9,5 Prozent weniger Kriminalität im Burgenland – Kriminalstatistik 2018

Eisenstadt, 2. 5. 2019

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Im Burgenland ging 2018 die Zahl der Anzeigen im Vergleich zum Vorjahr deutlich zurück. Die Eigentumsdelikte sind rückläufig, die Zahl der angezeigten Gewaltdelikte ist leicht gestiegen. Die Internetkriminalität bleibt weiterhin eine kriminalpolizeiliche Herausforderung. Das zeigen die aktuellen Zahlen der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) für Österreich.

Der Bericht 2018 beinhaltet grundlegende Neuerungen im Vergleich zu den Vorjahren, um die aktuellen Entwicklungen der Kriminalität und Neuerungen der Strafverfolgung bestmöglich abzubilden. Wichtig ist festzuhalten, dass im Jahr 2018 der Gewaltbegriff in der PKS neu definiert und erweitert wurde. Es wurden zahlreiche rechtliche Änderungen mitaufgenommen und Tatbestände wie die gefährliche Drohung oder Raubdelikte miterfasst, um die größtmögliche Bandbreite der Gewaltkriminalität abzubilden.

 

2018 bearbeitete die Polizei im Burgenland insgesamt 8.748 Anzeigen, davon 603 Versuche. Das bedeutet im Vergleich zum Jahr 2017 einen Anzeigenrückgang von 9,5 Prozent bzw. ein Minus von 919 in absoluten Anzeigenzahlen. Die Aufklärungsquote konnte um 4 Prozentpunkte gesteigert werden und liegt mit 58,5 Prozent über dem österreichweiten Durchschnitt.

 

Über die Tatverdächtigen

Insgesamt wurden 6.020 Tatverdächtige ausgeforscht, im Vergleich zu 2017 ist das ein Minus von vier Prozent. 4.827 der Tatverdächtigen sind männlich, 1.193  sind weiblich. Mit 2.060 stellt die Altersgruppe der Über-4o-Jährigen den größten Anteil der Tatverdächtigen dar, gefolgt von den 25- bis 39-Jährigen (1.955). 2.170 Tatverdächtige waren keine österreichischen Staatsbürger. Der Anteil der fremden Tatverdächtigen lag somit bei 36 Prozent (2017: 36,9 Prozent). Zu den häufigsten Herkunftsländern der Tatverdächtigen zählten 2018 Ungarn (529), Slowakei (260), Rumänien (249), Serbien  (153) und Afghanistan (147).

 

„Die erfreulichen Entwicklungen bei der Zahl der Anzeigen und der Aufklärungsquote zeigen, dass wir unsere Schwerpunkte in der Kriminalitätsbekämpfung richtig gesetzt haben und unsere Maßnahmen bereits greifen. Wir haben einen guten Weg eingeschlagen und werden diesen auch weiterhin konsequent beschreiten, indem wir schlagkräftig gegen analoge und digitale Kriminalität vorgehen“, so Innenminister Herbert Kickl.

 

Vertrauen in der Bevölkerung zu schaffen ist ein wesentliches Ziel einer effektiven Kriminalitätsbekämpfung und das Ergebnis dieser Kriminalstatistik zeigt, dass sich die Polizeiarbeit im Burgenland weiterhin in die richtige Richtung entwickelt hat. Sicherheit ist Teamarbeit und in diesem Sinne wird es auch in Zukunft notwendig sein, dass wir uns als Polizei aber auch mit Unterstützung unserer Partnerorganisationen weiterentwickeln, um die zukünftigen und neuen Herausforderungen bestmöglich bewältigen zu können, so Landespolizeidirektor Mag. Martin Huber.

 

Leichter Anstieg bei Gewaltdelikten

1.153 Gewaltdelikte wurden 2018 im Burgenland zur Anzeige gebracht. Das entspricht einem Anstieg von 4,6 Prozent zum Vorjahr. In 102 Fällen der angezeigten Straftaten blieb es beim Versuch. Die Aufklärungsquote lag bei 89,0 Prozent und ist im Vergleich zu 2017 um 4,7 Prozentpunkte gestiegen.

Von den 1.351 Tatverdächtigen waren 88,6 Prozent männlich und 11,4 Prozent weiblich.  455 Tatverdächtige waren über 40 Jahre alt, 451 waren zwischen 25 und 39 Jahre alt, (0 bis 9: 3; 10 bis 13: 22; 14 bis 17: 164; 18 bis 20: 129; 21 bis 24: 127). 26,0 Prozent der Tatverdächtigen waren Fremde, das ist eine Steigerung um 3,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. In 456 Fällen gab es keine Beziehung zwischen Täter und Opfer, in 431 Fällen gab es ein Bekanntschaftsverhältnis und in 341 Fällen eine familiäre Beziehung, in 110 Fällen lediglich eine Zufallsbekanntschaft.

 

Insgesamt wurden 1.406 Menschen Opfer von angezeigten Gewalttaten (2017: 1.268, + 10,9 Prozent). 2018 waren 817 der Opfer männlich (2017: 748 Männer, + 9,2 Prozent) und 589 weiblich (2017: 520 Frauen, + 13,3 Prozent). Die größte Anzahl der Opfer (412)  ist zwischen 25 und 39 Jahre alt, gefolgt von den 40- bis 64-Jährigen (396). 102 Kinder unter 14 Jahren wurden Opfer von angezeigten Gewalttaten (0 bis 5: 13, 6 bis 9: 18, 10 bis 13: 71). 20,4 Prozent (287 Personen) der Opfer sind Fremde (2017: 223 Personen).

 

Eigentumsdelikte rückgängig

Es wurden 2018 2.734 Anzeigen wegen Eigentumsdelikten erstattet, das waren um 18,9 Prozent weniger als im Jahr davor. In 300 Fällen blieb es beim Versuch. Die Aufklärungsquote lag wie bereits im Jahr zuvor bei 31,6 Prozent. Im Bereich der Einbrüche in Wohnungen und Wohnhäusern geht die Anzahl weiterhin zurück. Noch im Jahr 2014 gab es im Burgenland 365 Einbrüche. Zeigte

die Statistik im Jahr 2017 noch 170 Einbrüche konnte diese im Jahr 2018 auf 120 gesenkt werden.

 

Kriminalität verlagert sich ins Internet

Die angezeigten Fälle von Internetkriminalität stiegen um 13,3 Prozent von 421 auf 477 Straftaten 2018, die Aufklärungsquote stieg um 4,7 Prozentpunkte und liegt bei 47,0 Prozent. Von den 220 Tatverdächtigen waren 71,4 Prozent Männer und 28,6 Prozent Frauen. 76 Tatverdächtige waren zwischen 25 und 39 Jahre alt, 66 waren zwischen 14 und 17 Jahre (unter 13: 2, 18 bis 20: 3; 21 bis 24: 20, über 40: 53). 25,5 Prozent der Tatverdächtigen waren Fremde, das sind um 1,5 Prozentpunkte weniger als im Jahr zuvor.

 

Suchtmittelkriminalität: Anzeigen sanken trotz erhöhten Kontrolldrucks

2018 wurden im Burgenland 968 Anzeigen wegen Suchtmittelkriminalität (133 Verbrechen, 835 Vergehen) erstattet, das bedeutet einen Rückgang von 3,4 Prozent. Die Aufklärungsquote lag bei 98,6 Prozent. Von den 956 Tatverdächtigen waren 83,9 Prozent Männer und 16,1 Prozent Frauen. Die meisten Tatverdächtigen (252) waren zwischen 14 und 17 Jahre alt, 247 Tatverdächtige waren zwischen 25 und 39 Jahre alt (unter 13: 4, 18 bis 20: 194, 21 bis 24: 162; über 40: 97). 21,3 Prozent der Tatverdächtigen waren Fremde, das sind um 2,3 Prozentpunkte mehr als im Jahr zuvor.

 

 

 

 

 

 

 

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