Pilgerfahrt ins Heilige Land

Eisenstadt, 38. 3. 2019

Auf den Spuren des Evangeliums

Generalvikar Martin Korpitsch sowie die Bischofsvikare Pfarrer Željko Odobašić und Pater Lorenz Voith begleiteten 135 WallfahrerInnen, die sich auf eine einmalige Pilgererfahrung im Bereisen des Heiligen Landes einließen – „martinus“, die Kirchenzeitung der Diözese Eisenstadt, organisierte die Pilgerfahrt – „Wer das Heilige Land besucht, kommt nicht als der Selbe zurück“, war eine von den Teilnehmenden geteilte Erfahrung.

kirche

Sich auf einen Pilgerweg aufzumachen bedeutet immer, sich einzulassen auf die Möglichkeit von Begegnungen, die einem ungeplant und unverfügbar widerfahren, den eigenen Horizont ausleuchten, vertiefen oder gar verwandeln: Eine solche Erfahrung an den Orten des Lebens und Wirkens Jesu, an den Orten des Evangeliums durfte eine 135-köpfige Pilgerschar im Rahmen einer Reise ins Heilige Land machen. In drei Gruppen, begleitet von Generalvikar Martin Korpitsch und den Bischofsvikaren P. Lorenz Voith und Željko Odobašić, machten sich die PilgerInnen von Galiläa über Bethlehem bis nach Jerusalem auf die Spuren des Evangeliums.

Generalvikar: „Nähe des Herrn besonders spürbar“
Generalvikar Martin Korpitsch, der geistlicher Begleiter der Reise war, zeigte sich von der Pilgerfahrt ins Heilige Land begeistert: „Mit so vielen Pilgern im Land des Herrn unterwegs sein zu dürfen, war für mich etwas Besonderes. Viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten auf ihre je persönliche Weise die Nähe des Herrn besonders spüren. Dazu haben die guten ReiseleiterInnen und das gesamte Vorbereitungsteam wesentlich beigetragen. Es war ein Segen, dass wir an fast allen Orten innehalten und die Heilige Schrift lesen konnten.“
Besonders lobend hob Generalvikar Korpitsch die Organisation und die terminliche Disziplin der gesamten Pilgergruppe hervor: „Dass wir bei einer so großen Schar die gemeinsam vereinbarten Messtermine reibungslos einhalten konnten und gemeinsam an diesen besonderen Orten feiern durften, war großartig.“

P. Voith: Heiliges Land als besonderes Pilgerziel
Bischofsvikar P. Lorenz Voith hob die spirituelle Tiefendimension der Pilgerfahrt für die Teilnehmenden hervor: „Eine Pilgerreise – ganz besonders ins Heilige Land – hat immer eine ganz andere Zielrichtung als eine bloße Besichtigungs- oder Urlaubsreise. In vielen Gesprächen mit meiner Gruppe konnten Fragen nach Gott, nach dem ‚Hiersein‘, nach der Bedeutung von Jesus von Nazareth für uns Christen heute und für die Welt angesprochen werden.“ Israel sei für Christen, Juden und Muslime ein heiliger Boden, wie der Bischofsvikar betonte: „Dies wurde auch allen Pilgern in der aktuellen Spannung deutlich.“ Sein Fazit: „Es war eine schöne, interessante und tiefgehende Reise. Ich empfehle allen einen Besuch im Heiligen Land.“

Beschenkt mit unvergesslichen Eindrücken
„Am See Genezareth in Galiläa zu stehen, wo Jesus die Fünftausend speiste, an jener Stelle des Jordans zu sein, wo sich Jesus taufen ließ, und die vielen anderen Orte seines Lebens und Wirkens unmittelbar und hautnah zu erfahren, hat mich mit unvergesslichen Eindrücke und Gefühlen beschenkt“, erzählt ein Teilnehmer der Pilgerfahrt.

Bootsfahrt und Petrus-Fischessen am See Genezareth
In Tabgha besuchten die PilgerInnen die Brotvermehrungskirche und hatten Gelegenheit zum Petrus-Fischessen am See. Sie unternahmen eine Bootsfahrt am See Genezareth und ein Teil feierte die Messe in der Magdalena-Kirche. In Kafarnaum am Nordufer des Sees Genezareth feierten alle die Messe in der Petrus-Kirche, also an jenem Ort, an dem sich Jesus nach der Gefangennahme des Johannes zurückzog und aus dem mehrere Apostel, die Brüderpaare Simon Petrus und Andreas, Jakobus und Johannes, sowie der Zöllner Levi, genannt Matthäus, stammten.

In Kanaa und Nazareth
Die Reisenden besichtigten Kanaa, wo Jesus sein erstes Wunder, die Wandlung von Wasser in Wein bei einer Hochzeit, wirkte. Sie waren in Nazareth, dem Heimartort Jesu, wo Maria und Josef lebten und der Erzengel Gabriel die Geburt des Erlösers verkündete. Nach einer Fahrt zum Berg der Seligpreisungen ging es weiter nach Jerusalem. In der Dormitio-Kirche feierte ein Teil der Wallfahrer die Messe.

Von der Taufstelle Jesu nach Qumran und Masada
Am Jordan machten die Pilgerinnen und Pilger aus dem Burgenland an der Taufstelle Jesu Halt. Qumran, wo die Schriftrollen vom Toten Meer als älteste bekannte Bibelhandschriften entdeckt wurden, stand ebenso auf dem Programm wie die ehemalige jüdische Festung Masada, wo im Zuge des Jüdischen Krieges an die 1.000 Frauen, Männer und Kinder, die hier vor den römischen Belagerern Zuflucht suchten, in den Freitod gingen.

Bethlehem und Jerusalem
Mit großer Dankbarkeit und christlicher Demut, aber auch mit Sorge angesichts der Konflikte und Spannungen zwischen Israelis und Palästinensern besuchten die Wallfahrer Bethlehem, wo sie in der Katharinen-Kirche die Messe feierten. Die Pilgerinnen und Pilger waren in Gethsemane, am Fuße des Ölbergs in Jerusalem, wo Jesus die Nacht vor der Kreuzigung betend verbrachte, bevor er von Judas verraten und von Gesandten des Hohepriesters verhaftet wurde. Entlang der Via Dolorosa gingen die Reisenden in die Grabes- und Auferstehungskirche, im Österreichischen Hospiz wurden sie sehr herzlich bewirtet.

„Wir kommen nicht als die Selben zurück“
„Wer das Heilige Land besucht, kann nicht als der Selbe nach Haus zurückkehren. Eine solche Reise verändert, erneuert: Es ist so, als ob die Heilige Schrift konkrete Gestalt, eine konkrete Welt annimmt“, bringt Bischofsvikar Željko Odobašić eine Erfahrung zum Ausdruck, die von der ganzen Gruppe geteilt wurde.

 

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