Herausforderungen der Gesundheitsversorgung

Eisenstadt, 8. 5. 2018

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Parlamentarische Enquete beleuchtete das Thema „Gesundheitsversorgung in der ländlichen Region: Den Hausarzt flächendeckend im Burgenland erhalten!“

Um die verantwortungsvolle Gesundheitspolitik, die im Burgenland betrieben wird, noch weiter zu professionalisieren, wurde am 08. Mai 2018 im Burgenländischen Landtag zum Thema „Gesundheitsversorgung in der ländlichen Region: Den Hausarzt flächendeckend im Burgenland erhalten“ eine Parlamentarische Enquete abgehalten. Rund 300 Allgemeinmedizinerinnen und Allgemeinmediziner listet die Ärztekammer in allen burgenländischen Bezirken. Bei aufgerundet 300.000 Einwohnerinnen und Einwohnern ergibt dies je einen Allgemeinmediziner für weniger als 1.000 Personen. Dies bezieht sich ausschließlich auf den Bereich der Allgemeinmedizin. Insgesamt erfasst die Ärztekammer im Burgenland mehr als 540 Medizinerinnen und Mediziner. Wie auch andere ländlich strukturierte Regionen, steht das Burgenland bei der Nachbesetzung von Hausarztstellen vor einer Herausforderung.

„Im Sinne einer lösungsorientierten Herangehensweise, wie es die medizinische Versorgung als Primärelement der Lebensqualität und individuellen Sicherheit verdient, gilt es diesem Problem dementsprechend entgegenzutreten. Also sowohl frühzeitig unmittelbar wirksame Maßnahmen zur Behandlung der Symptome eines schwächer werdenden Systems zu ergreifen, als auch mit Hilfe einer langfristigen Strategie eine Systemheilung herbeizuführen. Beides geschieht im Burgenland. Ersteres wurde durch die Einrichtung der Akutordinationen Anfang April erfolgreich flächendeckend vollzogen, Zweiteres soll durch die Attraktivierung des Landarztberufes erfolgen“, so Landtagspräsident Christian Illedits in seinen Begrüßungsworten.

Diese Aktordinationen erweitern die medizinische Versorgung durch lokale Haus- und Visitenärzte im Burgenland und sorgen durch längere Öffnungszeiten für eine allgemeinmedizinische Versorgung in den Abendstunden und kürzere Wartezeiten durch einen raschen Zugang zur Behandlung. Zudem gibt es im burgenländischen Visitensystem nach wie vor eine Verpflichtung der niedergelassenen Kassenärzte, Wochentagnachtdienste zu erfüllen. Im Burgenland gibt es hierfür 29 Betreuungssprengel, die sowohl Wochentags, als auch an Wochenenden und Feiertagen besetzt sind. Dementsprechend ist die flächendeckende Versorgung durch einen Bereitschaftsdienst gegeben.

Um die hochwertige und wohnortnahe Versorgung im Burgenland weiterhin zu gewährleisten und für die Zukunft abzusichern, soll hinkünftig sowohl die Ausbildung der nachfolgenden Ärztegeneration, als auch die Attraktivierung des Landarztberufes in den Fokus gerückt werden. Das Burgenland setzt bereits jetzt zahlreiche Fördermaßnahmen, um angehende Medizinerinnen und Mediziner durch finanzielle Hilfestellungen, aber auch durch die Vermittlung von Know-How zu unterstützen, die Praxen in den burgenländischen Gemeinden in Betrieb zu halten und so zu einer flächendeckenden, aber vor allem auch gleichberechtigten Versorgung mit medizinischen Leistungen beizutragen.

Dazu Landesrat Mag. Norbert Darabos: „Mit der Förderung von Landarztpraxen setzen wir weitere wichtige Akzente, um die flächendeckende allgemeinmedizinische Versorgung im Burgenland auch in Zukunft zu gewährleisten und weiter zu verbessern. Das Burgenland macht seine Hausaufgaben und steuert mit seinem Burgenland-Paket für mehr Landärzte auch einem drohenden Medizinermangel entgegen. Hohe Qualität und kurze Wege – das steht für uns im Gesundheitsbereich im Vordergrund. Mit unseren Förderprogrammen nehmen wir auch hier eine österreichweite Vorreiterrolle ein und entwickeln uns Schritt für Schritt zu einer sozialen Modellregion!“

Nach den Statements von Mandataren des Burgenländischen Landtages wurde die Parlamentarische Enquete mit Referaten von Univ.-Ass. Dr.in Stephanie Poggenburg, Institut für Allgemeinmedizin und evidenzbasierte Versorgungsforschung an der Medizinischen Universität Graz, Dr. Michael Schriefl, 1. Vizepräsident der Ärztekammer Burgenland und Praktischer Arzt in Mörbisch am See, Dr. Karlheinz Kornhäusl, 1. Obmann-Stellvertreter der Kurie Angestellter Ärzte der Ärztekammer Steiermark, und von a.o. Univ.-Prof. Dr. Thomas Szekeres, PhD, Präsident der Österreichischen Ärztekammer, fortgesetzt.


Erhöhung der Studienplätze Medizin
Petrik: „Darabos soll auf Fachleute, nicht auf sein Gefühl hören.“

Im Rahmen der Landtagsenquete zum Erhalt der Landarztpraxen im Burgenland bekräftigten alle von den Parteien geladenen Fachleute, dass es in Österreich genügend Studierende in medizinischen Fächern gäbe. Das Problem sei, dass es in anderen europäischen Ländern ein besseres Berufseinstiegsangebot gebe, erläuterte Dr.in Stephanie Poggenburg von der MedUni Graz. Das führe dazu, dass viele AbsolventInnen Arbeitsstellen in Ausland annehmen, während hierzulande Landarztpraxen unbesetzt bleiben. Landesrat Darabos bekräftige dennoch seine Forderung nach mehr Studienplätzen im Medizinstudium. Völlig unverständlich ist das für die GRÜNE Abgeordnete Regina Petrik: „Da sagen uns vier Fachleute übereinstimmend, dass das Problem des Ausbleibens von Allgemeinmedizinern nicht an einer zu geringen Zahl von in Österreich ausgebildeten Ärzten liege, aber Landesrat Darabos folgt seinem Gefühl, dass eine Erhöhung der Studienplätze doch der richtige Hebel zur Problemlösung sein könnte. Ich fordere Landesrat Darabos auf, in dieser Sache doch besser auf die Fachleute als auf sein Gefühl zu hören. Diese hatten eine eindeutige Botschaft an uns: In Österreich muss der Einstieg in das Berufsleben als Landärztin oder Landarzt attraktiver gestaltet werden. Nur so wird es gelingen, die ausgebildeten Mediziner im Land zu halten. Einfach immer mehr auszubilden – was auch immens viel Geld kostet – löst das Problem der Abwanderung der Ärzte nicht.“


Parlamentarische Enquete:
Den Hausarzt als ersten Ansprechpartner in der Gesundheitsversorgung erhalten

„Es ist richtig und wichtig, dass auf unsere Initiative zu dieser Enquete geladen wurde. Mit Politikern und Experten wurden die Probleme rund um den Ärztemangel erörtert und erste Lösungsansätze diskutiert“, zeigen sich Landesparteiobmann Thomas Steiner und Klubobmann Christian Sagartz zufrieden mit der Parlamentarischen Enquete. „Jetzt gilt es, diese neuen Aspekte aufzuarbeiten und den guten und sachlichen Ton in dieser Sache beizubehalten.“

Gerade der ländliche Raum ist massiv gefährdet, wenn es um die Besetzung von Hausarztstellen geht. Diese Situation wird durch die große Zahl der bevorstehenden Pensionierungen noch erheblich verschärft. „In den nächsten sieben Jahren gehen drei von vier Hausärzten im Burgenland in Pension. Immer weniger Ärzte wollen am Land arbeiten, die Gründe dafür sind unterschiedlich“, gibt Thomas Steiner zu bedenken und fordert: „Es müssen daher Anreize geschaffen werden, um junge Ärzte für den ländlichen Raum zu gewinnen. Nur durch eine gute medizinische Versorgung kann die Lebensqualität am Land gesichert werden.“ Die Volkspartei Burgenland wird bei diesem Thema weiterhin der Schrittmacher sein und Rot-Blau dazu auffordern, die Gesundheitsversorgung abzusichern.

 

Sagartz: Den Hausarzt als ersten Ansprechpartner im ländlichen Raum erhalten

Die Burgenländer schätzen ihren Hausarzt für kompetente, persönliche und kontinuierliche medizinische Betreuung. Der Hausarzt muss seinen Stellenwert beibehalten und als wichtiger Partner im Gesundheitsbereich auftreten. „Diese parlamentarische Enquete ist eine sachliche Diskussion, jenseits der parteipolitischen Diskussion – das wollten wir in den Vordergrund stellen. Deshalb haben wir mit allen Oppositionsparteien und den parteifreien Abgeordneten Steier diese Enquete beantragt“, betont Sagartz und unterstreicht: „Unser Ziel steht fest: Wir wollen den Hausarzt als ersten Ansprechpartner in der medizinischen Erstversorgung erhalten.“

 

 

 

 

 

 

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