ÖVP fordert Pflegebedarfsplan und Seniorenreferat

Eisenstadt, 25. 6. 2018

Es ist fünf nach zwölf im burgenländischen Pflegebereich: Ende 2017 hätte Landesrat Darabos den Burgenländischen Pflegebedarfs- und Entwicklungsplan (BEP) vorlegen sollen  – bis jetzt herrscht Stillstand. „Monat für Monat werden die Organisationen vertröstet, wichtige Projekte hängen in der Luft“, so Landesobmann Thomas Steiner. „Die rotblaue Regierung hat das Pflegethema offensichtlich nicht im Griff. Wir werden deswegen im Landtag Tacheles reden und eine Schwerpunktkampagne starten“, so Klubobmann und Sozialsprecher Christian Sagartz.

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LAbg. Mag. Thomas Steiner, Landesparteiobmann
LAbg. Mag. Christian Sagartz, BA, Klubobmann, Sozialsprecher

Die Konsequenzen des fehlenden Bedarfsplans (BEP): Dringend notwendige Projekte und Erweiterungen sind gefährdet. „Das Hilfswerk hat bereits im Spätherbst 2017 um den Ausbau bzw. die Finanzierung von 40 weiteren Betten angesucht, bis heute gab es keine Antwort von Darabos. Das ist unverantwortlich, denn das Burgenland braucht diese Kapazitäten dringend“, so Steiner. Der Sozialbericht (15/16), den auch Darabos selbst mehrfach zitiert hat, spricht von 281 zusätzlichen Pflegeheimplätzen bis Ende 2021[1]. Insgesamt soll der Bedarf bis 2030 um 720 Pflegebetten steigen. „Der BEP ist eine wesentliche Grundlage zur rechtzeitigen bedarfsgerechten Planung. Hier geht es nicht um die Heimträger. Es geht um die Sicherung der Versorgung der pflegebedürftigen Menschen. Die Burgenländerinnen und Burgenländer müssen sich darauf verlassen können, dass rechtzeitig die richtigen Weichen gestellt werden, damit die Pflege und Betreuung in Zukunft gesichert ist“, so Steiner.

 

Steiner fordert eigenes Seniorenreferat im Land

Familien-, Jugend- und Frauenreferate gibt es –  aber schon alleine aus Wertschätzung der größten Bevölkerungsgruppe gegenüber, bedarf es eines Seniorenreferates. „In anderen Bundesländern sind Referate für die ältere Generation fest verankert. Es wird Zeit, dass hier gezielt Maßnahmen gesetzt werden und Angebote und Initiativen auch im Burgenland gebündelt werden“, fordert Steiner.

Die Volkspartei setzt nun die ältere Generation und die Pflege als Schwerpunktthema in den Sommermonaten. „‘Dialog Pflegen‘ –  unter diesem Titel treten wir in den Dialog nicht nur mit Organisationen und Pflegekräften sondern auch mit der Bevölkerung“, so Steiner. Es wird eigene Veranstaltungen dazu geben, Besuche in Pflegeheimen, thematische Arbeitskreise uvm.

 

Sagartz: „Wollen auch im Landtag Tacheles reden“

Die Volkspartei wird Darabos auch im Landtag in die Pflicht nehmen: „Wir werden Punkto BEP auch Tacheles im Landtag reden und eine Anfrage stellen, wann Darabos endlich gedenkt den Plan vorzulegen“, so Sagartz. Zudem bleibt auch die Frage, wie viel das Land aus dem Pflegefonds für eingereichte Projekte erhalten hat und ob das Burgenland hier tatsächlich Geld liegen gelassen hat. „Darabos hat das Pflegethema eindeutig nicht im Griff. Fördertöpfe in kritischen Bereichen nicht auszuschöpfen ist wohl eine der größten Dummheiten. Wenn Darabos keine Ideen für Projekte in dem Bereich hat: Wir haben sie!“, so Sagartz. Die Volkspartei hat viele kreative Konzepte um die notwendigen Verbesserungen in der Pflegeversorgung zu schaffen.

„Die Volkspartei hat bereits mehrere Vorschläge im Gesundheits- und Pflegebereich geliefert: Akutordinationen, Landarzt-Stipendien und Förderung von Praxiseinrichtungen im Gesundheitsbereich, ein Gütesiegel für die 24-Stunden-Betreuung und eine bessere Pflegeberatung vor Ort im Pflegebereich. Damit sind wir einmal mehr Schrittmacher in diesem Land“, schließt Sagartz.

Von 2022 bis 2025 sollen weitere 158 notwendig sein, von 2026 soll laut Sozialbericht 2015/16 der Bedarf um weitere 281 Betten steigen.

 

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