Anerkennung der Leistungen pflegender Angehöriger

Wien, 14. 8. 2018

Ingrid Korosec, Präsidentin des Seniorenbundes und Vorsitzende des Seniorenrates, begrüßt den Vorstoß von Alfred Riedl, Präsident des Gemeindebundes, Menschen, die Angehörige pflegen, besser zu unterstützen.

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Ingrid Korosec, Präsidentin des Seniorenbundes und Vorsitzende des Seniorenrates

„Besonders Frauen können oft nur Teilzeit oder gar nicht arbeiten, wenn sie Angehörige pflegen“, meint Korosec. Dadurch kommt es nicht nur zur Einkommenseinbußen im Erwerbsleben sondern auch zu geringeren Pensionen. Die Gefahr der Altersarmut, die bei Frauen deutlich höher liegt als bei Männern, steigt dann weiter an.

Da mehr als 80% der Pflegebedürftigen zuhause versorgt werden, würde ohne die Betreuung innerhalb der Familie das Pflegesystem zusammenbrechen, weiß die Gesundheitsexpertin: „Dieser Beitrag zum Funktionieren der Gesellschaft gehört entsprechend honoriert. Es geht nicht, dass diese unentgeltlich geleistete Arbeit dann auch noch in die Armut führt“.

Auch im Alter oder bei Krankheit weiter in den eigenen vier Wänden leben zu können, wünschen sich fast alle Betroffenen. Davon abgesehen handelt es sich dabei um die kostengünstigste Form der Pflege. Ein Platz im Pflegeheim kostet zwischen 3.000 und 5.000 € im Monat. Pflege zuhause spart dem österreichischen Sozialsystem monatlich Millionen, rechnet Korosec vor. Riedls Idee, ab Pflegestufe 4 Pflegezeiten als echte Versicherungsjahre auf die Pension anzurechnen, empfindet sie daher als gerechten Ausgleich für erbrachte Leistungen, die wesentlich zum Funktionieren der Gesellschaft beitragen.

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