Wenn die Frauen gehen, dann stirbt das Land.

Eisenstadt, 15. 10. 2018

15. Oktober – Internationaler Tag der Frauen im ländlichen Raum

Die GRÜNEN fordern eine gezielte Politik zur Stärkung der Frauen in ländlichen Regionen. Anlässlich des heutigen internationalen Tages der Frau im ländlichen Raum weist Regina Petrik, Landessprecherin der GRÜNEN, auf die fortschreitende Abwanderung junger Frauen hin: „Wenn die Frauen gehen, dann stirbt das Land. Mit der Abwanderung vor allem von jungen Frauen muss sich die Politik auseinandersetzen und dafür Sorge tragen, dass die beruflichen Chancen und die persönliche Entfaltung am Land gestärkt werden.“ Als wesentliche Grundlagen dafür sieht sie die Sicherstellung der Nahversorgung und der Kinderbetreuung, der Ausbau des öffentlichen Verkehrs und des Breitband-Internets sowie den Widerstand gegen verkrustete Rollenbilder.

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„Die Lebens- und Arbeitspraxis von Frauen in den ländlichen Regionen braucht wesentlich mehr Aufmerksamkeit. Zu stark haben sich die Bedingungen dort geändert. Auch wenn Mädchen und Frauen heute selbstbestimmter leben, so sind die Rollenvorgaben im ländlichen Raum immer noch restriktiver als in der Stadt“, wird Regina Petrik, Landessprecherin der GRÜNEN, nicht müde aufzuzeigen. „Es ist kein Zufall, dass vor allem gut gebildete junge Frauen in die städtischen Regionen abwandern.“

Frauen, die in ländlichen Regionen leben, würden ihren Beitrag für Wirtschaft und Gesellschaft mit einer großen Selbstverständlichkeit leisten, meint Petrik, die gesellschaftliche Anerkennung dafür bleibe dabei aber aus. Dabei seien es oftmals Frauen, die in den ländlichen Regionen Vorreiterinnen bei der Umsetzung eines nachhaltigen und gesunden Lebens sind.

Leistungen müssen sichtbar gemacht und geehrt werden

Um besondere Verdienste von Frauen in ländlichen Regionen vor den Vorhang zu holen, haben die GRÜNEN heuer die Projektleiterinnen der im Auftrag des Landes neu gegründeten Burgenländischen Zentren für Frauen- und Mädchengesundheit zur Ehrung durch das Land Burgenland vorgeschlagen. Die in allen sieben Bezirken angesiedelten FemiNina-Zentren stellen eine wichtige gesellschafts- und gesundheitspolitische Innovation dar. Sie tragen der Tatsache Rechnung, dass Frauen auch in gesundheitlichen Belangen in Forschung und Praxis noch immer mit Benachteiligungen konfrontiert sind. Regina Petrik sieht in diesem Projekt mehr als eine Alltagshilfe für Frauen: „Die noch immer von traditionellem Rollendenken eingeschränkten Möglichkeiten, mangelhafte Mobilität und fehlende berufliche Entfaltungschancen prägen die Lebenswirklichkeit von Frauen und Mädchen in unserer Gesellschaft, vor allem im ländlichen Raum. Gerade solche Projekte sind es, die die Entwicklung hin zu echter Chancengleichheit von Frauen und Männern im Burgenland vorantreiben. Sie haben unschätzbaren Wert für unsere freie, demokratische Gesellschaft selbstbestimmter Menschen. Darum bin ich den Initiatorinnen und allen Mitarbeiterinnen dieses Projekts besonders dankbar für ihr Engagement.“

Politik muss Rahmenbedingungen gegen Abwanderung schaffen 

Mit der Abwanderung von vor allem jungen Frauen muss sich die Politik auseinandersetzen und dafür Sorge tragen, dass die beruflichen Chancen und die persönliche Entfaltung am Land gestärkt werden. Die GRÜNEN haben ein klares Ziel, das Regina Petrik so beschreibt: „Frauen quer durch alle Einkommens- und Bildungsschichten sollen im ländlichen Raum ein Leben in Selbstbestimmung und -entfaltung führen können. Für Frauen mit Behinderungen gilt dies ebenso, ihnen müssen Unterstützungsmaßnahmen wie z.B. die persönliche Assistenz zur Verfügung gestellt werden. Ich will, dass Frauen in den Regionen mit ihren Leistungen sichtbarer und zunehmend in Entscheidungspositionen eingebunden werden, auch in der Politik.“

 

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