KUZ Mattersburg: Riesen Blamage für Bezirks-SPÖ

Eisenstadt, 25. 5. 2018

Mag Christian Sagartz
Mag. Christian Sagartz

Als „schallende Ohrfeige für Ex-Landesrat Bieler und seine Freunde Illedits und Salamon“ bezeichnet ÖVP-Bezirksparteiobmann Christian Sagartz die heutige Ankündigung von Kulturlandesrat Doskozil, den Standort Mattersburg zu einem „Schmalspur-Kulturzentrum“ zurückzubauen.

„Was viele von Anfang an befürchtet haben, hat sich leider bewahrheitet: Weder die Bausubstanz noch die Saalkapazitäten bleiben im Kulturzentrum erhalten. Das ist eine riesige Blamage für die Bezirks-SPÖ. Nach all den vollmundigen Ankündigungen bleibt wenig von den ursprünglichen Plänen übrig. Das ist eine klare Abwertung des Standorts Mattersburg“, so Sagartz.

Das Trostpflaster „Schwerpunkt Literatur“ täuscht niemanden darüber hinweg, dass bei den neuen Sälen nicht mehr alle Produktionen möglich sind. „Nach dem jahrelangen Katz-und-Maus-Spiel um die Zukunft des Kulturzentrums folgt nun die bittere Enttäuschung. Offensichtlich sind Illedits und Salamon der Erhalt ihrer Funktionen und Ämter wichtiger als der Einsatz für die Region. Anders ist nicht zu erklären, dass beide vor dem neuen SPÖ-Chef Doskozil in die Knie gingen und eine derartige Verschlechterung für unseren Bezirk in Kauf nehmen.“

 

Feiler: „SPÖ fährt über alle drüber“

„Fehlende Informationen und keine Einbindung der Betroffenen. Das waren die bisherigen Markenzeichen der Diskussion rund um das KUZ. Leider hat sich an diesem Stil nichts geändert. Neuer Landesrat, selbes Spiel“, kritisiert ÖVP-Stadtparteiobmann Andreas Feiler die Vorgangsweise der Bürgermeisterin. „Wir werden das Thema einmal mehr in den Gemeinderat bringen. Die Mattersburger verdienen sich eine bessere Lösung als diese Notlösung für unser Kulturzentrum.“


KUZ Mattersburg wird zum Zentrum für Literatur und Weiterbildung

LR Doskozil präsentierte finale Pläne für das KUZ Mattersburg NEU. Archiv und Bibliothek des Landes übersiedeln ins Kulturzentrum

Über die finalen Umbaupläne für das Kulturzentrum Mattersburg informierte Kulturlandesrat Hans Peter Doskozil heute in Mattersburg. Das Landesarchiv und die Landesbibliothek werden demnach vom Landhaus Eisenstadt ins neue KUZ übersiedeln. Durch Adaptierungen der bestehenden Pläne wird Raum für die gemeinsame Nutzung des KUZ durch Archiv, Bibliothek, Literaturhaus Mattersburg und Volkshochschule geschaffen. Die Errichtungskosten belaufen  sich auf 15,6 Mio. Euro. Baubeginn ist im Februar 2019, die Fertigstellung ist für Jänner 2021 geplant.

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LR Hans Peter Doskozil, Bgm.in Ingrid Salamon Lt-Präs. Christian Illedits, Arch. DI Michael Ogertschnig von Holodeck Architects

„Es war mir wichtig, den Neubau des Kulturzentrums Mattersburg insbesondere unter dem Aspekt der Wirtschaftlichkeit sowie der Möglichkeit einer sinnvollen, zeitgemäßen und nachhaltigen Nutzung zu beurteilen“, betonte Doskozil. „Das bedeutet auch, dass möglichst viele Menschen in den Genuss dieser Einrichtung kommen können. Die jetzt getroffene Lösung wird diesen Ansprüchen vollinhaltlich gerecht und berücksichtigt zudem den Gedanken der Dezentralisierung – und ist ein Signal, dass man Verwaltung zu den Menschen hinbringen kann“.

Laut einer Studie aus dem Jahr 2016 hätte die notwendige Erweiterung des Landesarchivs und der Landesbibliothek im Landhaus in Eisenstadt durch einen Neubau mit 9,6 Mio. Euro zu Buche geschlagen. Die nunmehr beschlossene Variante der Übersiedlung dieser Institutionen nach Mattersburg macht diese Investition obsolet.

Nicht zuletzt die Nähe des Kulturzentrums Eisenstadt und die zuletzt erzielte Einigung mit der Stiftung Esterházy und die dadurch ermöglichte Nutzung des Haydnsaales als Veranstaltungssaal hätten zu einer Neubeurteilung der Besucherkapazität von 600 Personen im neuen KUZ Mattersburg geführt, erklärte Doskozil.

Die Adaptierung des bestehenden Umbauplans sieht eine Redimensionierung des Veranstaltungssaals von 600 auf 350 BesucherInnen vor. Durch das Einziehen einer zweiten Ebene wird Platz geschaffen für Archiv und Bibliothek samt Mitarbeiterbüros. Die Außenansicht wird durch die Adaptierungen nicht verändert, erhalten bleibt auch die Arena mit dem Brunnen. Das Foyer wird ebenfalls zweigeschossig ausgeführt, wodurch sich eine höhere Flexibilität ergibt. Es soll eine Verteilerfunktion übernehmen, Lesezonen für BesucherInnen und Raum für Ausstellungen bieten. Es soll auch ein dauerhaftes Gastronomieangebot geben, derzeit werden Gespräche mit potentiellen Pächtern geführt.

Doskozil liegt vor allem an der Öffnung und der Möglichkeit der Kommunikation der Einrichtungen – untereinander und mit den BesucherInnen. „Wir schaffen hier ein Zentrum für Literatur, das auch die Bedürfnisse der künftigen Nutzer – Archiv, Bibliothek, Volkshochschule, Literaturhaus, Artbox und Stadtgemeinde berücksichtigt“. Aber auch der Erhaltung der Architektur werde so weit wie möglich Rechnung getragen. „Es muss jedoch eine zeitgemäße, nachhaltige Nutzung mitbedacht werden“ so der Kulturlandesrat. „Mehr als die Hälfte des Altbestands des Kulturzentrums bleiben erhalten“, sagt Arch. DI Michael Ogertschnig von Holodeck Architects. Für Bürgermeisterin Ingrid Salamon „schreibt das KUZ Mattersburg, das das erste Kulturzentrum des Burgenlandes war, damit wieder einmal Geschichte“.

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