Ist „Burgenland heute“ noch Familiengerecht?

Eisenstadt, 14. 5. 2019

Sado-Maso – Tschurimuri – Oaschwarzn:
„Burgenland heute“ für alle Generationen?

Freiheitliche bezweifeln zusehends die Kindergerechtigkeit der „Nachrichten“-Inhalte

„Burgenland heute“. In zehntausenden Wohnzimmern des Landes allabendliches Pflichtprogramm und für die Kinder des Hauses oft die letzte Station, bevor‘s ins Bett geht. Fernsehen für alle Generationen eben. Ob die Sendung diesem Anspruch tatsächlich noch gerecht wird, insbesondere für Kinder geeignet ist, wird zusehends fraglich.

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LAbg. Klubobmann Geza Molnar, FPÖ

Im letzten Jahr wurde um 19.00 Uhr ausführlich über „Das Geschäft mit dem Lustschmerz anderer“ berichtet. BDSM und Fetisch, entsprechende Bilder und Beschreibungen inklusive. Heuer dann ein vierminütiger Bildbericht über die „Vagina-Monologe“. Geschichten über Urin- und Blutaustritt, als Höhepunkt ein auf der Bühne gefilmter, gespielter Orgasmus (mit O-Ton).

Am vergangenen Samstag wurde nun unter dem Titel „Scheiß di ned an“ eine Burgenländerin, die „Deutsche das Schimpfen“ lehrt, ins Studio gebeten. Ab 19.04 Uhr wurde über mehrere Minuten lächelnd ein Schimpfwort nach dem anderen besprochen, wobei der pädagogisch wertvolle Hinweis, auch Kinder sollten „scheiße, scheiße, scheiße“ sagen dürfen, nicht fehlte.

Was man Eltern von Kindern und Jugendlichen, die ihre Sprösslinge vor bestimmten Inhalten  schützen wollen und nicht möchten, dass sie mit „Dere, Gschissana“ grüßen, raten kann? Ab sofort von der Sendung „Burgenland heute“ fernhalten. (Eine Kostprobe vom Samstag gibt’s hier: https://tvthek.orf.at/profile/Burgenland-heute/70021/Burgenland-heute/14013286.)

PS: Der Autor dieser Zeilen und auch viele seiner Parteikollegen führen nichtöffentlich selbst eine durchaus deftige Lippe, interessieren sich privat für alle möglichen und manchmal auch unmöglichen Dinge und stellen medienpolitisch gar nicht die Frage, ob die oben behandelten Berichte über das, was es gibt und was geschieht, überhaupt Platz im ORF haben sollen.

Ihnen geht es in erster Linie darum, ob Derartiges um 19.00 Uhr in der Sendung „Burgenland heute“ vorkommen muss (oder auch untertags im Radio). Interessant ist in diesem Kontext übrigens das Leitbild des ORF zum Thema Jugendschutz, das man am Buchgraben wohl nicht beherzigt:   https://der.orf.at/unternehmen/leitbild-werte/gewalt-jugendschutz/index.html.

PPS: Besonders putzig ist folgende Passage aus dem besagten Leitbild: „Ab 20.15 Uhr tragen Eltern und Erziehungsberechtigte die Mitverantwortung für den TV-Konsum von Kindern und Jugendlichen. Diese Verantwortung gilt sowohl für den Hauptabend als auch für den Spätabend.“ „Burgenland heute“ ist um 19.00 Uhr. Der ORF trägt – freiwillig – die Alleinverantwortung.

 

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