2. Kinderfacharztstelle für den Bezirk Neusiedl

Neusiedl, 11. 5. 2018

Bürgerpetition an Burgenländische Gebietskrankenkasse und Ärztekammer für Ausschreibung einer Kinderfacharztstelle

Mit einer Unterschriftenaktion fordern in einem überparteilichen Schulterschluss Politiker aller politischen Parteien mit Landeshauptmann Hans Niessl an der Spitze, Vertreter verschiedener Organisationen und BürgerInnen des Bezirks Neusiedl von der Burgenländischen Gebietskrankenkasse und der Ärztekammer die Ausschreibung eines weiteren Dienstpostens für einen Kinderfacharzt mit Kassenvertrag für die Region. Die Petition kann online unter www.openpetition.eu unterzeichnet werden und liegt auch in Gasthäusern und Apotheken des Bezirks Neusiedl zur Eintragung auf; die Zeichnungsfrist läuft bis 15. Juni.

 

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LAbg. Karin Stampfel, FPÖ, Landeshauptmann Hans Niessl, Hannes Mosonyi, Wirtschaftsbund Bezirksobmann

„Dass für den bevölkerungsreichsten und am stärksten wachsenden Bezirk nur ein Kinderarzt zur Verfügung steht, stellt schon jetzt eine gefährliche Unterversorgung dar und ist im Hinblick auf die künftige Entwicklung der Region unzumutbar. Ich appelliere an die Bürgerinnen und Bürger, diese Petition im Sinne des Wohls und der Gesundheit der Kinder des Bezirks zu unterzeichnen“, betonte Landeshauptmann Hans Niessl bei einem Pressegespräch am Freitag, 11. Mai, in Neusiedl. Dem Argument, es gebe keine Kinderärzte, weswegen auch nicht ausgeschrieben würde, könne er nicht folgen. In allen Landesteilen würden Stellen auch für praktische Ärzte öfter ausgeschrieben, bis es zu einer Bestellung komme. Auch würde oft auf den Kinderarzt in Bruck an der Leitha verwiesen; hier handle es sich jedoch um eine Planstelle für Niederösterreich. „Es besteht also akuter Handlungsbedarf. Die Geduld der Bevölkerung geht dem Ende zu“, so Niessl.

„Die ärztliche Versorgung unserer Kleinsten muss auch weiterhin gewährleistet sein“, unterstrich auch FPÖ-LAbg. Karin Stampfel. „Die derzeitige Situation – durchschnittlich drei Stunden Wartezeit bei der Kinderärztin – ist für die Kinder wie auch für die Mütter unerträglich“. Der Bezirk Neusiedl am See sei eine Boomregion mit toller Infrastruktur, Arbeitsplätzen für Junge und mit hoher Sicherheit, sagt Wirtschaftsbund Bezirksobmann Hannes Mosonyi. „Zur Sicherheit und zu guten Rahmenbedingungen zählt aber auch die Gesundheitsversorgung. Wir müssen eine lückenlose ärztliche Versorgung sicherstellen. Kinder brauchen oft eine rasche und kindgerechte Versorgung“.

Mehr als 58.000 EinwohnerInnen leben im Bezirk Neusiedl am See, bald werden es 60.000 sein, damit ist der Bezirk der einwohnermäßig größte des Burgenlandes; die Bevölkerung wächst dank der guten wirtschaftlichen Entwicklung, hohen Lebensqualität und hervorragenden Infrastruktur überdurchschnittlich stark. Mit einer Million Übernachtungen im Jahr ist die Region der Tourismusmotor des Landes, auch der Tages- und vor allem der Einkaufstourismus mit dem Outlet Center Parndorf als international bekanntes Shopping-Aushängeschild bringen jährlich mehrere Millionen Gäste in die Region.

Derzeit steht für den ganzen Bezirk Neusiedl am See nur eine Kinderfachärztin zur Verfügung, die Wartezeiten sind entsprechend lang, was zuletzt zu immer mehr Beschwerden besorgter Eltern geführt habe. Häufig seien Eltern auch gezwungen, mit ihren Kindern den Weg in die Kinderabteilung des Krankenhauses Eisenstadt auf sich zu nehmen. Für Einwohner aus den Randgebieten des Seewinkels bedeute dies Fahrzeiten von bis zu 80 Minuten. Mit Unterstützung von PolitikerInnen aller Parteien und verschiedenen Organisationen fordern deshalb die BürgerInnen des Bezirkes Neusiedl die Ausschreibung einer zweiten Kinderfacharztstelle für den Bezirk Neusiedl. Die Petition an die Burgenländische Gebietskrankenkasse und die Ärztekammer Burgenland soll der Forderung Nachdruck verleihen.

Die im April gestartete Unterschriftenaktion läuft noch bis 15. Juni. Bisher haben 1.200 Personen unterschrieben. Man erhoffe sich einige Tausend Unterschriften. Die Petition kann online unter www.openpetition.eu unterzeichnet werden und liegt auch in Gasthäusern und Apotheken des Bezirks Neusiedl zur Eintragung auf.


Petrik: Harte Verhandlungen mit Krankenkassen und Ärztekammer hinter der Kamera statt Presseauftritt

Grüne
LAbg. Mag. Regina Petrik, Grüne

Im Rahmen der Landtagsenquete zur Gesundheitsversorgung in ländlichen Gebieten, in der vor allem Fachleute zu Wort kamen, wurde deutlich, dass das Problem im niedergelassenen Bereich nicht an den vorhandenen Kassenstellen liegt. Bereits in WIen gelingt es nicht, alle Kassenstellen für Kinderheilkunde zu besetzen. „Wir täten gut daran, das Problem der medizinischen Versorgung wissenschaftsbasiert und sachlich anzugehen und nicht zu glauben, dass eine Pressekonferenz auch nur einen Arzt in den Seewinkel lockt“, meint Regina Petrik, Landessprecherin der GRÜNEN dazu. „Am 8. Mai wurde uns von Fachleuten erklärt, dass es heutzutage für Studienabsolventen unattraktiv ist, als Allgemeinmedizinerin oder Kinderfacharzt eine Ordination im ländlichen Raum zu eröffnen. An diesem Hebel muss nun gearbeitet werden. Das erfordert harte Verhandlungen mit den Krankenkassen und mit der Ärztekammer hinter der Kamera, keinen Presseauftritt.

 

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