Breitspurbahn: Viele offene Fragen für die ganze Ostregion

Eisenstadt, 17. 4. 2018

Aktuell ist von einem riesigen Bahnterminal bei Parndorf die Rede. Erst vor kurzem hat Verkehrsminister Hofer eine Zusatzvereinbarungen zum bisherigen Abkommen unterzeichnet. Den GRÜNEN geht es nicht primär um die Bahnstrecke, sondern um die gesamte damit im Zusammenhang stehende Infrastruktur.

„Selbstverständlich sind wir GRÜNE für den Güterverkehr auf der Schiene, für uns stellt sich nur die Frage, ob die Regierungsmitlieder die bisher alle diesem gigantischen Projekt ihre Zustimmung gaben, sich über die Auswirkungen auf die Region im klaren sind,“ so Spitzmüller.

grüne
LAbg. Rüdiger Maresch (Wien), Landessprecherin und LAbg. Helga Krismer (NÖ) und LAbg. Wolfgang Spitzmüller, danach die beiden Gemeinderäte Roman Kral (Bruck/Leitha) und Gerhard Mölk (Bruckneudorf)

Fragenkatalog

Deshalb haben sich die GRÜNEN Wien, Niederösterreich und Burgenland zusammengesetzt und zahlreiche Fragen formuliert. Diese Fragen stellten sie zum Teil heute gemeinsam bei der Pressekonferenz am Wiener Hauptbahnhof und werden sie in den Landtagen, bzw. in Wien innerhalb der Stadtregierung stellen.

Die Zahlen und Fakten die bisher vorliegen, weisen jedenfalls darauf hin, dass dieses riesige Infrastruktur-Projekt massive Auswirkungen auf die gesamte Region Wien/Niederösterreich/Burgenland hätte. So soll das gesamte Areal bis zu 200 Hektar groß sein. Es geht um etwa 22 Millionen Tonnen pro Jahr an Güterumschlag. Der LKW-Verkehr würde massiv zunehmen. Österreich müsst wohl über 2 Milliarden Euro investieren.

Für die GRÜNEN stellen sich unter anderem folgende Fragen:

  • Mit welcher Zunahme des Schwerverkehrs auf der Straße ist zu rechnen?
  • Wie stark müssen Schienen und Straßen ab Parndorf ausgebaut werden?
  • Was bedeutet das für die AnrainerInnen? Lärm, Verkehr, ….
  • Das Burgenland ist nach wie vor Feinstaub-Sanierungsgebiet, welche Auswirkungen sind dadurch zu erwarten?
  • Was bedeutet das für Natur und Umwelt, insbesondere den Nationalpark Neusiedlersee, aber auch den Nationalpark Donauauen?
  • Welche Auswirkungen hat das Projekt auf das Europaschutzgebiet (Natura2000) auf der Parndorfer Platte?
  • Welche Auswirkungen sind auf den Tourismus zu erwarten?
  • Mit welchen Auswirkungen ist geopolitisch aus heutiger Sicht zu rechnen?
  • Welche Auswirkungen hat das Projekt für die Klimakatastrophe? Wie wird sich der CO2-Ausstoß sowohl regional als auch global dadurch verändern?

Forderung

„Derartige Großprojekte bieten immer einerseits Chancen, allerdings auch Gefahren. Unserer Meinung nach hat die Bundesregierung hier ihre Hausaufgaben nicht ausreichend gemacht,“ So Spitzmüller. Er fordert, dass Länder und Bund diese Fragen beantworten, sodass die Auswirkungen öffentlich diskutiert werden können und für die Bevölkerung klar ist womit sie zukünftig rechnen müssen.


Eine Breitspurbahn ist eine Eisenbahn mit einer Spurweite, die größer ist als die 1435 Millimeter der in Europa, Nordamerika und der Volksrepublik China üblichen Normalspur.

Die unterschiedlichen Spurweiten entstanden in der Anfangszeit der Eisenbahnen, als es nur wenige zusammenhängende Netze gab oder noch keine Einigungen hinsichtlich einer Standardisierung erzielt werden konnten. Der Trend zu zwischen verschiedenen Netzen durchlaufenden Zügen hat in vielen Fällen dafür gesorgt, die Spurweiten anzugleichen. In einigen Fällen spielen oder spielten aber auch geostrategische Aspekte eine Rolle, um an abweichenden Spurweiten festzuhalten: So sollte der durch verschiedene Spurweiten erschwerte Übergang zwischen den Eisenbahnnetzen ihre Nutzung als Mittel der schnellen militärischen Invasion behindern. Die Spurweite und das Lichtraumprofil einer Eisenbahn beeinflussen Transportleistung und Wirtschaftlichkeit auf der einen Seite, andererseits aber auch Aufwand und Kosten für den Bau der Bahntrasse.

 

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