Public Viewing WM 2018 – Alle Informationen für Veranstalter

Eisenstadt, 27. 4. 2018

Von 14. Juni bis 15. Juli 2018 findet die Fußball WM 2018 (FIFA 2018 WORLD CUP™) in Russland statt.

Wenn Sie die Spiele in Ihrem Betrieb zeigen möchten, sind folgende Regelungen hinsichtlich der Lizensierung zu beachten.

Grundsätzlich gilt: Wird kein gesonderter Eintritt verlangt und treten keine Sponsoren in Erscheinung, handelt es sich in den Augen der FIFA nicht um eine kommerzielle Veranstaltung, sodass keine Lizensierungspflicht gegeben ist. Gewisse Ausnahmen diesbezüglich gelten für größere Veranstaltungen mit mehr als hundert Gästen.

ORF & FIFA

Der ORF ist als offizieller Medienpartner der FIFA für die Umsetzung des Lizensierungsprogramms des FIFA 2018 WORLD CUP™ – insbesondere die Lizenzierung der entsprechenden Rechte für Public Viewing – verantwortlich.

Der Veranstalterverband Österreich hat für seine Mitglieder die Live-Übertragungsrechte für die Fußball-WM 2018 mit ORF und AKM verhandelt und konnte erreichen, dass unter folgenden Voraussetzungen keine Lizenzgebühren für ORF bzw. FIFA anfallen:

  • Öffentliche Übertragungen in Bars/Hotels/Restaurants und anderen kommerziellen Betrieben, insofern diese Übertragungen innerhalb der gastronomischen Räumlichkeiten betrieben werden, die relevanten TV-Abonnements für den kommerziellen Bereich und die notwendigen örtlichen Genehmigungen vorhanden sind, sofern solche Veranstaltungen nicht gesponsert werden, kein Eintrittsgeld erhoben wird und keine zusätzlichen kommerziellen Aktivitäten gesetzt werden.
  • Nicht-kommerzielle Public Viewing Events (kleine Veranstaltungen) mit bis zu maximal 100 Personen.

Veranstaltungen die über diese Kriterien hinausgehen (z.B. durch gesondertes Eintrittsgeld, Sponsoring) gelten als kommerzielle öffentliche Übertragungen und unterliegen einer Lizensierungspflicht durch den ORF.

Achtung!

In diesem Fall muss der Lizenzantrag bis spätestens 9. Mai 2018 erfolgen!

AKM

Seitens der AKM fallen für die Spiele der WM keine Lizenzgebühren an, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind:

  • Mitgliedsbetriebe der Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft, im Speziellen Gastronomiebetriebe und dazugehörende Gastgärten
  • Bildschirmdiagonale bis zu 3 Meter (TV bzw. Beamer)
  • Keine kommerzielle (siehe oben) Veranstaltung
  • Bei zeitgleicher Übertragung der FIFA WM 2018TM Spiele
  • Und nur für die TV-Übertragung der FIFA WM 2018TM Spiele

Werden im Rahmen der Veranstaltung die Gäste zusätzlich z.B. mit einer Band (Live Musik) oder mittels Hintergrundmusik unterhalten, ist diese öffentliche Aufführung von Musik nicht AKM frei.

Für begleitende Hintergrundmusik haben die meisten Betriebe bereits einen entsprechenden AKM-Jahresvertrag. Gibt es für Livemusik oder Hintergrundmusik keinen AKM-Vertrag, so ist eine Meldung bei der AKM notwendig und für diese öffentliche Aufführung von Musik, ein Entgelt an die AKM zu zahlen.

Zusammenfassung
© VVAT
  • Nicht kommerzielle Veranstaltung: kein Eintritt, keine Sponsoren, keine kommerzielle Verwertung
  • Kommerzielle Veranstaltung: Eintritt, Sponsoren, kommerzielle Verwertung

Betriebsanlagengenehmigungsverfahren

Keine Genehmigung ist in den Fällen des § 81 Abs. 2 GewO 1994 erforderlich wie zB bei: Änderungen von vorübergehender, vier Wochen nicht überschreitender Dauer, die keine Gefährdung des Lebens oder der Gesundheit von Personen bewirken und aus Anlass von Ereignissen oder Veranstaltungen, die in kulturellem oder sportlichem Interesse überregional breiter Kreise der Bevölkerung stattfinden, vorgenommen werden (betrifft „Public Viewing“ in Zusammenhang mit entsprechenden Großereignissen, wie Fußball-EM oder -WM, Olympische Spiele, Ski-WM, Erhebung einer österreichischen Stadt zur Kulturhauptstadt, etc.).

Das heißt für temporäre Änderungen in einem ansonsten genehmigten Gastronomiebetrieb – wie beim Public Viewing – ist gemäß Gewerbeordnung keine weitere Genehmigung bzw. Anzeige mehr erforderlich!

Um aus der Verpflichtung „keine Gefährdung des Lebens oder Gesundheit von Personen“ ein allfälliges Risiko einer Bestrafung (zB nach einem Brand, Raufhandel) zu minimieren, empfehlen wir eigene geeignete Maßnahmen in Betracht zu ziehen. Beispielsweise fixe Bestuhlung mit Abstand, Fluchtwege, kein offenes Feuer, zusätzliche Feuerlöscher, Abstimmung mit Feuerwehr und Polizei usw. (siehe dazu auch das Veranstaltungsgesetz Ihres Bundeslandes).

Verpflichtungen aus anderen Rechtsbereichen (zB Baurecht) bleiben durch die Genehmigungsbefreiung unberührt.

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