FPÖ – Benkö sieht „Privatkonkurs neu“ kritisch

Eisenstadt, 20. 12. 2018

Jedem Schuldner steht ein Gläubiger gegenüber

Seit 1. November 2017, ist das novellierte  Schuldnerregulierungsverfahren in Kraft. Nach aktuellen Zahlen des – Kreditschutzverbandes von 1870 – wurden seither um rund 53 Prozent mehr Schuldenregulierungsverfahren eröffnet. Die diesbezüglichen Verbindlichkeiten stiegen um zwei Drittel und belaufen sich auf 1.488 Millionen Euro, was eine Steigerung von 163 Prozent bedeutet.
Kritisch äußerte sich die Dritte  Landtagspräsidentin Benkö:

“Durch die neuen gesetzlichen Rahmenbedingungen kann ein Abschöpfungsverfahren bereits nach fünf Jahren zur Restschuldbefreiung führen, ohne dass der Schuldner eine gewisse Quote seiner Verbindlichkeiten erfüllen muss – anders als zuvor, als Gläubiger innerhalb von sieben Jahren zumindest zehn Prozent ihrer Forderungen erhielten.  Der steile Anstieg der Fallzahlen hat zweifelsfrei mit der neuen Rechtslage zu tun. Viele Schuldner haben das Inkrafttreten abgewartet.“

fpoe
3. LT-Präs. Ilse Benkö, FPÖ

 Benkö, die in ihrem Zivilberuf als Rechtspflegerin am Bezirksgericht Oberwart tätig und vorwiegend mit der Abwicklung von Insolvenzverfahren beschäftigt ist, meint außerdem:

“Konsumentenschutzberatung als auch Schuldnerberatung sind im Burgenland kostenlos und werden qualitativ hochwertig durchgeführt. Schuldnerberatung wird in Zukunft eine noch größere Rolle spielen und ist auch als Präventivmaßnahme unabdingbar. Darin investiertes Geld verhindert leidvolle Schicksale und letztendlich einen  volkswirtschaftlichen Schaden. Leider habe ich den Eindruck, dass die Abschaffung der Mindestquote als Einladung zum sorglosen Schuldenmachen gesehen wird, da man sich durch ein Abschöpfungsverfahren jederzeit wieder entschulden kann. So ‚praktisch‘ das für den Schuldner ist – man darf nie vergessen, dass auf der anderen Seite immer ein Gläubiger steht, der um sein Geld umfällt.“

 

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