Borkenkäferbilanz 2018

Rechnitz, 19. 10. 2018

Burgenländische Wälder – Kontrolle als wesentlicher Faktor

 

Landesrätin Verena Dunst: Größtmögliche Pflege als wirksamstes Mittel gegen Zunahme der Borkenkäferpopulation

In einigen Waldregionen Österreichs – speziell im Wald- und Mühlviertel oder auch in Teilen der Steiermark und Salzburgs – verursachten die Borkenkäfer im heurigen Jahr Schäden von massivem Ausmaß. Ausschlaggebend für diese Massenvermehrung war die verminderte Vitalität der Fichtenwälder infolge Trockenheit und Klimaerwärmung. „Das Burgenland war von dieser katastrophalen Entwicklung in diesem Jahr nicht betroffen. Dennoch wurde – so wie in den Vorjahren – an vielen Orten ein regionaler einzel- und gruppenweiser Befall durch Käfer festgestellt. Das Schadholz wird sowie im Vorjahr nach derzeitigen Schätzungen ca. 100.000 fm oder 12% des Gesamteinschlags betragen. Deshalb kann auch für das nächste Jahr bezüglich Käfergefahr keinesfalls eine Entwarnung gegeben werden. Die Waldeigentümer, und hier vor allem die Eigentümer kleinerer Einheiten, sind deshalb aufgefordert, ihre Wälder zu begehen und befallene Stämme noch vor dem Frühjahr zu entnehmen. Dadurch kann der Infektionsdruck für das nächste Jahr vermindert werden“, betonte Agrarlandesrätin Verena Dunst im Rahmen einer Pressekonferenz in Rechnitz hinsichtlich der aktuellen Borkenkäfersituation in den burgenländischen Wäldern.
Die relativ günstige Situation im Burgenland ist auf die Bemühungen der Forstbehörden, aber auch auf die politischen Hilfestellungen zurückzuführen. Dunst dazu: “Die Forstbehörden in den drei südlichen Bezirken waren auch in diesem Jahr besonders gefordert. Es gingen laufend Anzeigen der Forstaufsichtsorgane und besorgter Waldeigentümer ein, die rasch weiterverfolgt werden mussten. Bereits seit dem Jahr 2016 laufen im Burgenland aber auch sehr erfolgreich drei Projekte zur Bekämpfung der Borkenkäfer. Im Rahmen des ELER-Förderprogramms wurden dafür im Jahr 2018 kofinanzierte Geldmittel in der Höhe von 150.000 Euro zur Verfügung gestellt. Davon wurden 98.000 Euro für Maßnahmen und Projekte zur Vorbeugung und Bekämpfung der Käfer genehmigt.“
Projektziele sind die Beratung der betroffenen Waldeigentümer, die Organisation von Bekämpfungsmaßnahmen sowie die aktive Unterstützung bei der Schadholzaufarbeitung und -vermarktung. Die Vorlage von ca. 500 Fangbäumen bei verschiedenen Waldeigentümern, das Aufstellen von 302 Stück Käferfallen und mehr als 1000 Beratungsgespräche mit Kleinwaldbesitzern bezüglich Bekämpfungserfordernis, die Käferholzentnahme und Vermarktung von ca. 45.000 fm Schadholz standen dabei im Mittelpunkt. Diese Projekte stellen bei der Käferbekämpfung mit der zusätzlichen Bereitstellung von Fachpersonal eine wichtige Unterstützung für die Waldeigentümer und auch für die Forstbehörden dar. „Saubere Waldwirtschaft bedeutet, die Entnahme der kranken Exemplare und das Unschädlichmachen von brutfähigem Material. Die aktiven Bekämpfungsmöglichkeiten durch Fangbäume und Fallen sind auf die Sommermonate, also auf die Flugzeit der Käfer, beschränkt. In der kalten Jahreszeit überwintern die Käfer unter der Rinde oder im Boden. Die Hauptaufgabe besteht deshalb derzeit darin, befallene Stämme aus dem Wald zu entfernen“, so Dunst.

 

 

 

 

 

 

 

 

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