, die Ihnen anvertraut sein werden, gestalten Sie die Zukunft und bleiben Sie vor allem neugierig!“, so die Ermutigung der Vizerektorin Strobl-Zuchtriegl an die Absolventinnen in ihrer Begrüßung.

„Mit der Pädagog_innenbildung NEU wollte man die Vorteile zweier Konzepte – einerseits Lehramtsausbildungen mit starker Praxisorientierung an den Pädagogischen Hochschulen, anderseits wissenschaftsorientierte Ausbildungen mit weniger Praxisbezug an den Universitäten – vereinen und entwickelte 2015 neue Curricula für eine wissenschaftlich fundierte und praxisorientierte Lehramtsausbildung“, rief Sabine Weisz die Hintergründe dieser neuen Lehramtsausbildung in Erinnerung. „Betrachten Sie ihren Beruf als ständiges Weiterentwickeln, in dem sie ihre täglichen Praxiserfahrungen als Grundlage für eine wissenschaftlich fundierte Reflexion sehen und somit sowohl an Ihren Erfolgserlebnissen als  auch Herausforderungen wachsen können“, so Weisz. „Die Vorgänge im Klassenzimmer sind ein Spiegelbild fürs Leben mit all seinen Facetten. Sie sind  mit ihrer ganzen Persönlichkeit gefordert. Ich wünsche Ihnen kreative und mutige Entscheidungen, zu denen ihr Herz ja sagen kann und die Ihnen und den jungen Menschen in unserer Gesellschaft guttun.“

„Neugierig fragen, elegant argumentieren und gelassen bezweifeln“ lautete der Titel der Festrede, die von der Vorsitzenden des Hochschulrates Univ. Prof. Agnieszka Czejkowska gehalten wurde. Die Pädagog_innenbildung NEU gelte als ein Meilenstein, eine Pionierleistung, wenn es um die Aufwertung der Ausbildung der Pädagoginnen und Pädagogen gehe. Sie wünschte im Namen des gesamten Hochschulrates der PH Burgenland einen erfolgreichen Start ins Berufsleben bzw. ins anschließende Masterstudium. „Mögen sich hier Räume für Sie eröffnen, die es erlauben mit ihren Lehrenden, Mentorinnen und Mentoren sowie künftigen Schülerinnen und Schülern sich darauf einzulassen, gemeinsam Bestehendes neugierig zu hinterfragen, Inhalte und Anliegen elegant zu argumentieren sowie vermeintlich Gegebenes gelassen, aber doch zu bezweifeln“, so Agnieszka Czejkowska.

 

Vor der feierlichen Überreichung der Diplome würdigte Institutsleiterin für Ausbildung Michaela Auner noch einmal das Engagement der Absolventinnen und gratulierte ihnen zu ihrem Erfolg. Bildungsdirektor Heinz J. Zitz hielt die Schlussworte. Mit jungen Menschen zu arbeiten, ihnen Wissen zu geben und sie auf ihrem Lebensweg und in den Beruf zu begleiten sei eine wunderschöne, aber herausfordernde Aufgabe. „Das Leuchten in den Kinderaugen wird aber Ihnen diese Dankbarkeit zurückgeben“, so Zitz.

Musikalisch begleitet wurde die Akademische Feier von dem Chor des vierten Semesters der Pädagogischen Hochschule Burgenland unter der Leitung von Karin Tinhof sowie von Brassquintett des Joseph Haydn Konservatoriums. Im Anschluss nutzten viele Gäste den festlichen Anlass für Gespräche und Begegnungen.

 

Zur Pädagog_innenbildung NEU

Die im Juni 2013 vom österreichischen Parlament beschlossene Pädagog_innenbildung NEU beinhaltet eine gleichwertige akademische Ausbildung für alle Pädagog_innen von der Grundstufe bis zur Sekundarstufe. An die Institutionen der Lehrer_innenbildung – Pädagogische Hochschulen und Universitäten – erging die Empfehlung, die neuen Studienangebote gemeinsam zu entwickeln. Der Entwicklungsverbund Süd-Ost war österreichweit Pionier bei der gemeinsamen Curriculaentwicklung und hat die neuen Lehramtsstudien in den Bundesländern Steiermark, Kärnten und Burgenland bereits 2015 sowohl für Primarstufe als auch Sekundarstufe gestartet. Daher gibt es heuer österreichweit die ersten Absolvent_innen, die ihr Lehramtsstudium erfolgreich abgeschlossen haben.

Nächste Professionalisierungsschritte auf dem Weg ins Klassenzimmer

Neu ab dem Schuljahr 2019/20 ist die Induktionsphase für Absolventinnen und Absolventen des Lehramtsstudiums. Ab dem 1. September 2019 werden alle neu angestellten Vertragslehrpersonen ihr Dienstverhältnis mit einer einjährigen Induktionsphase beginnen. Zweck dieser Induktionsphase ist eine berufsbegleitende Einführung in das Lehramt, die auf die erworbene Lehrbefähigung aufbaut.

Die Induktionsphase kann nur absolviert werden, wenn ein Dienstverhältnis besteht. Um sie beginnen zu können, ist daher eine Bewerbung um ausgeschriebene Lehrer_innen-Stellen erforderlich (http://www.bildung‐bgld.gv.at), wobei die Aufnahme nach Maßgabe des Bedarfs erfolgt. Ist die Bewerbung erfolgreich, so erfolgt die Aufnahme in ein Dienstverhältnis.

Vertragslehrpersonen in der Induktionsphase werden durch eine Mentorin oder einen Mentor begleitet, die oder der sie bei der Planung und Gestaltung des Unterrichts berät, mit ihnen deren Tätigkeit im Unterricht analysiert und reflektiert, ihren Unterricht im erforderlichen Ausmaß beobachtet und am Ende der Induktionsphase ein Gutachten zu deren Verwendungserfolg abgibt.

Voraussetzung für die Bestellung zur Mentorin / zum Mentor ist eine mindestens fünfjährige Berufserfahrung als Lehrperson an einer Schule und die Absolvierung des Hochschullehrganges „Mentoring, Berufseinstieg professionell begleiten“ im Umfang von mindestens 60 ECTS, den die PH-Burgenland anbietet. Bis 2029/2030 gilt allerdings ein Übergangsrecht, womit Betreuungslehrpersonen im ehemaligen Unterrichtpraktikum oder der schulpraktischen Ausbildung zu Mentor_innen bestellt werden können.

Bachelorstudium Lehramt Primarstufe

Das Bachelorstudium Lehramt für die Primarstufe berechtigt zum Unterricht an Volksschulen, dauert acht Semester und schließt mit dem Bachelor of Education (BEd) ab. Dieser Abschluss ist Voraussetzung für ein Masterstudium Lehramt für die Primarstufe. Für einen unbefristeten Vertrag beim Dienstgeber ist ein weiterführendes Masterstudium innerhalb von fünf Jahren nach Abschluss des Bachelorstudiums Voraussetzung. Dieses kann berufsbegleitend absolviert werden.

Im Rahmen des Studiums Lehramt für die Primarstufe wählen die Studierenden einen Schwerpunkt, der vom dritten bis zum achten Semester absolviert wird. Zur Auswahl an der PH Burgenland stehen Elementarpädagogik, Inklusive Pädagogik, Lernraum Natur, medien.didaktik.kompetenz, Mehrsprachigkeit und Religion.

NEU an der PH Burgenland: Bachelorstudium Lehramt Primarstufe ab dem Studienjahr 2019/2020 auch berufsbegleitend

Ab Herbst 2019 bietet die Pädagogische Hochschule Burgenland Personen, die berufstätig sind, ein oder mehrere Kinder bzw. eine Angehörige/einen Angehörigen zu betreuen haben, die Möglichkeit, die Ausbildung Lehramt für die Primarstufe in der Mindeststudienzeit (8 Semester für das Bachelorstudium) berufsbegleitend zu studieren.

Bachelorstudium Lehramt Sekundarstufe

Das Bachelorstudium Lehramt für die Sekundarstufe befähigt zum Unterrichten in der Sekundarstufe, dauert acht Semester und schließt ebenfalls mit dem Bachelor of Education (BEd) ab. Es bildet die Voraussetzung für das Masterstudium, das zur Erlangung der Berufsberechtigung für den Einsatz an Schulen der Sekundarstufe berechtigt. Das Bachelorstudium Lehramt für die Sekundarstufe wird an der Pädagogischen Hochschule Burgenland in der Tagesform geführt und bietet derzeit folgende Fächer an: Burgenlandkroatisch/Kroatisch, Deutsch, Englisch, Geographie und Wirtschaftskunde, Geschichte, Sozialkunde und Politische Bildung, Katholische Religion und Mathematik.

Aufnahmeverfahren für das Lehramtsstudium an der PH Burgenland

Das Aufnahmeverfahren ist mehrstufig konzipiert und stellt die Eignung für das Studium und für die spätere Berufstätigkeit als Lehrerin und als Lehrer fest. Mehr Informationen zu diesem Prozedere finden Sie unter https://www.ph-burgenland.at/

 

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