Grüne: Bodenverbrauch im Bezirk Neusiedl enorm

Zurndorf, 29. 4. 2019

Gewerbeparks und Logistikzentren stehlen wertvolle Naturflächen.
Burgenland ist Pro-Kopf-Spitzenreiter bei Bodenversiegelung.
GRÜNE-Bezirkssprecherin Kiss: „Der Neusiedler Bezirk wird zubetoniert.“

grüne
Olympiasieger und Mitglied der GRÜNEN Gols Georg Tischler, GRÜNE Bezirkssprecherin Andrea Kiss, Obmann des GRÜNEN GemeindevertreterInnenverbands Gerhard Mölk vor der 25 Hektar großen Fläche in Zurndorf, die bald zubetoniert werden soll

Neusiedl/Parndorf/Zurndorf/Kittsee – Die Bezirkssprecherin der GRÜNEN und Gemeinderätin in Neusiedl Andrea Kiss war vergangene Woche gemeinsam mit Gerhard Mölk (Obmann des GRÜNEN GemeindevertreterInnenverbandes) und Georg Tischler (Olympiasieger und Mitglied der GRÜNEN in Gols) im Bezirk unterwegs, um sich ein Bild vom derzeit ausufernden Bodenverbrauch zu machen. Anlass dazu sind einerseits die Erweiterung des Gewerbegebiets beim Outlet Center in Parndorf und andererseits die Errichtung eines Lagers einer Möbelfirma in Zurndorf. Bei beiden Projekten wurde schon massiv Erdreich abgetragen und eine Fläche von mehreren zig Hektar für die Versiegelung vorbereitet, was sich negativ auf Umwelt, Klima und Lebensqualität auswirkt.

„Der Neusiedler Bezirk wird nach und nach zubetoniert“, warnt GRÜNEN-Bezirkssprecherin Andrea Kiss. Der GRÜNE GemeindevertreterInnenverband-Obmann Gerhard Mölk ergänzt: „Boden ist ein wertvolles Gut! Wir verlieren Lebensraum für Pflanzen und Tiere, Versickerungsflächen und Grünraum. Dadurch steigt bei Starkregen das Hochwasserrisiko und bei Hitze wird diese verstärkt. Das ist in Zeiten der Klimakatstrophe fatal!“ Olympiasieger Georg Tischler fehlt das Verständnis für die fortschreitende Verbauung: „Mich ärgert, dass hier so sorglos mit unserer Natur umgegangen wird. Deshalb engagiere ich mich auch für die GRÜNEN. Wieviel gesunden Boden wollen wir noch opfern? Und wofür?“

Kiss: „Es wird nicht aufhören!“

Mehr als jede dritte Gemeinde des Bezirks besitzt am Ortsrand einen Lebensmittelsupermarkt. Oft ist dieser auch von weiteren Fachmärkten umgeben und nur mit dem Auto erreichbar. Gleichzeitig sterben die Ortskerne aus. Die riesigen Versiegelungsprojekte in Zurndorf und Parndorf sind ein weiterer Schritt in dieser Entwicklung. „Damit wird es auch nicht aufhören“, befürchtet Andrea Kiss, „das Gebiet in Zurndorf ist prädestiniert dafür, dass sich dort noch mehr Unternehmen ansiedeln. In Parndorf wurde jetzt erstmals das Gebiet auf der anderen Seite der B 50 Richtung Leithagebirge erschlossen und da wird es weitergehen. Der Boden ist für immer verloren!“ Auch in den Businessparks Kittsee und Neusiedl ist die Verbauung noch längst nicht beendet – das gewidmete Gebiet ist dort mehr als doppelt so groß wie das bereits verbaute.

Die GRÜNEN fordern von allen, die für die Zubetoniererei verantwortlich sind, endlich auch Verantwortung für die Bodenzerstörung und deren Folgen zu übernehmen. Sie fordern die Landesregierung auf, im neuen Raumplanungsgesetz mehr Bürgerbeteiligung zuzulassen, um solche Projekte in Zukunft verhindern zu können.

 

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