Breitspurbahn bis Parndorf

Parndorf, 16. 5. 2018

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Landeshauptmann Niessl stellt sich hinter Gemeinden und Bürger

LH Niessl: „Derzeit gibt es viele Gründe und auch viele offene Fragen, die nicht unbedingt für das Projekt sprechen.“

Die Breitspurbahn reicht von China über Russland bis nach Košice in der Slowakei. Bis 2033 soll sie bis zur Parndorfer Platte verlängert werden. Die Bürgermeister der Anrainergemeinden des geplanten Verladebahnhofs für die Transsibirische Breitspurbahn haben sich, bei einer gemeinsamen Pressekonferenz am Mittwochvormittag mit Landeshauptmann Hans Niessl und weiteren Vertretern des Landes, gegen den bei Parndorf im Nordburgenland vorgesehenen Bahnhof ausgesprochen. Dazu Landeshauptmann Hans Niessl: „Das Land wird die Gemeinden unterstützen und nicht gegen diese agieren. Ich sage auch klar und ganz deutlich, dass ich die Interessen der Bürgerinnen und Bürger vertrete, die in der Region leben. Derzeit gibt es viele Gründe und auch viele offene Fragen, die nicht unbedingt für das Projekt sprechen.“

Landeshauptmann Hans Niessl und die Bürgermeister kritisierten vor allem, dass sie kaum Informationen zum Projekt erhalten hätten. „Uns ist es wichtig, dass informiert wird, dass es hier Transparenz gibt und dass nicht drübergefahren wird“, erklärte Niessl. Laut Parndorf Bürgermeister Wolfgang Kovacs habe niemand mit der Gemeinde gesprochen, erste Informationen habe es erst vonseiten des Landes gegeben. Bei einem Treffen mit der ÖBB seien „Halbwahrheiten“ erzählt worden. „Wir lehnen den Bahnhof absolut ab und sind nicht verhandlungsbereit“, so LIPA-Ortschef Kovacs. Auch der Bürgermeister von Bruckneudorf, Gerhard Dreiszker, und Neudorf-Bürgermeister Karel Lentsch stellen sich massiv gegen dieses Projekt. Die Gemeinden befürchten als Folgen des voraussichtlich fünf Kilometer langen und dreihundert Meter breiten Verladebahnhofs eine Einschränkung des Naherholungsraumes und massive Belastungen durch den Verkehr.
Das Land Burgenland will detaillierte Informationen: „Dem Land Burgenland ist es von hoher Bedeutung, dass die Bevölkerung und die Gemeinden eingebunden werden und auch das Land umfassend informiert wird“, sagt Peter Zinggl, Verkehrskoordinator des Landes. Es gibt laut ihm noch viele offene Fragen, etwa was die Auswirkungen des Projektes auf die Natur sowie auf den Verkehr und die Straßen betreffen.

Landeshauptmann Hans Niessl betonte auch, dass es für den Bau eines Logistikzentrums eine entsprechende Widmung im Bereich der Raumplanung benötige. Niessl: „Ohne Gemeinde gibt es keine passende Widmung. Außerdem hat das Land im Bereich des Vogel- und Umweltschutzes ebenfalls noch rechtliche Möglichkeiten diesem Projekt eine Absage zu erteilen.“
Die Bundesregierung hatte zuletzt angekündigt, die Verlängerung der Transsibirischen Breitspurbahn bis in den Raum Wien vorantreiben zu wollen. Für den dazu notwendigen Güter-Umladeknoten auf EU-Normalspur wurde Parndorf als voraussichtlicher Standort genannt. Die Kosten für dieses Projekt belaufen sich auf rund 6,5 Mrd. Euro.


Über unsere Region fährt die Eisenbahn drüber!

In letzter Zeit verdichten sich die Gerüchte und Informationen, dass das im Jahr 2011 paktierte Projekt „Breitspurbahn von China bis nach Österreich“ Formen und Farben annimmt. Die damalige Infrastrukturministerin Doris Bures und der damalige ÖBB-Chef Christian Kern brachten dieses Projekt auf Schiene. Leider wurde die bereits ausverhandelte direkte Verbindung zum Flughafen Wien Schwechat vom Bezirk Neusiedl am See diesem Projekt geopfert. 

Die ÖVP des Bezirkes Neusiedl am See stellt sich gegen diesen Mega- Verladebahnhof im Bezirk Neusiedl am See.

övp
2. Landtagspräsident LAbg. Ing. Rudolf Strommer, ÖVP-Bezirksparteiobmann Neusiedl am See
LAbg. Bgm. Markus Ulram

Erschreckendes Ausmaß

Laut den vorliegenden vagen Plänen soll eine 5 Kilometer lange und 300 Meter breite Schneise als Verlade- bzw. Umlade-Terminal durch den Bezirk Neusiedl am See, nördlich von Parndorf, geschlagen werden. Ein Bahnhof für Güter aus China soll entstehen. Dies ist für die mit Feinstaub schon ohnehin belastete Bevölkerung auf der Parndorfer Platte nicht tragbar.

„Dieses gewaltige Projekt ist zu groß für die Region, die mit Windräder, Outlet-Center, Großkino, Ost-West-Verkehr auf der A4 und A6 schon extrem stark belastet ist. Die gesamte Infrastruktur wie z.B. die A4 Ostautobahn ist durch den voraussichtlich stark steigenden LKW-Verkehr absolut nicht danach ausgelegt. Der Bezirk Neusiedl am See glänzt durch hervorragende Tourismuszahlen – diese sind massiv gefährdet“, schildert 2. LT-Präs. Ing. Rudolf Strommer.

„Wir werden uns schützend gegen die anrollende Belastung durch die Breitspurbahn vor die Bevölkerung stellen. Die Lebensqualität für die Einwohner in Parndorf und den umliegenden Gemeinden darf nicht verschlechtert werden“, kritisiert LAbg. Bgm. Markus Ulram.

 

 

 

 

 

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