140 Jahre Soja in Österreich

Neutal, 11. 6. 2018

Berlakovich: Die Eiweißstrategie unserer Landwirtschaft heißt „SOJA“

„Die Sojabohne ist für die Landwirtschaft in Österreich und im Burgenland eine hervorragende Alternative. Bereits in meiner Zeit als Landwirtschaftsminister unterstützte ich die Bemühungen von Donau Soja hinsichtlich einer Steigerung des Sojaanbaues im Donauraum. Gemeinsam mit anderen Agrarministern habe ich am im Jänner 2013 in Berlin die „Donau Soja-Erklärung“ unterfertigt, die sich zu einer umfassenden Eiweißpolitik für Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion ausgesprochen hat. Bei gegenwärtig rund 40 Millionen Tonnen Sojaimport braucht Europa eine gute Eiweißstrategie (Der jährliche Sojaimport nach Österreich liegt bei rund 500.000 Tonnen). Diese muss das Ziel verfolgen, die Sojaerträge auf ein höheres Niveau zu bringen. Absichtserklärungen müssen konkrete Maßnahmen, etwa in der Saatzuchtforschung, folgen. Aber auch geeignete Anreize für den höheren Anbau von Soja und anderer Eiweißpflanzen durch Fördermaßnahmen im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU, sollen in der Eiweißstrategie Platz finden“, so der Präsident der Burgenländischen Landwirtschaftskammer, Dipl.-Ing. Niki Berlakovich, bei einem Pressegespräch welches vom Obmann Matthias Krön von Donau Soja am 11. Juni 2018 in Neutal bei Imprint Analytics organisiert wurde.

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MMag. Josef Willim (GF BAG Ölmühle), Dr. Bernd Bodiselitsch (GF von Imprint Analytics), Landesrätin Verena Dunst, LK-Präsident DI Niki Berlakovich und Matthias Krön (Obmann Verein Donau Soja)

Berlakovich weiter: Mit einer Sojafläche von knapp 21.000 ha entwickelte sich das Burgenland zum „Sojaanbaubundesland Nummer 1“ von Österreich (Sojaanbau in Österreich = 65.000 ha). Somit nimmt der Sojaanbau im Burgenland bei den angebauten Feldkulturen bereits den 3. Platz ein. (Österreich = 4. Platz). Hauptgrund für den bereits hohen Sojaflächenanteil ist der große Bioanteil im Burgenland (44 % vom heimischen Soja sind biologisch produziert). Weitere Gründe sind die stabilen Erzeugerpreise sowie der geringe Betriebsmitteleinsatz. Soja lockert Fruchtfolgen auf und leistet einen nicht unerheblichen Beitrag zur Bekämpfung des Maiswurzelbohrers. Zudem ist Soja Stickstoffsammler. Natürlich muss der ökonomische Erfolg für die Landwirte im Vordergrund stehen und der sieht erfolgversprechend aus“.

„Weltweit nimmt der Sojabohnenanbau unter den Eiweißpflanzen den 1. Platz ein. Keine andere Kultur hat eine so dynamische Entwicklung zurückgelegt. Innerhalb der vergangenen 30 Jahre wurde die globale Sojaproduktion vervierfacht. Getrieben wurde dieser Trend durch den immer stärker werdenden Fleischkonsum in vielen Teilen der Welt – besonders in China. Erhöht man den Sojaanbau, kann Soja verstärkt in der Fütterung eingesetzt werden, was auch ein Ziel der Eiweißstrategie sein muss. Auch für Lebensmittel ist Soja eine wichtige Kultur, da Ernährungstrends, wie vegetarisch oder vegan in der Gesellschaft zunehmen. Mit einem höheren Sojaanbau in Österreich und den anderen europäischen Ländern sollen Sojaimporte aus Nord- und Südamerika nachhaltig zurückgedrängt werden“, so Berlakovich abschließend.

 

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