Grüne üben harte Kritik an der Landesregierung

Eisenstadt, 15. 6. 2018

Immer öfter sind BurgenländerInnen von Überflutungen betroffen, heuer besonders strak. Äcker, Wiesen, Keller, Garagen, aber auch Wohnräume voll mit Wasser und Schlamm. „Was das für die Betroffenen bedeutet, kann man sich kaum vorstellen, dennoch geschieht beinahe nichts gegen eine der wesentlichen Ursachen – die massive Versiegelung der Böden. Im Gegenteil das Burgenland ist Spitzenreiter bei der Bodenversiegelung in Österreich, das ist unverantwortlich,“ sagt Landtagsabgeordneter Spitzmüller. Spitzmüller weist auch darauf hin, dass betroffene Familien nicht nur den finanziellen Schaden haben, sondern auch viel Eigenarbeit leisten und den psychischen Druck tragen müssen.

grüne
Spitzmüller vor einem überfluteten Maisacker bei Oberschützen, in dem vor kurzem noch eine Entenschar schwamm.

Gepaart mit der Zunahme von Extremwetter-Ereignissen, die von KlimaexpertInnen der Klimaveränderung zugerechnet werden, trägt das Verschwinden von Naturböden, die Wasser aufnehmen und speichern können, massiv zu den Überflutungen bei. Die Hagelversicherung rechnet alleine im Blaufränkischland im Mittelburgenland mit 1 Million Euro Schäden in der Landwirtschaft.

Laut VCÖ werden im Burgenland durch Verkehrsflächen am meisten Böden versiegelt, dicht gefolgt durch Versiegelung durch Bauflächen. Pro Kopf sind im Burgenland 277 Quadratmeter durch Verkehrsflächen versiegelt, das ist doppelt so hoch wie der Österreich-Schnitt von 128 Quadratmetern. Natürlicher Boden ist in der Lage Wasser aufzunehmen, davon gehen im Burgenland täglich etwa 2,5 Hektar verloren durch Versiegelung.

Bereits mehrfach haben die GRÜNEN im Landtag Maßnahmen gegen die fortschreitende Bodenversiegelung gefordert. Vor allem fordern die GRÜNEN ein Raumordnungsgesetz nach Salzburger Vorbild. Dort dürfen Verbrauchermärkte nicht mehr am Kreisverkehr außerhalb des Ortes errichtet werden, sondern nur mehr in den Ortskernen. Bis auf wenige herkömmliche Stellplätze, müssen in Zukunft Parkplätze unter die Erde (Tiefgarage) oder auf die Dächer. Aber auch kleine Änderungen wären nötig, so gibt es Parkplätze, die durch sogenannte Loch- oder Sickersteine nicht komplett versiegelt sind, wodurch der Boden zumindest noch Teile seiner Funktion als Versickerungsfläche behält.

„Für uns ist es unverständlich, warum hier nicht längst ein umfangreiches Konzept gegen die rasende Vernichtung von natürlichem Boden beschlossen wurde,“ so Spitzmüller. Die GRÜNEN rechnen damit, dass sich die Lage in den kommenden Jahren weiter zuspitzen wird und immer mehr Menschen davon betroffen sein werden. Oft nutzt selbst der teuer gebaute Hochwasserschutz nur noch bedingt. Spitzmüller weist auch auf weitere Probleme der Bodenversiegelung hin:

  • Versiegelter Boden ist kein CO2-Puffer mehr und trägt daher zur Klimakatastrophe bei
  • Versiegelter Boden vernichtet Lebensraum für Pflanzen und Tiere
  • Versiegelter reduziert die landwirtschaftliche Anbaufläche
  • Versiegelter Boden ist Hitzespeicher und erhöht die Sommerhitze, die natürliche Nachtabkühlung wird verringert

Auch die GRÜNEN Eisenstadt warnen, die Zersiedelung für Einkaufszentren schreitet stetig und rasch voran. Eisenstadt wächst am Ortsrand beständig. Straßen, Parkplätze und Einkaufsflächen vernichten Wiesen und Äcker und somit Naturraum. „Dieses Bild zeigt sich im gesamten Burgenland und zerstört zudem die typische Struktur des Landes, wie zB. Ortskerne,“ so Landtagsabgeordneter Spitzmüller.

„Wir werden weiter Maßnahmen einfordern, bis endlich Verbesserungen beschlossen werden,“ verspricht Spitzmüller, „ es kann ja nicht sein, dass Betroffene für die Versäumnisse der Politik bezahlen müssen.

 

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