30 Jahre Vereinsgründung „Frauen für Frauen Burgenland“

Oberwart, 22. 11. 2018

Frauen für Frauen Burgenland feierte am vergangenen Mittwoch das 30jährige Gründungsjubiläum im Rahmen der Podiumsdiskussion „Wer braucht Frauen-, Mädchen- und Familienberatung?“ Was hat der Verein „Frauen für Frauen Burgenland“ bewirkt, was sind die gegenwärtigen Herausforderungen und zukünftigen Aufgaben?“.

 

fbo

Angeregt von Impulsvorträgen über die Bedeutung von Non-Profit Einrichtungen als Wirtschaftsbetriebe des Dritten Sektors der Gesamtwirtschaft (vgl. 5-Sektorenmodel der Gesamtwirtschaft von Luise Gubitzer, emert. Professorin der Wirtschaftsuniversität Wien) sowie über den Aktionsplan Frauengesundheit von Universitätsprofessorin Beate Wimmer-Puchinger diskutierten Hannah Steiner vom Netzwerk Österreichischer Frauen- und Mädchenberatungsstellen, Frauenlandesrätin Mag.a Astrid Eisenkopf und die AMS Landesgeschäftsführerin Mag.a Helene Sengstbratl über die Gewinne, die die Arbeit des Vereines als Anbieter hochwertiger Beratungsleistungen, Kurse und Veranstaltungen, als Dienstgeber für Frauen mit unterschiedlichen Qualifikationen aus und als wirtschaftlich relevanter Betrieb in der Region lukriert. Besprochen wurden auch die Konsequenzen bereits erlebter und jüngst angekündigter Budgetkürzungen. Gefordert wird eine solide, indexangepasste Basisförderung für die Frauen-, Mädchen und Familienberatungsstellen, als Erstkontaktstellen für viele Anliegen von Frauen und Mädchen und als bedeutende Einrichtungen zu deren Stärkung und für das Ringen um Geschlechtergerechtigkeit. Die jüngsten Zahlen im Hinblick auf Gewalt gegen Frauen zeigen, dass die angemessene Förderung unserer Einrichtungen unabdingbar ist und dass es eine zentrale Aufgabe (Zitat Luise Gubitzer in ihrem Beitrag) des Vereines ist, diese Finanzierung zu verlangen.

 

Weitere Informationen und Zahlen:

Frauen für Frauen Burgenland wurde im November 1988 gegründet. Damals hat sich eine Gruppe burgenländischer Frauen zusammengetan, zunächst um sich selber zu vernetzen, die eigenen Anliegen und Frauenthemen generell auszutauschen und diese Frauenfragen auch einer öffentlichen Diskussion zuzuführen. Die erste Frauenberatungsstelle des Landes seit 1989, zwei weitere in Güssing und Jennersdorf sowie das Frauenberufszentrum Oberwart und die Frida Frauenbibliothek machen die Erfolge von Frauen für Frauen Burgenland unübersehbar.

Die Anzahl der beratenen Frauen und Mädchen sowie der Gruppen- und Kursteilnehmerinnen ist während der 30 Jahre immer dann erkennbar gestiegen, wenn das Beratungs- bzw. Kursangebot erweitert werden konnte (Eröffnung der Frauen- und Mädchenberatungsstelle Güssing, Anerkennung als Familienberatungsstellen, Frauen- und Mädchenberatung Jennersdorf, Frauenberufszentrum, ESF-Projekte, Anerkennung von Jennersdorf als Familienberatungsstelle, Einrichtung der Informationsstellen für Frauen- und Mädchengesundheit im Projekt FEMININA). Sowohl das Wachstum an Angeboten als auch das Wachstum an Raum wurde jeweils sofort angenommen.

 

Im Vorjahr wurden im Südburgenland 5767 Einzelberatungskontakte für 2691 Frauen dokumentiert.

Beratungs- und Informationskontakte (telefonische Informationen und per Mail ohne Aufnahme von Daten) zusammen ergeben eine Zahl von über 13000.

 

Die Anzahl der Mitarbeiterinnen im Verein ist von einer Halbtagskraft auf 22 Mitarbeiterinnen, etwas mehr als 16 Vollzeitäquivalente, gestiegen. In allen drei Beratungsstellen arbeiten zehn Beraterinnen, drei Ärztinnen auf Honorarbasis (Sprechstunden im Rahmen von FEMININA) und eine Psychotherapeutin (1 Std./Wo im Rahmen der Familienberatung). Zusätzlich führen die juristischen Beraterinnen des Frauenreferates in enger Zusammenarbeit mit uns Beratungen durch.

Darüber hinaus beschäftigt der Verein fallweise externe Kursleiterinnen und Referentinnen.

 

„Frauen für Frauen Burgenland“ hat im Jahr 2017 fast € 962.000,– an EU-, Bund- und Landgeldern in die Region gebracht (Anteil des Landes € 72.600,–).

Davon hat der Verein fast € 360.000,– an Gehältern bezahlt. Frauen finanzieren mit ihrem – erwiesener Maßen – geringerem Einkommen regionale Infrastruktur in hohem Maße mit – Geschäfte im Ort, kleine Cafés, Friseurin im Ort…

Fast € 180.000,– gingen als DG-Beiträge an die Sozialversicherung, über € 43.000,– hat „Frauen für Frauen“ an Lohnsteuern bezahlt.

Etwa € 73.000,– sind für Honorare und sonstige Dienstleistungen (EDV) hauptsächlich in der Region ausgegeben worden, etwa € 133.000,– für Mieten, Betriebskosten und sonstige Sachkosten, alles zum überwiegenden Teil in der Region.

 

Das Frauenreferat der Burgenländischen Landesregierung fördert die Frauen-, Mädchen- und Familienberatungsstellen Oberwart und Güssing seit vielen Jahren mit einem Betrag von € 10.000,– pro Jahr. Seit etwa acht Jahren wird auch die Frauen-, Mädchen- und Familienberatung Jennersdorf mit diesem Betrag gefördert. Die Subvention ist nie indexangepasst worden, allerdings fließen durch Co-Finanzierungen (vier ESF-Projekte mit einem Gesamtvolumen von geschätzt € 300.000,– und das aktuelle landesweite Projekt „FEMININA – Frauengesundheit im Burgenland“) zusätzliche Gelder in die Beratungsstellen und erhöhen die Gesamtförderung durch das Land Burgenland in beachtlicher Weise. Bedeutende Förderinnen sind auch das AMS sowie das Frauen- und das Familienministerium. Auch die beiden letzteren subventionieren grundsätzlich seit vielen Jahren in derselben Höhe, also ohne Indexanpassung. Allerdings wurde die Förderung für die Frauenberatung Jennersdorf im Jahr 2017 seitens des Frauenministeriums verdoppelt. Das Familienministerium hat diese Beratungsstelle als Außenstelle für Familienberatung anerkannt und fördert sie seit 2017.

 

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