Theodor Kery Preis fürs Frauenhaus Burgenland

Lockenhaus, 23. 5. 2019

Das Frauenhaus Burgenland freut sich bekannt geben zu dürfen, stolzer Preisträger bei der Preisausschreibung der Burgenland Stiftung Theodor Kery zu sein, welche besondere Leistungen im Interesse des Burgenlandes und seiner EinwohnerInnen finanziell fördert. Gemeinsam mit einigen weiteren Organisationen und Menschen aus Bildung, Kunst und Wirtschaft, dem Sozialen- und Gesundheitsbereich wurden wir ausgewählt, unser Projekt „Gewalt als traumatische Erfahrung. Traumatherapie im Frauenhaus“ finanziell mit 2.500 Euro zu unterstützen. Wir freuen uns sehr das Preisgeld am Donnerstag, den 23. Mai 2019 in hochoffiziellem Rahmen der Preisverleihung in der Burg Lockenhaus erhalten zu haben.

fh

Das Frauenhaus Burgenland versteht sich als Schutzeinrichtung für Frauen und Kinder, die von häuslicher Gewalt betroffen sind. Neben der Gewährleistung von Schutz und Sicherheit für die Betroffenen, stellt die Wiedererlangung von Autonomie und Selbstbestimmung eines unserer höchsten Ziele dar. Um dies zu ermöglichen, bedarf es einer ganzheitlichen Unterstützung, welche sowohl die psychosozialen, ökonomischen als auch gesundheits-psychologischen Aspekte im Auge behält und fördert.

In den autonomen österreichischen Frauenhäusern beobachten wir diesbezüglich nun seit Jahren die Entwicklung, dass immer mehr Frauen, die von häuslicher Gewalt in all ihren Facetten betroffen sind, unter klinisch relevanten psychischen Erkrankungen leiden. So kommen einerseits immer mehr Frauen aus Hochrisikosituationen zu uns in die Frauenhäuser, andererseits leiden immer mehr Frauen, die der häuslichen Gewalt entfliehen konnten, unter posttraumatischen und oder anderen psychiatrischen Störungsbildern infolge der oft jahrelangen Gewalterfahrung durch Bezugspersonen im Familiensystem. Angststörungen, depressive Störungsbilder, Somatisierungsstörungen, aber vor allem auch posttraumatische Belastungsreaktionen und Persönlichkeitsstörungen prägen immer häufiger das Bild der im Frauenhaus lebenden Betroffenen. Auf der anderen Seite fehlt es aber genau hier bislang an finanziellen Ressourcen, sodass eine ganzheitliche Betreuung, welche nicht nur die psychosoziale sondern v.a. auch die psychische Belastung der Frauen im Blick hält, nur eingeschränkt möglich ist. Dank der finanziellen Unterstützung der Theodor Kery Stiftung wird dieser Problematik nun nicht nur Rechnung getragen, sondern ihre Bearbeitung in Form von Traumatherapie realisierbar gemacht. Ein wichtiger erster Schritt ist getan, um gewaltbetroffene Frauen nachhaltig bei der Aufarbeitung und Integration der traumatischen Erfahrung als Teil der persönlichen Lebensgeschichte professionell unterstützen zu können. Dafür möchten sich der Vorstand und die Mitarbeiterinnen des Frauenhauses Burgenland auf diesem Weg ganz herzlich bei all jenen Personen bedanken, die dies möglich gemacht haben: Einsatz für eine sichere und autonome Zukunft von gewaltbetroffenen Frauen!

 

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