Jugendlandtag von Parteien entkoppeln

Eisenstadt, 22. 10. 2018

Seit dem Jahr 2007 wird der Jugendlandtag durchgeführt. Mindestens genauso lange hagelt es dafür auch viel Kritik an der Besetzung und am Ablauf. Verbesserungsvorschläge wurden vom Landtagspräsidenten bis dato nicht berücksichtigt. Aber auch die Ideen der Jugendlichen landen zur Gänze nur in der Schublade. „Genau das wollen wir ändern und fordern neuerdings eine Reform des Jugendlandtages“, so ÖVP-Jugendsprecher Patrik Fazekas und ÖVP-Klubobmann beim Jugendlandtag Sebastian Steiner.

 

övp
LAbg. Patrik Fazekas, BA, Jugendsprecher
Sebastian Steiner, ÖVP-Klubobmann beim Jugendlandtag

Der Jugendlandtag ist verstaubt und erfüllt nicht den Zweck, den er erfüllen sollte – nämlich Jugendlichen die Möglichkeit zu geben, Politik besser verstehen zu lernen. Anstatt einer breiten Gruppe an Jugendlichen demokratische Abläufe zu vermitteln, wird der Jugenlandtag jahrein, jahraus mit Spitzenfunktionären aus den politischen Jugendorganisationen besetzt. Das Hick Hack ist vorprogrammiert. Den besten Beleg dafür liefert die heutige Pressekonferenz von SPÖ, FPÖ und Grüne, wo die Jugendvertreter der ÖVP nicht einmal eingeladen wurden. Darüber hinaus schanzt sich die SPÖ das eigentlich freie Mandat von Gerhard Steier einfach zu. „Genau diese Missstände wollen wir ändern und fordern den Landtagspräsidenten erneut auf, hier endlich in die Gänge zu kommen und eine Reform des Jugendlandtages voranzutreiben“, betont ÖVP-Jugendsprecher Patrik Fazekas. Nach seinen Vorstellungen soll sich die Reform des Jugendlandtages am Jugendparlament des Nationalrates orientieren. Dort gewinnen die Jugendlichen einen Blick hinter die Kulissen der parlamentarischen Arbeit und werden nicht nach Parteizugehörigkeit, sondern nach Themen und Interessen besetzt. „Wir müssen den Jugendlandtag von den Parteien komplett entkoppeln und Schulen einladen teilzunehmen. Schülerinnen und Schüler sollen die Möglichkeit bekommen, persönlich zu erfahren, wie spannend die Aufgaben in der Politik sind. Mitzuerleben, wie die politische Arbeit funktioniert und selbst einmal die Rolle eines Politikers oder einer Politikerin einnehmen – das soll Jugendliche dazu ermuntern, auch Verantwortung in der Politik zu übernehmen“, so Fazekas, der eine Reformgruppe zum Jugendlandtag fordert.

 

Steiner: „Den anderen geht es nur darum, politisches Kleingeld zu wechseln“

 Sebastian Steiner wird die ÖVP-Klubomann-Agenden beim heurigen Jugendlandtag inne haben und zeigt sich irritiert über die Alleingänge von SPÖ, FPÖ und Grüne. „Ich habe überhaupt kein Verständnis für den Alleingang von SPÖ, FPÖ und Grüne, die ohne Ankündigung zu einem Pressegespräch bezüglich der Themen im Jugendlandtag geladen haben. Unsere Gesprächsbasis zu den anderen Fraktionen war beim Vorbereitungsseminar immer eine gute. Diese Vorgänge zeigen aber klar, dass es den drei Fraktionen nicht um die Sache geht, sondern darum, politisches Kleingeld zu kassieren“, so Steiner, der betont: „Wir sehen uns als Partner der Jugendlichen und wollen breite Beteiligung ermöglichen. Deswegen unterstütze ich den Vorschlag von Patrik Fazekas, den Jugendlandtag zu reformieren. Ein Orientierung an dem Jugendparlament im Parlament in Wien wäre hier sicher empfehlenswert. Trotz der Kritik sind sich die 11 Teilnehmer der ÖVP ihrer Verantwortung bewusst und werden Ideen für ein junges und modernes Burgenland einbringen. Mit Vorschlägen zu Mobilität, Arbeit, Bildung und der Förderung von behinderten Kindern und Jugendlichen werden die Jungabgeordneten der ÖVP die Herausforderungen beim Namen nennen und Position beziehen.

 

Bildung, Mobilität und Sozialpolitik als Schwerpunkte im Jugendlandtag

Bildung ist der Grundstein für den Erfolg und die Weiterentwicklung unserer Gesellschaft. „Wir setzen uns für das Fach politische Bildung ab der fünften Schulstufe ein. Im Rahmen dieses Faches sollen auch endlich, Schuldiskussionen im Burgenland ermöglicht werden“, so Steiner. Auch im Bereich der Lehre müssen Attraktivierungsmaßnahmen gesetzt werden. „Die Lehre ist ein Grundpfeiler der jungen Arbeitswelt. Die Lehre muss aufgewertet werden. Es darf nicht sein, dass Lehrlinge als einfache Hilfsarbeiter gesehen und eingesetzt werden. Die Lehre muss sie auf die Zukunft vorbereiten und ein spezielles Augenmerk auf digitale Lehrberufe legen. Ein entscheidender Punkt zur Aufwertung wäre die Einführung einer Mindestlehrlingsentschädigung. Außerdem soll das aktive Wahlalter auf Betriebsratsebene auf 16 Jahre heruntergesetzt werden“, ist Steiner überzeugt. Neben den Inhalten rund um den Themenkomplex Bildung befasst sich der Jugendlandtag auch mit der Mobilitätsituation von Jugendlichen im Burgenland. „Wir wollen das Mobilitätsangebot für Jugendliche attraktivieren. Nicht nur die Verbindungen zu den angrenzenden Bundesländern und Ballungszentren sollen gestärkt werden, sondern auch der Mikroverkehr innerhalb des Burgenlandes muss ausgebaut werden“, fordert Steiner, der darüber hinaus auch auf den sozialen Themenschwerpunkt beim heurigen Jugendlandtag hinweist. Konkrekt geht es um die Unterstützung von Kindern und Jugendlichen mit einer Behinderung.

 

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