Von der Alm in die Türkei: Österreichische Rinder auf grausamen Tiertransporten

Wien, 29. 11. 2018

Der VGT hat den Weg der österreichischen Rinder zurückverfolgt. Abgeordnete zum Europäischen Parlament fordern Transport-Stop.

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Laut Dokumenten heißen sie Minni, Baula oder Anna – allesamt Rinder aus Österreich, die in Kapitan Andreewo auf die Einreise in die Türkei warten. Die internationale Tierrechtsorganisation Eyes on Animals war im Juli vor Ort und hat erneut schreckliche Zustände dokumentiert.

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Trügerische Alm-Idylle
Wie der VGT jetzt durch Auswerten der Rinder-Ohrmarken aufdecken konnte, sind auch österreichische Rinder unter den Tieren, die den Sommer noch auf der Alm verbracht haben. Doch die Idylle trügt – im „Niemandsland“ zwischen der bulgarischen und türkischen Grenze gibt es für diese Tiere keinen Schutz mehr. Immer wieder sterben hier Tiere an Wassermangel oder an den Hitzefolgen. Dabei handelt es sich um trächtige Tiere, die – angekommen am Zielort – zeitnah ein Kalb zur Welt bringen, um für die Milchproduktion eingesetzt werden zu können.

Der Skandal
Über die Sommermonate stauen sich am Grenzübergang Kapitan Andreewo die Transporte mit Rindern aus der gesamten EU. Der Skandal: diese Transporte sind eigentlich illegal, denn der Schutz der Tiere müsste bis zum endgültigen Bestimmungsort sichergestellt sein. Das ist nicht der Fall – in Drittstaaten ist eine Rückverfolgbarkeit der Tiere und somit die Einhaltung des EU-Rechts nicht mehr möglich. Doch das interessiert die Behörden nicht.

„Über 100.000 Menschen haben unsere Petition für ein Ende dieser grausamen Tiertransporte unterzeichnet und fordern damit, dass Transporte, die länger als 8 Stunden dauern bzw. in Drittstaaten erfolgen, nicht mehr genehmigt werden sollen. Da österreichische Tierschutzbestimmungen in Ländern außerhalb der EU meist nicht eingehalten werden, ist es untragbar, dass Österreich in diese Länder exportiert – egal ob Zucht- oder Schlachtrinder. Dies steht klar dem Staatsziel Tierschutz der österreichischen Verfassung entgegen. Wir fordern die Bundesministerin Beate Hartinger-Klein dazu auf, diese 100.000 Unterschriften endlich entgegenzunehmen und sich für Verbesserungen einzusetzen“, so VGT-Campaigner Tobias Giesinger.

 

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