VGT protestiert vor Schweinefabriken mit Vollspaltenböden

Burgenland, 18. 6. 2019

Aus 3 Schweinefabriken im Bezirk Mattersburg liegen aktuelle Fotos und Filme vor; in diesem Bezirk werden 15.310 Schweine gehalten, 60 % davon auf Vollspaltenboden, 18 % im Stroh.

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VGT-Aktivist_innen demonstrieren vor einer Schweinefabrik in Mattersburg. Mit dabei ist LAbg. Wolfgang Spitzmüller.

Die Vollspaltenbodenhaltung von Schweinen ist in die Kritik geraten. 92 % der Tiere in dieser Haltung erleiden schmerzhafte Entzündungen der Gelenke, sie beißen sich vor Verzweiflung und Langeweile Ohren und Schwänze ab, sie sterben viermal so häufig vor der Schlachtung wie Schweine aus Strohhaltung. Dem VGT wurden nun aktuelle Fotos und Filme aus 3 Schweinefabriken im Bezirk Mattersburg zugespielt, die diese Ergebnisse wissenschaftlicher Studien bestätigen. Die Tiere müssen dicht gedrängt leben, auf völlig verdreckten Böden, mit entzündeten Augen durch die Dämpfe der Exkremente unter den Spalten, denen sie ständig ausgesetzt sind. Der Bezirk Mattersburg hat die meisten Schweine im Burgenland und mit knapp über 60 % auch den höchsten Prozentsatz an Vollspaltenbodenhaltung.

Deshalb fanden sich heute Aktivist_innen des VGT vor Schweinefabriken in Pöttelsdorf und Draßburg ein, um gegen diese Haltung zu protestieren und um die Bevölkerung über die Zustände in den Schweinefabriken ihrer Umgebung zu informieren. Auch Wolfgang Spitzmüller, Landtagsabgeordneter der Grünen im Burgenland, schloss sich dem Protest an. Die Grünen wollen eine Resolution im Landtag einbringen, die das Parlament auffordert, ein Verbot von Vollspaltenböden in der Schweinehaltung zu erlassen.

VGT-Obmann Martin Balluch: Die neuen Fotos und Filme zeigen Zustände, wie sie der Normalbürger bzw. die Normalbürgerin nicht für möglich halten würde. Einem Hund würde niemand so eine Haltung ohne jede weiche Unterlage zumuten. Aber Hunde und Schweine sind sich biologisch und physiologisch sehr ähnlich. Nur, weil man ohne Stroh ein paar Cent sparen kann, darf doch nicht dieses horrende Tierleid in Kauf genommen werden. Der Landeshauptmann vom Burgenland hat angekündigt, in Zukunft lediglich Neubauten von Schweinebetrieben zuzulassen, die den Schweinen Stroh bieten. Jetzt wird es Zeit, auch den bisherigen Schweinefabriken mit Vollspaltenboden eine Frist zu setzen, bis wann sie umgebaut haben müssen. Ein entsprechender Antrag der Liste JETZT für ganz Österreich liegt im Parlament auf, unterstützt von den NEOS und der SPÖ. Allerdings blockieren die ÖVP und die FPÖ bisher diesen Fortschritt.

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