Trickbetrüger geben sich am Telefon als Polizisten aus

Ollersdorf, 20. 6. 2018

Das Landeskriminalamt warnt: Betrüger, welche sich als Polizisten ausgeben, haben es insbesondere auf ältere Menschen abgesehen. Sie wollen ihnen sensible Daten, Geld oder Wertsachen entlocken.

Ein derartiger Fall hat sich am vergangenen Montag, den 18. Juni 2018 um 10:45 Uhr, in Ollersdorf, Bez. Güssing, zugetragen.

pn

Dabei teilte ein männlicher Anrufer am Telefon (mit unterdrückter Nummer) mit, dass er von der Kriminalpolizei sei und eine nahe Verwandte, nämlich die Tochter der Angerufenen, einen Verkehrsunfall gehabt hat. Die „Tochter“ sei unverletzt, aber durch den selbstverschuldeten Unfall sei ein beträchtlicher Sachschaden entstanden. Um der Dringlichkeit seines Anrufes zu unterstreichen, wurde vom angeblichen Polizisten angeboten, mit der vorgetäuschten „Tochter“ am Telefon zu sprechen. Die „Tochter“ meldete sich nicht am Telefon und es war nur ein lautes Schluchzen zu hören. Die Betroffene bemerkte aber, dass das Weinen nicht zu ihrer „Tochter“ passte. Nach wenigen Sekunden sagte der vermeintliche Beamte zu ihr, dass ihre Tochter nun „eingesperrt“ wird, weil für ihren PKW kein Versicherungsschutz besteht. Die „Tochter“ hätte vergessen die Rate für ihren PKW, den Unfallwagen, einzuzahlen. Sie müsste mit einer voraussichtlichen Haftdauer von zwei Wochen rechnen, außer es würde eine Kaution in der Höhe von 74.000,- Euro hinterlegt.

Der vermeintliche Kriminalbeamte bedrängte die Anzeigerin das Geld zu bezahlen, um ihrer Tochter die Haft zu ersparen. Da sie dazu nicht bereit war, wurde sie vom Anrufer beflegelt und als sie bei der Verweigerung blieb – ihr kam der gesamte Vorgang etwas komisch vor – legte der Betrüger dann auf.

Sofort nach dem Gespräch rief sie ihre Tochter an und im Gespräch mit ihr stellte sich heraus, dass tatsächlich kein Unfall vorlag und sich ihre Tochter nicht bei der Polizei befindet.

 

Ein Detail am Rande

Erst nach diesem Gespräch fiel der Anzeigerin auf, dass der Name ihrer Tochter nie genannte wurde, erst nachdem sie versuchte hatte mit ihrer Tochter zu sprechen, nannte der Polizist den Vornamen. Der tatsächliche Familienname wurde nicht angesprochen. Ein finanzieller Schaden ist nicht eingetreten.

Die Exekutive ersuchte, nach der Entgegennahme solcher Anrufe sofort Anzeige bei der nächsten Polizeidienststelle zu erstatten.

 

Die Polizei rät dazu nachfolgende Präventionstipps:

Brechen Sie Telefonate, bei denen von Ihnen Geldaushilfen gefordert werden sofort ab. Lassen Sie sich auf keine Diskussionen ein und machen Sie Ihrem Gegenüber entschieden klar, dass Sie auf keine der Forderungen/Angebote eingehen werden.

Kontaktieren Sie den „vermeintlichen“ Verwandten, indem Sie ihn unter jener Telefonnummer zurückrufen, die Sie sonst auch verwenden. Bestehen Sie auf ein persönliches Treffen und geben Sie sich nicht mit einer „Vertretung“ zufrieden.

Lassen Sie in Ihr Haus oder ihre Wohnung niemanden, den Sie nicht kennen. Verwenden Sie zur Kontaktaufnahme mit solchen Personen die Gegensprechanlage oder verwenden sie die Türsicherungskette oder den Sicherungsbügel.

Versuchen Sie, sich das Aussehen der Person für eine spätere Personsbeschreibung genau einzuprägen.

Erstatten Sie umgehend Anzeige bei der nächsten Polizeidienststelle

 

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