Vernichtete Ernten so früh wie nie

Wien, 8. 6. 2018

SP-Bereichssprecher für Landwirtschaft und den ländlichen Raum im Parlament, Abg.z.NR Erwin PREINER:

Dürre, Ernteausfälle durch Hitze, Unwetter und Überschwemmungen vernichten Ernten – noch nie haben uns diese Meldungen so früh im Jahr erreicht!

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Bgm. NR Erwin Preiner

Wetterkapriolen setzen der Landwirtschaft extrem zu. Im Burgenland herrschen schon seit Wochen Hochsommertemperaturen, der Frühling mit Rekordwerten verursacht bereits Schäden in Millionenhöhe.

„Keine andere Branche ist dem Klimawandel so direkt ausgesetzt, wie die Landwirtschaft. Es besteht die dringende Notwendigkeit einer Umstellung. Die Landwirtschaft benötigt viel Wasser; Pflanzen, die weniger intensiv bewässert werden müssen und dennoch gute Erträge liefern, sind ein wichtiges Ziel der gentechnikfreien Pflanzenzüchtung. Bis zu neuen dürretoleranten Pflanzensorten ist es ein weiter, schwieriger Weg. Kein Wasser, kein Wachstum. Es ist ein natürlicher Schutzmechanismus vieler Pflanzen, dass sie bei Dürre das Wachstum einstellen. Bei Getreide oder Mais werden die Körner vorzeitig reif. Sie lagern keine Stärke mehr ein und werden nicht mehr größer. Die Folge sind deutlich geringere Ernten“, so PREINER.

Mit weniger Energie und knapper werdenden natürlichen Ressourcen wie Wasser und Böden muss die Landwirtschaft im Jahr 2050 ca. zehn Milliarden Menschen weltweit ernähren, und soll Energiepflanzen und Biomasse für die Chemieindustrie erzeugen. Gleichzeitig müssen die Umweltbelastungen aus der Landwirtschaft deutlich verringert werden, damit sie nicht ihre eigenen ökologischen Grundlagen zerstört. Dies kann nur gelingen, wenn die Landwirtschaft der Zukunft in die natürlichen ökologischen Systeme eingebunden wird; nur eine solche nachhaltige Landwirtschaft kann den Konsumenten qualitativ hochwertige Lebensmittel, den Bauern das Auskommen mit dem Einkommen sichern.

Die industrielle Landwirtschaft, der Weg der Agrarkonzerne, führt in eine Sackgasse. Die in den letzten Jahrzehnten angewandten Methoden der Produktivitätssteigerung, vor allem der stark gestiegene Einsatz von Mineraldüngern und Pestiziden, haben die Umwelt schwer geschädigt.

Ein Umdenken ist daher JETZT erforderlich! Es ist 5 vor 12, da die Herausforderung der Lebensmittelindustrie weltweit und auch im Burgenland gewaltig ist.

Die weltweite Nachfrage nach Getreide wird bis 2050 um geschätzte 75 Prozent zunehmen, die nach Fleisch wird sich verdoppeln.

„Die zentrale Frage lautet daher, wie muss die Landwirtschaft der Zukunft aussehen? Eine optimierte bäuerliche Landwirtschaft, die zur Einbindung in natürliche Ökosysteme und damit zur ökologischen Nachhaltigkeit führt. Wir brauchen endlich ein wirksames Pestizidreduktions- und Bienenschutzprogamm. Bei beidem ist das Landwirtschaftsministerium sträflich säumig. Der Biolandbau nutzt die Funktionsprinzipien des Ökosystems Erde, um die Leistungsfähigkeit des bewirtschafteten Landes zu steigern und baut auf die Wirkungskette “gesunder Boden – gesunde Pflanzen – gesunde Tiere – gesunde Menschen. Zahlreiche Studien und der Weltagrarbericht zeigen, dass der Bio-Landbau auch für eine wachsende Weltbevölkerung genügend Lebensmittel erzeugen kann”, schließt PREINER, der einen Ausbau der Biolandwirtschaft in Österreich von derzeit 22 % auf 35 % im Jahr 2025 fordert.

 

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