GRÜNE: Köstinger soll sich für Neuregelung für Direktträger-Weine einsetzen

Eisenstadt, 19. 3. 2019

„Wir haben derzeit die Chance, den Uhudler und andere beliebte Direktträger endlich zu legalisieren. Ministerin Köstinger und die Weinbauvereine jedoch setzen sich weiter für ein Verbot ein, anstatt die Entwicklung der resistenten und zunehmend nachgefragten Nischen-Weine zu unterstützen. Das ist völlig unverständlich und sowohl aus Sicht der betroffenen Weinbauregionen als auch aus Sicht des Tourismus widersinnig,“ sagt Thomas Waitz, Biobauer und Abgeordneter der Grünen im Europaparlament.

Guene
LAbg. Wolfgang Spitzmüller, Grüne

Wolfgang Spitzmüller, Landtagsabgeordneter und Agrarsprecher der GRÜNEN Burgenland ergänzt: „Die Kurzsichtigkeit der Bundesregierung gefährdet die Entwicklung des Kultweins Uhudler. Es ist mir unbegreiflich, dass man jahrelang für die Ziel1-Region Südburgenland gekämpft hat und jetzt ein Zugpferd für Landwirtschaft und Tourismus grad im Südburgenland behindern will. Dass Türkisblau nicht bereit ist, sich auf EU-Ebene für eine neue Regelung einzusetzen, ist eine vertane Chance.“

Die Pflanzung von Direktträgern zum Zweck der Weinproduktion ist europaweit nach wie vor verboten. Derzeit werden aber im Rahmen der Verhandlungen über die neue Gemeinsame Agrarpolitik auch die Marktordnungsregelungen für Wein neu ausgestaltet. Für Uhudler und Co soll eine Ausnahmeregelung für historische Weingärten gelten. Thomas Waitz setzt sich als Verhandler im Agrarausschuss des EU-Parlaments dafür ein, dass in Gebieten, wo es eine Tradition des Anbaus von Direktträgersorten gibt, auch neu ausgepflanzt werden darf.

Zurzeit gibt es 200 bis 300 Hektar im Burgenland und ungefähr 40 in der Steiermark. Mehr dürfen es nicht werden, wenn es nach den Verantwortlichen im Landwirtschaftsministerium und in den Weinbauvereinen geht. Sie sind mit fadenscheinigen Argumenten gegen eine Abschaffung des Auspflanzungsverbots. Angesichts der Vorteile von Direktträgern und der zunehmenden Nachfrage der KonsumentInnen wäre es ein Witz, wenn das Angebot künstlich beschränkt würde, meinen die GRÜNEN.

Direktträger sind resistent gegen verschiedene Krankheiten, Schädlinge und Pilze und benötigen keine Pestizide. Sie können also als besonders nachhaltige Kulturen betrachtet werden und tragen zur biologischen Vielfalt in der Landwirtschaft bei.

„Wir fordern Ministerin Köstinger auf, sich auf Ratsebene für eine Regelung einzusetzen, die die Entwicklung von Uhudler und Co unterstützt, anstatt sie zu behindern– im Sinne der Weinbäuerinnen und -bauern, der KonsumentInnen, der Ländlichen Entwicklung und des nachhaltigen Tourismus“, so Waitz und Spitzmüller unisono.

 

Share Button

Related posts