Schwere Zeiten für Burgenlands Zuckerrübenbauern

Eisenstadt, 23. 1. 2019

Rübenbauern fordern Gerechtigkeit vom Land Burgenland

Anlässlich der 56. ordentlichen Vollversammlung des Burgenländischen Rübenbauernbundes in St. Andrä/Zicksee wurde von der Führungsspitze des Verbandes über ein schwieriges Jahr 2018 Bilanz gezogen.

Wetterkapriolen v.a. Trockenheit, das Auftreten des Rübenrüsselkäfers, sowie das Beizverbot der Rübensamen prägten das abgelaufene Jahr. Um die Produktion abzusichern, gibt es in Ungarn, Tschechien, Slowakei aber auch in Niederösterreich, der Steiermark und Oberösterreich eine Notfallzulassung, die die Saatgutbeizung gegen den Rübenrüsselkäfer vorsieht. Das Land Burgenland sprach sich gegen diese Notfallzulassung aus.

lwk
LK-Präsident DI Nikolaus Berlakovich, Rübenbauernbundpräsident Ing. Markus Fröch, Österr. Rübenbauernbundpräsident DI Ernst Kapfinger, Raiffeisen-Generaldirektor Dr. Rudolf Könighofer, DI Martin Doppler (Agrana), Referent DI Johannes Zirngibl und Rübenbauernbund-GF DI Otto Prieler

Heimische Rübenbauern sorgen sich um ihre Zukunft

„Durch die negative Einstellung des Landes Burgenland gegenüber einer Notfallzulassung erwachsen den heimischen Rübenbauern enorme Nachteile. Alle Berufskollegen in den Nachbarländern dürfen die Beize anwenden. Dies hat mittelfristig einen massiven Rückgang des burgenländischen Zuckerrübenanbaus zur Folge. Das können wir nicht akzeptieren. Es sind Strukturen wie Rübenplätze, Rübenerntemaschinen etc. und somit auch die Biobetriebe bedroht. Ebenso ist die Existenz einer Zuckerfabrik gefährdet und damit die Selbstversorgung Österreichs mit Zucker “, sagt Rübenpräsident Ing. Markus Fröch.

 

Gerechtigkeit für heimische Rübenbauern

„Der Zuckerrübenanbau hat im Burgenland eine lange Tradition. Dieser wichtige Produktionszweig der heimischen Landwirtschaft droht nun wegzubrechen. 2018 gab es apokalyptische Schäden durch den Rübenrüsselkäfer. Das Burgenland verzeichnete Verluste in der Höhe von 8,1 % beim konventionellen Anbau und 35,9 % am Biosektor“ so LK-Präsident Berlakovich.

Diese Verluste sind trotz mehrmaligen Wiederanbaus zu verzeichnen.

„Die heimischen Rübenbauern haben durch die Ablehnung der Notfallzulassung eine eindeutige Schlechterstellung gegenüber ihren Berufskollegen in den Nachbarländern. Die Burgenländischen Rübenbauern wollen die gleichen Rechte haben und fordern vom Land Burgenland Gerechtigkeit. Ich unterstütze die heimischen Rübenbauern voll, weil wir auch im Burgenland eine regionale vielfältige Landwirtschaft haben wollen“ so LK-Präsident DI Nikolaus Berlakovich anlässlich der Vollversammlung der Burgenländischen Rübenbauern in St. Andrä.

Auf rund 3.100 ha Ackerfläche wurden von 311 Landwirten insgesamt im Burgenland Zuckerrüben angebaut. 2018 wurde eine Gesamterntemenge von rund 210.000 to erzielt. Der Ertrag pro ha lag bei 73,72 to. 32 Landwirte bauten 2018 auf 217 ha Biozuckerrüben an. Der Durchschnittsertrag betrug bei den Biobauern 46,93 to je ha.

 

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