NR Preiner: Dürre, Trockenheit und Futtermangel – die Hitze setzt der Landwirtschaft extrem zu

Wien, 13. 8. 2018

„Keine andere Branche ist dem Klimawandel so direkt ausgesetzt, wie die Landwirtschaft. Es besteht die dringende Notwendigkeit nach einer Umstellung. Die Landwirtschaft benötigt viel Wasser; Pflanzen, die weniger intensiv bewässert werden müssen und dennoch gute Erträge liefern, sind ein wichtiges Ziel der gentechnikfreien Pflanzenzüchtung. Bis zu neuen dürretoleranten Pflanzensorten ist es ein weiter, schwieriger Weg, der gefordert und gefördert werden muss!“, so PREINER.

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Bgm. NR Erwin Preiner

Massiv betroffen von der Hitze ist auch das Grünland, vor allem Vorarlberg, Tirol, Kärnten und das Burgenland. Es gibt nicht genügend Graslandflächen für das Vieh und gleichzeitig zu wenig Heu zum Einlagern, was die Preise für Futterheu in die Höhe treibt.

Borkenkäfer fühlen sich bei hohen Temperaturen besonders wohl, was einen immer stärker werdenden Befall der österreichischen Wälder bringt. Für vom Borkenkäfer befallenes Holz ist der Preis 50 % niedriger als für gesundes.

Mit weniger Energie und knapper werdenden natürlichen Ressourcen wie Wasser und Böden muss die Landwirtschaft im Jahr 2050 ca. zehn Milliarden Menschen weltweit ernähren, und soll Energiepflanzen und Biomasse für die Chemieindustrie erzeugen. Gleichzeitig müssen die Umweltbelastungen aus der Landwirtschaft deutlich verringert werden, damit sie nicht ihre eigenen ökologischen Grundlagen zerstört. Dies kann nur gelingen, wenn die Landwirtschaft der Zukunft in die natürlichen ökologischen Systeme eingebunden wird; nur eine solche nachhaltige Landwirtschaft kann den Konsumenten qualitativ hochwertige Lebensmittel, den Bauern das Auskommen mit dem Einkommen sichern.

„Die industrielle Landwirtschaft, der Weg der Agrarkonzerne, der von der Bundesregierung unterstützt wird, führt in eine Sackgasse. Die in den letzten Jahrzehnten angewandten Methoden der Produktivitätssteigerung, vor allem der stark gestiegene Einsatz von Mineraldünger und Pestiziden, haben die Umwelt schwer geschädigt. Ein Umdenken ist daher JETZT erforderlich! Es ist 5 vor 12, da die Herausforderung der Lebensmittelindustrie weltweit und auch in Österreich gewaltig ist“, so der SP-Agrarsprecher.

„Wir brauchen daher endlich ein wirksames Pestizidreduktions- und Bienenschutzprogamm. Bei beidem ist das sogenannte Nachhaltigkeitsministerium sträflich säumig. Zahlreiche Studien und der Weltagrarbericht zeigen, dass der Bio-Landbau auch für eine wachsende Weltbevölkerung genügend Lebensmittel erzeugen kann. Nachhaltigkeit darf nicht zum Schlagwort verkommen!“, schließt PREINER, der einen rascheren Ausbau der Biolandwirtschaft in Österreich auf 35 % im Jahr 2025 fordert.

 

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