Der Runde Tisch mit Landesrätin Dunst endete für die burgenländischen Rübenbauern enttäuschend

Eisenstadt, 11. 12. 2018

Der gestrige Runde Tisch war für uns Rübenbauern und die Vertreter der Landwirtschaft enttäuschend. Einerseits wurden unsere Argumente nicht einmal berücksichtigt und andererseits wurde – wie wir später erfahren haben – bereits während der Sitzung von Landesrätin Dunst ihre ablehnende Entscheidung im ORF bekannt gegeben.

Stellungnahme von LR Verena Dunst, SPÖ

lwk

Seit 2016 sind den Landesagrarreferenten die Richtlinien zum Umgang mit Notfallzulassungen bekannt. Dabei werden die Bundesländer befragt, ob in der betreffenden Kultur ein Notfall vorliegt. Wenn seitens des Landes der Notfall bestätigt wird, entscheidet die Zulassungsbehörde aufgrund einer Expertise der AGES über einen möglichen Einsatz. Dieser Vorgang müsste Landesrätin Dunst bekannt sein, weil durchschnittlich 40 Notfallzulassungen jährlich für den biologischen und konventionellen Pflanzenschutz gemacht werden.

Da Rübenfelder nicht blühen, stellen sie praktisch keine Gefahr für die Bienen dar. Um zusätzlich jedes Restrisiko auszuschalten, ist bescheidmäßig vorgesehen, im Folgejahr nur Kulturen (Getreide, Hirse) zu erlauben, die für Bienen ebenso uninteressant sind. Darüber hinaus soll ein Bienenmonitoring dies überprüfen.

Kurioser Weise widerspricht ein Beizverbot dem Landesziel, die Pflanzenschutzmittelmenge zu senken. Anstatt insgesamt 60 Gramm pro ha verteilt auf 100.000 Samenkörner, müssten bis zur 30-fachen Menge eines anderen Insektizids auf die ganze Fläche aufgebracht werden. Aufgrund des geringeren Wirkungsgrades, wird oft eine einmalige Anwendung nicht ausreichen. Dies führt zu einer Verteuerung der Produktion und zu einem höheren Risiko, weshalb die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Zuckerrübe sinkt. Heuer hat man deutlich die Auswirkungen des Verzichtes auf Beizmittel gesehen. Mehr als 80 % der ungebeizten Rüben wurden durch Schädlinge vernichtet.

„Durch die negative Einstellung der Landesrätin gegenüber einer Notfallzulassung im Burgenland erwachsen den heimischen Rübenbauern enorme Wettbewerbsnachteile gegenüber ihren Berufskollegen in den Nachbarländern. Denn Niederösterreich, Steiermark aber auch Oberösterreich sowie viele EU-Mitgliedsstaaten haben sich für Notfallzulassungen ausgesprochen. Ein Verbot der Beizung bedeutet mittelfristig einen massiven Rückgang des Zuckerrübenanbaus im Burgenland. Viele Rübenbauern werden den Anbau einstellen. Dadurch ist die gesamte Infrastruktur (Rübenplätze, Rübenerntemaschinen etc.) und somit der gesamte Rübenanbau im Burgenland massiv gefährdet. Das ist eine massive Schwächung der heimischen Landwirtschaft“, so Präsident Fröch abschließend.

 

 

 

 

 

 

 

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