Pendler werden zum Arbeitszeit-Freiwild!

Eisenstadt, 28. 6. 2018

spö
Bgm. NR Erwin Preiner

„Das Burgenland ist bundesweit das stärkste Auspendler-Land. 40 Prozent aller burgenländischen Erwerbstätigen, das sind rund 50.000 Menschen, müssen, um zur Arbeit zu kommen, das Bundesland verlassen. PendlerInnen aus dem Burgenland haben mit Abstand die weitesten Pendeldistanzen, 15 % pendeln wöchentlich, 85 % allerdings täglich. Das sind ungeschönte Tatsachen für burgenländische ArbeitnehmerInnen“, so SP-Mandatar PREINER am Vortag der Sondersitzung :„12-Stunden-Tag und 60-Stunden-Woche im Auftrag der ÖVP-Großspender – So nicht, Herr Bundeskanzler!“ im Parlament.

„Die Burgenländer leisten pro Jahr 7,9 Millionen Mehr- und Überstunden, davon 1,65 Millionen unbezahlt. Mit dem 12-Stunden-Tag würden nicht nur 1,65 Millionen Mehr- und Überstunden nicht ordentlich bezahlt werden, sondern alle 7,9 Millionen – allein im Burgenland. Es muss uns klar sein: Der 12-Stunden-Arbeitstag wäre das Aus für Überstunden-Zuschläge. Damit würden die burgenländischen Arbeitnehmer 45 Millionen Euro pro Jahr verlieren. Das ist inakzeptabel!“, so PREINER weiter.

Die 60-Stunden-Woche ist ein Anschlag auf die Geldbörsen, die Lebensqualität und die Gesundheit der burgenländischen Pendler – sie werden zum Arbeitszeit-Freiwild, das bei einem NEIN zum längeren Arbeitstag um den Arbeitsplatz fürchten muss.

Der völlige Wegfall der Planbarkeit von „flexiblen“ und längeren Arbeitszeiten, die einem Pendler bzw. einer Pendlerin von einem Tag auf den anderen abverlangt werden können, stellt den größten Rückschritt seit langem dar. Denn:

• Viele burgenländische PendlerInnen werden wieder zum Umstieg auf das Auto gezwungen sein -> erhebliche Erschwernis des Anfahrtsweges und eine finanzielle Mehrbelastung

• Viele burgenländische Tagespendler, vor allem aus den südlichen Landesteilen, werden wieder zum Wochenpendeln gezwungen und dazu, sich am Arbeitsort eine Unterkunft zu suchen –> das belastet Familienleben und Geldbörse der Betroffenen schwer

• Längere Tagesarbeitszeiten, verbunden mit langen Anfahrtswegen, erhöhen für PKW-Pendler das Unfallrisiko enorm

• Ungeplante längere Tages- und Wochenarbeitszeiten für PendlerInnen belasten das Familienleben, machen die Kinderbetreuung und Pflege von Angehörigen schwerer organisierbar und das Engagement in Vereinen erschwert – das gefährdet den Zusammenhalt im ländlichen Raum!

„Bereits heute kann unter strengen, geregelten Voraussetzungen und verpflichtender Mitbestimmung des Betriebsrats ein vorübergehender 12-Stunden-Tag und eine 60-Stunden-Woche zugelassen werden. 24 Wochen im Kalenderjahr – das ist die Hälfte des Jahres! Wo besteht überhaupt eine Änderungsnotwendigkeit?“, stellt PREINER klar.

Das ist keine Flexibilisierung der Arbeitszeit, das ist keine Modernisierung. Im Gegenteil. Aus einem ArbeitnehmerInnen-Schutzgesetz wird ein Gesetz zur Ermöglichung nahezu grenzenloser Ausbeutung.

 

Share Button

Related posts