Pflege: Jetzt handeln statt reden!

Eisenstadt, 27. 8. 2018

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„Dialog Pflegen hat zwei Dinge klar ans Licht gebracht: Dass die Pflegefachkräfte großartiges leisten und dass die Sozialdemokratie die bekannten Probleme einfach nicht in den Griff kriegt“, zieht Landesparteiobmann Thomas Steiner gemeinsam mit dem Obmann des Burgenländischen Hilfswerkes, Oswald Klikovits, Resümee über seine bisherigen Gespräche mit Organisationen, pflegende Angehörigen und Mitarbeitern. Der Vorwurf: Das Land, respektive die SPÖ, weiß zwar was notwendig ist, bleibt aber untätig. Steiner dazu: „Das belegen die Zahlen. Hier wird die Wahrheit verdrängt und die Betroffenen im Stich gelassen.“  

Seit Anfang Sommer läuft der „Dialog Pflegen“ der Volkspartei. Hauptthema ist und war nach wie vor der eklatante Fachkräftemangel im Pflegebereich. „Das ist für niemanden etwas Neues. Doch von der SPÖ wird nichts dagegen getan“, so Steiner.

Warum stockt das Land trotz Pflegekräftemangel die Ausbildungsplätze nicht weiter auf?

„Die Sozialdemokratie verschleppt und verschlampt das Thema seit Jahren und nimmt sich selbst gar nicht ernst. Denn wenn sie sich ernst nehmen würde, dann würde sie sich an die eigenen Zahlen halten und wir hätten jetzt weniger Probleme“, so Steiner. Abgesehen davon, dass die Fertigstellung des Pflegebedarfsplans für 2018 zum zigten Mal verschoben wurde, hinkt Darabos jetzt schon seinen eigenen Zahlen hinterher. Denn im jetzt gültigen BEP[1] steht als Ziel für Ende 2017 die Anzahl von 2.219 Betten in Pflegeheimen. Tatsächlich gibt es im Burgenland aktuell nur 2.045[2] Pflegebetten“, so Steiner, der ebenfalls betont, dass zum Zeitpunkt des BEP die Abschaffung des Regress noch keine Rede war.

Warum wurden vom Land 174 Betten weniger vom Land errichtet, als das Land selbst für 2017 als Bedarf ausgerechnet hat?

Auch in anderen, offiziellen Berichten gibt es ein Zahlenchaos. Im Gesundheitsbericht 2017 ist die Rede vom Anstieg bei den betreuten Personen in den Mobilien Diensten seit 2011 um ca. 13 Prozent, im Sozialbericht 2013/2014 – der aus 2015 stammt und somit bei Erstellung des Gesundheitsberichtes schon bekannt war – wird aber darauf hingewiesen, dass Mobilen Dienste 2013 zurück gefallen sind auf das Niveau von 2006. Als einer der Gründe werden die „hohen Tarife“ als „massive Nachfragebremse“ angeführt.

„Wir haben im Vergleich die höchsten Selbstbehalte für niedrige Einkommen. Denn wir sind das einzige Bundesland in dem die Hofratswitwe genauso viel zahlt wie die Mindestpensionistin. Das kann’s nicht sein“, so Steiner. Abgesehen davon wird im Gegensatz zur 24-Stunden-Betreuung die Mobile Hauskrankenpflege nicht annähernd so hoch gefördert.

Warum hat das Land die selbst erkannten „zu hohen“ Selbstbehalte bei der Mobilen Hauskrankenpflege nicht gesenkt oder dem Einkommen bzw. der Pflegestufe angepasst?

„Verdrängen statt anpacken und verändern – das ist das offensichtliche Motto der Sozialdemokratie. Damit glauben sie die Pflegebedürftigen, die Fachkräfte, Organisationen und die pflegenden Angehörigen zum Narren halten zu können“, so Steiner.

Klikovits: Politik ignoriert drohenden Pflegenotstand

Längst überfällige Maßnahmen definiert auch Hilfswerk-Chef Klikovits, der gemeinsam mit seinen Mitarbeitern jeden Tag gegen fatalen Auswirkungen der Untätigkeit des Landes kämpfen muss: „Wenn nicht bald Taten den Versprechungen folgen, dann ist ein Pflegenotstand nicht mehr zu verhindern.“

„Seit Jahren fordern wir die Politik auf, endlich unseren Forderungen nach verstärkten Mitteln für die mobile Hauskrankenpflege, Hospiz- und Palliativpflege sowie flexibler Pflegeangebote nachzukommen. Sowohl das Hilfswerk als auch andere Pflegeeinrichtungen leiden unter eklatantem Personalnotstand, was die Politik bis heute mit Wegschauen leider ignoriert“, so Klikovits.

Es sei bereits 10 nach 12, die Studie des Sozialministeriums bestätigt eindeutig, dass aufgrund der aufgezeigten Missstände nun seitens der Politik anstatt leerer Worthülsen Taten gesetzt werden müssen.

Vorschläge wie

  • die Anpassung des Pflegegeldes
  • verstärkte Ausbildungsangebote und Kampagnen für Pflegeberufre,
  • kostenlose Ausbildung für alle Pflegeberufe und die Einführung der Pflegelehre
  • sowie gezielte Kurse für die pflegenden Angehörigen durch professionelles Pflegepersonal

müssen so rasch wie möglich umgesetzt werden, fordert Klikovits.

[1] Pflege Bedarfs- und Entwicklungsplan für 2016/17

[2] Quelle: Website des Landes Burgenland, August 2018

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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