PK – 160 Jahre Martin Kaserne in Eisenstadt

Eisenstadt, 26. 6. 2018

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Die Martin-Kaserne in Eisenstadt öffnet ihre Pforten und das Militärkommando Burgenland lädt zum Tag der offenen Tür am Samstag, den 7. Juli 2018 ein. Viele Besucher werden sich diese Veranstaltung nicht entgehen lassen. Für abwehslungsreiche Unterhaltung für Jung und Alt ist gesorgt. Neben dynamischen Vorführungen und einer Waffen- und Geräteschau gibt es auch wieder kulinarische Highlights bei der Gusto-Meile, einen tollen Kindererlebnispark sowie ein Promibeachvolleyballturnier. Abends starten ab 16 Uhr die Viertelfinalspiele der Fußball-WM in Russland. „Public Viewing“ auf einer Großbildleinwand in der Kaserne sorgt für Fußball mit Stadionatmosphäre!

Der Eintritt ist kostenlos.



Die Geschichte der Martinskaserne

 

Die Errichtung eines Kadetteninstitutes in Eisenstadt lag sowohl im Interesse der Militärverwaltung als auch der Stadtgemeinde. Nach längeren Verhandlungen genehmigte der Kaiser am 9. April 1853 die Errichtung eines Kadetteninstitutes. Am 2. August 1853 konnte mit den Bauarbeiten begonnen werden. Zum Bauleiter wurde zuerst Hauptmann des Generalstabes Karl v. SCHRÖDER bestellt und in weiterer Folge Hauptmann des Geniestabes Sigismund von MALINOWSKY ernannt, der den Bau fertig stellte.

Seitens der Stadtverwaltung dürften sich für den Bau die Stadträte Michael MAYR und Josef PERMAYER besonders eingesetzt haben, wollte sich doch die Stadtverwaltung die Kosten für die oftmalige Einquartierung des Militärs ersparen.

Aufgrund der Während des Baues aufgetretenen Schwierigkeiten, wie Verzögerung bei Grundstücksablösen und Lieferung von Baumaterialien, verlängerte sich die mit zwei Jahren geplante Bauzeit auf viereinhalb Jahre. Die Baukosten erhöhten sich von den vorgesehenen 300.000 Gulden auf die respektable Summe von 965.000 Gulden.

Am 1. Mai 1858 wurde das Hauptgebäude bezogen und als k.k. Kadetteninstitut eröffnet. Der gesamte Bau wurde am 26. Jänner 1859 beendet. Mit Ende des Schuljahres 1870/71 wurde das Kadetteninstitut aufgelöst. Das Haus sollte in eine Kavalleriekaserne umgebaut werden. Da dieses Vorhaben zu teuer war, wurde das Gebäude bis 1873 in eine Infanteriekaserne umgestaltet.

In den folgenden Jahren waren das Infanterieregiment Nr. 50, „Kronprinz Rudolf“ und das Infanterieregiment Nr. 48, „Erzherzog Ernst“ in der „Infanteriekaserne“ untergebracht.

Am 20. Mai 1879 befahl der Kaiser die Errichtung einer Militärunterrealschule in Eisenstadt. Nach den dafür notwendigen Bauvorhaben, deren Kosten sich auf 75.000 Gulden beliefen, konnte am 21. September 1879 die Militärunterrealschule feierlich eröffnet werden.

 

Mit Beginn des Schuljahres 1900/01 wurde ein einziges Zöglingsspital (heute Krankenrevier und Fernmeldewerkstätte) seiner Bestimmung übergeben.

Nach 30-jährigem Bestehen wurde 1909 die Militärunterrealschule nach MAROSVÀSÀRHELY verlegt und eine k.u.k. Militäroberrealschule errichtet, welche bis zum Ende des 1. Weltkrieges bestand. Während des 1. Weltkrieges waren auch auch Frontkader verschiedener Regimenter in der Kaserne untergebracht.

Während der Anschlussbestrebungen des heutigen Burgenlandes an Österreich, war die Schulkaserne von ungarischen Freischärlern unter Major PRONAY besetzt.

Am 13. November 1921 zog erstmals österreichisches Militär in die Kaserne ein.

Am 3. November 1922 wurde im 3. Stock der Kaserne eine Bundesmittelschule mit Schülerheim errichtet. Der burgenländische Landtag war in den Räumen des 2. Stockes untergebracht. Die verbleibenden Unterkünfte wurden durch das burgenländische Feldjägerbataillon Nr. 1 genutzt, welches 1920 in Wr. Neustadt aufgestellt und 1922 nach Eisenstadt verlegt wurde.

Das Feldjägerbataillon war ein Verband der 1. Jägerbrigade, deren Kommando sich in Wien befand.

Mit Beginn des Schuljahres 1925/26 wurde die Schule als Bundesreal- und Obergymnasium geführt und am 31. Oktober 1938, auf Grund des herrschenden Platzmangels, in das Theresianum am Oberberg in Eisenstadt verlegt.

Von 1938-1945 stand die „Jägerkaserne“ ausschließlich in militärischer Verwendung und war durch die Deutsche Wehrmacht (Kradschützenbataillon Nr. 2) belegt.

Nach ende des Zweiten Weltkrieges bezogen sowjetrussische Truppen im Hauptgebäude Quartier, die es 1955 in einem zustand hinterließen, der eine Generalsanierung erforderlich machte. Ohne die äußeren Bausubstanz zu verändern wurde die Kaserne im Inneren nach modernen Gesichtspunkten erneuert. Die Sanierungskosten beliefen sich auf rd. 30 Millionen Schilling.

Am 16. Jänner 1956 zog das Ergänzungskommando Burgenland und am 28. März 1957 Teile der 1. Jägerbrigade unter dem Kommando von ObstltdhmD Josef Knotzer (eine Kompanie des Feldjägerbataillons 1 und die Brigadeaufklärungskompanie) in die Kaserne ein.

Am 17. September 1957 verlegte das Infanteriebataillon 2 von Pinkafeld nach Eisenstadt.

Da das Gebäude in den letzten einhundert Jahren hauptsächlich für schulische Zwecke in Verwendung stand, wurde es 1958 von „Jägerkaserne“ in „Schulkaserne“ umbenannt.

In den folgenden Jahren wurden, die in den Jahren 1908-1910 errichteten Nebengebäude und Anlagen, einer Generalsanierung unterzogen. Das ehemalige Offiziersgebäude wurde als Stabsgebäude für das Kommando der 1. Jägerbrigade und in weiterer Folge zum Sitz des Militärkommandos adaptiert. Das Schwimmbadgelände wurde 1959 erneuert.

Am 15. Mai 1967 kam es wieder zu einer Namensgebung für die Kaserne. Die „Schulkaserne“ erhielt den Namen des burgenländischen Schutzpatrons; des heiligen Martin von Tours, und wird ab diesem Zeitpunkt „Martinskaserne“ genannt.

In den folgenden Jahren wurde weiters für die Infrastruktur notwendigen Nebengebäude errichtet.

1967/68 wurde der Magazinsbezirk „Ost“ – heute Pi- Lager und Magazine- und bis zum Jahre 1975 der Magazinbezirk „West“ – Magazine, Schuster- und Schneiderwerkstätte- gebaut.

In den Jahren 1960 bis 1963 wurde im südlichen Kasernenbereich ein Sportplatz angelegt, dem 1970 bis 1973 eine Hindernisbahn folgte. 1980/81 wurde ein Hartplatz gebaut.

Am 15. Juli 1975 wird die 1. Jägerbrigade dem Militärkommando Burgenland unterstellt. Mit Wirkung vom 30. September 1975 trat Generalmajor Josef KNOTZER, unter dessen Kommandoführung das noch heute bestehende Äußere Erscheinungsbild der Martinkaserne entstand, in den Ruhestand.

Als Nachfolger wurde der Kommandant der 1. Jägerbrigade Obst Karl SCHULMEISTER bestellt, der dieses Amt bis 31. Dezember 1978 inne hatte.

In der Zeit vom 1. Jänner 1979 bis 28. Februar 1986 wurde das Militärkommando Burgenland durch Divisionär Siegbert KREUTER geführt.

Seit 1. März 1986 liegt die Führung des Militärkommandos in den Händen von Friedrich DIALER.

Das im Hauptgebäude, unter dem Kommando von Obst Felix HÜBNER, untergebrachte Infanteriebataillon Nr. 2 wurde mit Wirkung vom 1. März 1963 in Jägerbataillon 2 umbenannt. Das Jägerbataillon 2 war ein Einsatzbataillon im Verband der 1. Jägerbrigade. Mit Wirkung vom 1. Jänner 1965 wurde Obst Götz KRAUTINGER als Kommandant bestellt, der dieses Amt bis zum 31. Dezember 1986 innehatte.

Im Zuge der nun folgenden Umgliederung wurde das Jägerbataillon 2 im Jahre 1975 in das Ausbildungsregiment 1 und in weiterer Folge 1979 in das Landwehrregiment 12 umbenannt. Seit 1. September 1994 lautet die Bezeichnung Stabsregiment 1.

Mit Wirkung vom 1. Jänner 1987 wurde ObstdG Rüdiger Rieger mit der Führung betraut. Seit 1. Juli 1987 wird das Heutige Stabsregiment 1 durch Obst Josef BAUER geführt.

 

Viele prominente Persönlichkeiten sind aus der „Eisenstädter Kaserne“ hervorgegangen, viele haben in ihr gearbeitet oder um sie verdient gemacht.

Julius von PAYER                          Zeichenprofessor des Kadetteninstitutes, der später als Nordpolforscher berühm wurde.

Dominik BILIMEK                        Der erste Seelsorger des Kadetteninstitutes. Er war Bibliothekar des Kaisers Maximilian in Mexiko.

Anton Erwin LUX                          War Lehrer an der Unterrealschule und führte 1875 Forschungsreisen im äquatorialen Westafrika durch.

Friedrich AMBROSI                      Der Vater des berühmten Bildhauers Gustinus AMBROSI, war als Maler und Komponist im Institut tätig. Gustinus a. wurde 1893 in der Anstaltskapelle getauft.

Rudolf von EICHTAL                    Sein Buch „Der Göttliche Funke“ stammt aus der Erinnerung an seine Kadettenzeit in Eisenstadt.

Oberst Ludwig HÜLGERTH         Der „Befreier Kärntens“ war einer der ersten Kommandanten in der Kaserne nach dem 1. Weltkrieg.

Bischof Stefan LASZLO                War Schüler im Bundesreal- und Oberstufengymnasium.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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