Nachlese: Trockenrasenwanderung

Eisenstadt, 25. 5. 2019

Über 20 Interessierte haben sich am 25.5. bei schönstem Wetter zur Trockenrasen-Wanderung mit Experten Stefan Weiss eingefunden. Gemeinderätin Anja Haider-Wallner: „Seit meiner Zeit an der Boku fasziniert mich Trocken- und Halbtrocken-Rasen. Mit dieser Veranstaltung wollen wir auf den besonderen Schatz in Eisenstadt aufmerksam machen und ein Bewußtsein für die hochnotwendigen Pflegemaßnahmen schaffen.“

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Stefan Weiss ist voll mit Wissen über die Natur rund um den Hetscherlberg und die Rochuskapelle. Jedes noch so kleine Pflänzchen kennt er mit Namen und weiß eine Geschichte darüber zu erzählen. Hier eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Infos und Erkenntnisse:

Trockenrasen und Halbtrockenrasengebiete und deren besondere Flora sind unter menschlicher Einwirkung entstanden.
Gerodete Wälder wurden über Jahrhunderte als Weideflächen benutzt. Viele Pflanzenarten haben sich an wechselnde Beweidung im Jahresrhythmus angepasst und brauchen diese Art der Bewirtschaftung, um überleben zu können.
Trockenrasen zeichnen sich durch trockene und nährstoffarme Böden aus. wenn die Flächen nicht regelmäßig beweidet oder gemäht und die Mahd weggebracht wird – breiten sich Gräser aus, die die abwechslungsreiche Blumenwiese zurückdrängen.
Auch Bäume und Büsche können sich auf den nährstoffreicheren Böden schnell ausbreiten. Derzeit sind weite Teile des Hetscherlberges und der Trockenrasen rund um die Rochuskapelle von Verbuschung bedroht.
Die geschützten Flächen wurden von Eisenstadt dem Land Burgenland überantwortet, das sich in Kooperation mit dem Verein BERTA um die naturschutzkonforme Pflege und Nutzung kümmern soll.

Tipps zum Verhalten im Trockenrasen:

Die Flächen können begangen werden. Die Pflanzen sind aufgrund der jahrhundertelangen Beweidung daran angepasst und wachsen umso besser.
Orchideenarten wie die Hummelragwurz unberührt lassen und auf keinen Fall ausgraben! Sie geht eine Symbiose mit einem speziellen Pilz ein und braucht ihn zum Wachsen und Gedeihen. Im eigenen Garten stirbt sie spätestens im nächsten Jahr, da der Pilz nicht mit übersiedelt.
Wo der Trockenrasen noch halbwegs intakt ist, wachsen viele wirksame Kräuter, die man für Teemischungen pflücken kann. Thymian, Dost und vieles mehr.

Regina Petrik, Landessprecherin der GRÜNEN, nahm auch an der Wanderung teil und freut sich über die Naturschutz-Initiative der Eisenstädter GRÜNEN: „Für mich war die Wanderung zugleich eine wertvolle Fortbildung. Natur- und Landschaftsschutz unterliegen ja der Landesgesetzgebung, dafür habe ich einiges für meine Arbeit mitgenommen. “

Am Ende waren alle TeilnehmerInnen müde, aber erfüllt von so vielen schönen Eindrücken. Und doch blieben ein wenig gemischte Gefühle zurück. Haider-Wallner: „Man fragt sich schon, warum die zuständigen Behörden so wenig tun, um dieses Paradies zu erhalten. Je länger man zuwartet, desto schwieriger und aufwändiger wird die Pflege.“

 

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