Verhandlungen über Freihandelsabkommen mit den Mercosur-Staaten stoppen!

Eisenstadt, 9. 4. 2018

Die Verhandlungen der Europäischen Union mit den Mercosur-Staaten Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay befinden sich nach mittlerweile 31 Verhandlungsrunden in der finalen Phase und soll unter anderem den Import von Fleisch nach Europa erleichtern.

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Für die burgenländischen SPÖ-Mandatare Abg.z.NR Erwin Preiner und LAbg. Kilian Brandstätter überwiegen aber deutlich die Nachteile: KonsumentenInnenschutz, Umwelt- und Sozialstandards werden gefährdet und die heimische Landwirtschaft kommt stark unter Druck.

Der Trend in Europa geht zu einer immer strengeren Lebensmittelkennzeichnung und zu einer laufenden Erhöhung der Produktqualität bei gleichzeitiger Regionalisierung. Das Mercosur-Freihandelsabkommen würde diesen Trend komplett unterlaufen. „Verhandlungen aussetzen und laut über Alternativen nachdenken. Ein Abbau sämtlicher Handelshemmnisse würde nicht kalkulierbare Folgen für den Standort Österreich haben“, so Preiner und Brandstätter unisono.

Wenn die Einfuhr von „Billigfleisch aus Brasilien“ im geplantem Umfang in die österreichische Wirtschaft kommt, dann wird die Rinderwirtschaft dramatische Einbrüche erleben und auch eine Gefährdung vieler landwirtschaftlicher Betriebe im Burgenland darstellen.

„Fleischkonsum hat erhebliche Auswirkungen auf unsere Umwelt. Ammoniak in der Luft und Antibiotika im Boden sind nur ein paar Beispiele. Der Einsatz GVO-freier Futtermittel, artgerechte Tierhaltung, kurze Transportwege von Tieren und Fleisch sind nun mal Qualitätskriterien der heimischen Fleischproduktion, Argumente für die KonsumentInnen und Faktoren, um unsere Gesundheit, unsere Umwelt und unser Klima wirksam zu schützen“, so Brandstätter.

ÖVP-Ministerin Elisabeth Köstinger hat in der Vergangenheit immer wieder klar Stellung gegen das Mercosur-Abkommen bezogen, weil die heimische Landwirtschaft große Nachteile zu befürchten hat. „Es wäre wünschenswert und verantwortungsvoll, die heimische Landwirtschaft, die heimische Wirtschaft und die heimischen KonsumentInnen zu schützen; leider steht die Regierung zu gerne auf der Seite der Konzerne und nicht auf der Seite der Bevölkerung! Rasches Umdenken wäre angesagt, Frau Ministerin“, fordert Preiner.

 

Hintergrund-Info: Für die Mercosur-Staaten ist die Europäische Union bereits heute weltweit der wichtigste Absatzmarkt. 85 Prozent der EU-Ausfuhren in den Mercosur unterliegen dem Zoll. Der Mercosur hat der EU angeboten, 93 Prozent seiner Warenpalette für den zollfreien Handel freizugeben. Diese Zölle machen im Handel mit EU-Unternehmen Kosten von rund vier Milliarden Euro aus.

 

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