Ein schwungvoller „Barbier“ auf Schloss Tabor

Neuhaus, 2. 8. 2018

Die komödiantische Oper „Der Barbier von Sevilla“ von Gioacchino Rossini überzeugte das begeisterte Premierenpublikum mit viel Tempo, geschliffenem Humor und Situationskomik.

jopera

Als diesjähriges Highlight des jOPERA jennersdorf festivalsommers wird Rossinis Oper als Feuerwerk an schwungvoller Musik und darstellerischer Brillanz gezeigt. Die junge Sopranistin Andreja Zidaric aus Maribor überzeugte in der Rolle der Rosina als gesangliches und schauspielerisches Nachwuchstalent mit Witz und Charme. Zu ihren strahlenden Höhen setzten Michael Eder als Bartolo mit kraftvollem Bass und komödiantischer Ader und Denis Milo als spielfreudiger Figaro mit durchschlagskräftiger Stimme einen würdigen Kontrapunkt. Der junge Brasilianer Gustavo Quaresma Ramos gab einen charmanten und geschmeidigen Grafen Almaviva, Roman Astakhov  mit profunder Tiefe den Basilio und – eine Besonderheit – sein Sohn Stefan Astakhov den jungen Fiorello, den Diener des Grafen. Christa Ratzenböck brillierte als Berta, die in einer fulminanten Einlage die Hüllen fallen ließ.

Unter dem Dirigat des erst 29jährigen Schweden Emil Eliasson bildete die Junge Philharmonie Brandenburg mit viel jugendlichem Elan ein wunderbares Fundament für die gesanglichen Leistungen der Solistinnen und Solisten. Wie bereits seit einigen Jahren werden die Solisten auch heuer vom jOPERA Ballett (Lucie Horná, Almudena Ballesteros Parejo und Dominik Vaida) unter der anspruchsvollen Choreografie von Zaida Ballesteros Parejo und vom Philharmonia Chor Wien unterstützt.

Die unter der Regie von Peter Pawlik erarbeitete deutsche Dialogfassung des „Barbier“ punktet mit präziser Figurenzeichnung und bietet zu den musikalischen Highlights ein kurzweiliges, spritzig-charmantes Vergnügen, das Opernkenner wie auch Opernneulinge in ihren Bann zieht. Heuer ein besonderer Augenschmaus: Die Kostüme von Anna-Sophie Lienbacher, die vor der reduziert-abstrakten Bühnenkulisse von Thomas Kurz den eigenwilligen Charakteren Lebendigkeit und Raffinesse verleihen.

Unter der Intendanz von Dietmar Kerschbaum, seit kurzem künstlerischer Leiter des Brucknerhauses Linz, entwickelte sich der jOPERA jennersdorf festivalsommer in den letzten 15 Jahren zu einem international beachteten Opernfestival, das Publikum aus nah und fern ins wunderschöne und romantische Schloss Tabor im Südburgenland lockt. Einmal mehr beweist Kerschbaum sein Gespür für Inszenierung mit der diesjährigen Produktion. Rossinis funkensprühende Musik, seine einprägsamen Melodien und mitreißenden Rhythmen eroberten nach der Uraufführung 1816 die Opernhäuser weltweit. Und zu Recht, wie die Open Air-Inszenierung auf Schloss Tabor inmitten der idyllischen Landschaft des Südburgenlandes zeigt: Musikalische Brillanz und hohes schauspielerisches Niveau garantierten einen unterhaltsamen Opernabend.

Die zahlreich vertretene Prominenz genoss den Opernabend. Darunter: LR Hans Peter Doskozil, LR Verena Dunst, LR Astrid Eisenkopf, ORF Direktor Werner Herics, Klaviervirtuosen Johannes und Eduard Kutrowatz, Bildungsdirektor Heinz Josef Zitz, Vossen Chef Werner Blohmann, Hotelier Hans Haberl und viele mehr.

jOPERA jennersdorf festivalsommer: Der Barbier von Sevilla von Gioacchino Rossini auf Schloss Tabor in Neuhaus/ Klausenbach. Weitere Vorstellungen: Sa 4. Aug, So 5. Aug, Mi 8. Aug, Fr 10. Aug, Sa 11. Aug, So 12. Aug 2018, jeweils um 20:00 Uhr.

Kartenvorverkauf unter 03329/430 37 (Kartenbüro jOPERA jennersdorf festivalsommer).

 

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