OSG-Projekt „Die Erbse“ in Bruckneudorf verbindet Modernes mit Tradition

Bruckneudorf, 20. 7. 2018

Die Oberwarter Siedlungsgenossenschaft, kurz OSG genannt, leistet als größte Baugenossenschaft des Burgenlandes einen großen und wertvollen Beitrag zur hohen Lebensqualität und ist ein wichtiger Impulsgeber für die heimische Wirtschaft. Die OSG ist aber auch ein wichtiger Partner von „Wir bauen Burgenländisch“, einer Initiative von Landeshauptmann Hans Niessl, durch die Wertschöpfung und Arbeit im Land bleiben sollen. Jeder 10. Burgenländer wohnt heute in einem OSG-Bau. Besonders in Bruckneudorf ist die OSG sehr aktiv. In der Großgemeinde gibt es 534 Wohnungen der OSG, in der knapp 1.200 Menschen leben. Auch die größte von den OSG – jemals als Einzelbauvorhaben – errichtete Wohnhausanlage mit mehr als 100 Wohnungen und einem Bauvolumen von knapp 15 Millionen Euro befindet sich in Bruckneudorf.
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„Die OSG ist damit ein wichtiger Motor für die heimische Wirtschaft und für die Sicherung von Arbeitsplätzen. Wie bereits bekannt ist, hat die OSG das Areal der ‚Erbse‘ im Zentrum von Bruckneudorf erworben. Beabsichtigt ist nun, dass die ursprüngliche Erbsenfabrik in eine Volksschule, die den Anforderungen der wachsenden Großgemeinde entspricht, umgebaut wird. Weiters sind – im Bereich der Gärtnergasse – Reihenhäuser geplant, wobei der 1. Bauabschnitt mit 14 Häusern schon knapp vor dem Baubeginn steht. Insgesamt sollen in Bruckneudorf ca. 200 Wohnungen, aber auch Geschäfte, Büros und idealerweise auch Lokale entstehen. An dieser Stelle möchte ich der Gemeinde Bruckneudorf, aber auch der OSG zu dieser Kooperation, zu diesem nachhaltigen Wohn-Konzept, zu diesem Musterprojekt herzlich gratulieren“, so Landeshauptmann Hans Niessl in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit OSG-Vorstand KommR Dir. Dr. Alfred Kollar und Bürgermeister Gerhard Dreiszker in Bruckneudorf. Österreich verbaut jährlich 0,5 Prozent seiner Fläche für neue Einkaufszentren, Industriegebiete und Wohnflächen. Niessl dazu: „Was dabei ein noch viel größeres Problem darstellt, ist die tägliche Neuverbauung von rund 20 Hektar an Äckern und Wiesen während der letzten Jahre. Dem gegenüber stehen laut Erhebungen des Umweltbundesamtes 40.000 Hektar leerstehende Industrie-, Gewerbe- und Wohnimmobilien. Es freut mich deshalb sehr, dass die OSG und die Gemeinde Bruckneudorf Verantwortung gegenüber nachkommenden Generationen übernehmen und mit unseren Böden sorgsam umgehen.“

Aber nicht nur in Bruckneudorf, sondern auch insgesamt gesehen ist die Oberwarter Siedlungsgenossenschaft (OSG) ein Österreichweites Best Practice Beispiel, dass diesen Weg – Bauen in gewachsenen Strukturen, mit vorhandener Infrastruktur, auf ehemaligen Gewerbe- und/oder Industrieflächen – bereits vor Jahren eingeschlagen hat und der mittlerweile zur Strategie wurde. So entsteht derzeit beispielsweise in Bruckneudorf mit 102 Wohnungen die größte Wohnanlage, die die OSG jemals als Einzelbauvorhaben errichtet hat. Gebaut wird im Zentrum des Ortes, auf dem Areal einer ehemaligen Autowerkstätte. Aufgrund der außergewöhnlich guten Nachfrage wurde nun im unmittelbaren Nahbereich mit der „Erbse“ ein ehemaliges Fabrikgelände mit einer Größe von mehr als 41.000 m2 gekauft, auf dem mit einem Investitionsvolumen von 40 bis 45 Millionen Euro die Errichtung einer Volksschule, von weiteren Wohnungen, von Reihenhäusern und auch von Gewerbeflächen angedacht ist. Dazu KommR Dr. Alfred Kollar, Obmann OSG: „Auch das neue OSG-Büro in Neusiedl am See, das inmitten einer großen Wohnanlage steht, befindet sich auf einem Grundstück, das ehemals als Fabrik, nämlich als Konservenfabrik, genutzt wurde. Eine Vielzahl von in den letzten Jahren derart entstandenen, entwickelten oder in der Projektphase befindlichen Bauvorhaben unterliegt dieser Firmenphilosophie.“

Ein weiterer wichtiger Impulsgeber für die heimische Wirtschaft, aber auch für die hohe Lebensqualität ist die Burgenländische Wohnbauförderung. Primäres Ziel war und ist dabei, allen BurgenländerInnen leistbares Wohnen in hoher Qualität zu ermöglichen. Die Wohnbauförderung trägt aktiv dazu bei, dass die Menschen im Land bleiben, dass junge Familien nicht abwandern, sondern ihren Lebensmittelpunkt weiterhin in ihrer Heimat-region haben. „Faktum ist, dass die Wohnpreise im Burgenland im Bundesländervergleich am niedrigsten sind. Das wird durch Studien immer wieder bestätigt. Einen wesentlichen Beitrag dazu leistet auch die Wohnbauförderung. In den vergangenen 5 Jahren wurden rund 15.000 Wohneinheiten gefördert. Heuer stehen für die Wohnbauförderung im Burgenland mehr als 121 Millionen Euro bereit. Wir haben schon bisher, wie beispielsweise mit ‚Junges Wohnen‘, ‚Sicheres Wohnen‘ oder mit der Wintersanierungsoffensive, die bis Ende April gelaufen ist, mit der Wohnbauförderung gezielt Schwerpunkte gesetzt“, betonte der Landeshauptmann.

Das Burgenland ist in vielen Bereichen das Wohnland Nummer 1. „Das sind wir weiterhin beim Wohnungsbau. Aber beim Bau von Einfamilienhäusern mussten wir erkennen, dass der Trend in die falsche Richtung geht, dass immer weniger Einfamilienhäuser gefördert werden. Das Burgenland hat sich einmal einen Namen als das ‚Land der Häuslbauer‘ gemacht. Genau dort wollen wir mit der Novelle des Wohnbauförderungsgesetzes, die im September dieses Jahres in Kraft tritt, wieder hin. Daher haben wir die Einkommensgrenzen angehoben, um vermehrt den Mittelstand anzusprechen. Das höchstzulässige Jahreseinkommen netto beträgt derzeit 62.500 Euro. Künftig wird es 68.000 Euro betragen. Auch die Grundförderung wird angehoben und gestaffelt. Zum Beispiel bei einer Wohnnutz-Fläche von bis zu 150 m² von derzeit 40.000 Euro auf 51.000 Euro. Auch der Kindersteigerungsbetrag wird erhöht. Der soziale Aspekt bleibt auf jeden Fall erhalten. Daher wird es auch einen Sozialzuschlag in der Höhe von maximal 15.000 Euro für Bezieher kleiner Einkommen geben“, so Niessl abschließend.

 

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