1 Jahr „OMAS“ in Oberwart

Oberwart, 28. 1. 2019

„Omas gegen rechts – Südburgenland“ starten kraftvoll in ein wichtiges Jahr

Am 28. Jänner fand in der Frauenberatung Oberwart eine äußerst gut besuchte Veranstaltung zum „1. Geburtstag“ der Gruppe „Omas gegen rechts – Südburgenland“ statt. Im Jänner 2018 wurde sie nach dem Vorbild der Wiener „Omas“ gegründet und hat rasch starken Zulauf gefunden. Mittlerweile trifft sich ein stabiles Kernteam von etwa 20 Personen einmal im Monat bei einem öffentlich zugänglichen Diskussions- und Strategietreffen, und zusätzlich gibt es noch Untergruppen wie den Lesekreis, den Singkreis und die Handarbeitsgruppe.

ag

Ziel der „Omas gegen rechts“ ist es, gegen den massiven Rechtsruck in unserer Gesellschaft aufzutreten, der sich in Sozialabbau, der Erfindung immer neuer Schikanen gegen Flüchtlinge und einer Spaltung der Gesellschaft äußert.

So haben die Oberwarter „Omas“ an mehreren Kundgebungen, etwa zum Frauenvolksbegehren, gegen 1 Jahr Türkis-Blau (Großdemo in Wien) oder gegen Abschiebungen nach Afghanistan, teilgenommen bzw. diese mitorganisiert.

Besonderen Wert legt die Gruppe in Zeiten von „Fake News“ auch auf faktenbasiertes politisches Handeln: Expertinnen und Experten, etwa von Arbeiterkammer, International Organisation for Migration und Donau-Universität Krems, vermitteln Wissen, und die im Lesekreis studierten Bücher werden im Plenum vorgestellt und diskutiert.

Bei der Festveranstaltung waren auch Monika Salzer und Susanne Scholl, Gründerinnen der österreichweiten Bewegung „Omas gegen rechts“, aus Wien zu Gast. Monika Salzer beschrieb, wie aus einer spontanen Facebook-Meldung  im Dezember 2017 mittlerweile eine Bewegung mit Ablegern in allen Bundesländern geworden ist, die auch im Ausland schon Nachahmer findet. Sie bezeichnete die EU-Wahl im Mai 2019 als „Schicksalswahl für Europa“ – das Weiterbestehen des geeinten Europas stehe auf dem Spiel, und alle seien zur Teilnahme an der Wahl dringend aufgefordert.

Susanne Scholl wies darauf hin, dass ältere Frauen sich für die Erhaltung von Sozial- und Rechtsstaat einsetzen und dies nicht im Eigeninteresse, sondern für künftige Generationen tun.

Elfi Jud stellte fest, dass es zunehmend Besorgnis von Menschen im Berufsleben gebe, ihre politische Meinung offen auszusprechen. Hier hätten Pensionistinnen und Pensionisten nichts zu verlieren – die Pension gebe ihnen die Freiheit zu sagen, was sie denken, und das könnten sie auch stellvertretend für andere tun.

Gabriele Huterer beschrieb die Tätigkeiten der „Omas gegen rechts – Südburgenland“. In dieser Gruppe seien natürlich auch „Nicht-Omas“, also Frauen und Männer ohne Enkelkinder, genauso willkommen. In einer sehr demokratischen, partnerschaftlichen Runde würden Informationen ausgetauscht, Pläne ausgeheckt und dann gemeinsam umgesetzt.

Die anschließende Lesung von Susanne Scholl aus ihrem Buch „Wachtraum“ war sehr bewegend und führte dann zu einem wahren Ansturm auf den Büchertisch.

 

Share Button

Related posts