Grüne zu: Keine Lehre für Asylwerber

Eisenstadt, 27. 8. 2018

Ein Schlag für Unternehmen, Asylwerber und deren Betreuerinnen

Verärgert über die Entscheidung der Bundesregierung, jenen Erlass außer Kraft zu setzen, der es AsylwerberInnen bis 25 Jahre ermöglicht, eine Lehre zu machen, ist die Landessprecherin der GRÜNEN, Regina Petrik: „Diese Entscheidung ist ein Schlag für viele österreichische Unternehmen, die auf diese Lehrlinge angewiesen sind. Denn eine Zulassung gibt es nur in Mangelberufen, wo sich zu wenige österreichische Lehrlinge finden. Sie ist auch ein Schlag ins Gesicht aller, die sich um eine sinnvolle Nutzung der Wartezeit während eines Asylverfahrens bemühen.“

Der von der FPÖ immer wieder eingebrachte Einwand, die Möglichkeit einer Lehrausbildung würde weitere Flüchtlinge anziehen, wird durch die Fakten widerlegt: Seit zwei Jahre sinken die Zahlen an Asylansuchen, von einem Anziehungseffekt kann also nicht die Rede sein. Jeder ausgebildete Asylwerber, der noch zwei weitere Jahre im Ausbildungsbetrieb arbeiten könne, wäre ein Hilfe für die Unternehmen, die unter Fachkräftemangel leiden. Dieses Modell ist aber auch eine gute Grundlage für einen Asylwerber, wenn er letztlich doch abgeschoben werden muss, denn alles, was er sich hier beruflich aneignet, kann er im Heimatland einsetzen, zum Beispiel für den Wiederaufbau.

Die GRÜNEN hatten im Juni im Burgenländischen Landtag einen Antrag auf Unterstützung von „Ausbildung statt Abschiebung“ eingebracht. Dieser wurde von allen anderen Parteien zurückgewiesen, auch von der SPÖ, die im Burgenland in dieser Sache die Linie der FPÖ einnimmt. Laut Meinungsumfragen stimmen aber rund 70% der Bevölkerung diesem Anliegen zu.

Petrik weiter: „Die Bundesregierung hat eine klare Linie, sie will Flüchtlinge der Bevölkerung generell als Gefahr verkaufen, um ein Feindbild aufrecht zu erhalten. Daher ist ihr Integration und sinnvolle Nutzung der Wartezeit in einem Asylverfahren auch gar kein Anliegen, ja sie wirkt sogar dagegen. Denn dies würde ihrer Geschichte entgegenwirken und sie als schlichtweg falsch entlarven. Die Entscheidung, Asylwerbern den Zugang zu einer Lehre zu verweigern, ist für mich ideologiegetrieben und unternehmerfeindlich.“

grüne

 

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