Akutordinationen in jedem Bezirk ab 3. April 2018

16. 3. 2018

Grünes Licht für Akutordinationen: Erfolgsmodell kommt flächendeckend im Burgenland

.

Bereits erfolgreich im „Echtbetrieb“ im Krankenhaus Oberwart umgesetzt, werden die Akutordinationen nun flächendeckend ausgerollt. Das Land Burgenland zieht dabei mit der Gebietskrankenkasse und der Ärztekammer an einem Strang. Auftakt ist der 3. April. „Das Pilotprojekt in Oberwart hat gezeigt, dass die Akutordination gut angenommen wurde. Patienten dürfen in den Ambulanzen der Spitäler nicht lange warten und müssen auch in den Randzeiten schnell versorgt werden können – das ist mit dem neuen Modell gewährleistet“, sagte Landesrat Hans Peter Doskozil heute in Eisenstadt. Einen gesundheitspolitischen Meilenstein sieht SPÖ-Klubobfrau Ingrid Salamon in der Realisierung der Akutordinationen in allen sieben Bezirken des Landes: „Dieses Modell passt ganz in die Grundlinie unserer gesamten Gesundheitspolitik: hohe Qualität und möglichst kurze Wege.“ Der SPÖ-Klub wird das neue Angebot mit einer Informations-Offensive begleiten.

2.100 Patienten haben im vergangenen Jahr die Akutordination in Oberwart aufgesucht. Ein Drittel davon ist nach der Untersuchung im Spital aufgenommen worden. Alle anderen konnten nach der Untersuchung wieder nach Hause entlassen oder an einen niedergelassenen Facharzt bzw. auch an den Hausarzt verwiesen werden. „Es geht einerseits darum, der Bevölkerung eine qualitätsvolle Versorgung zu den Randzeiten anzubieten. Andererseits entlastet das Konzept der Akutordinationen auch die Spitalsambulanzen und macht den Landarzt-Beruf attraktiver, weil weniger Nacht- und Bereitschaftsdiente anfallen“, fasste Landesrat Doskozil die Vorteile zusammen. Das Gesundheitssystem müsse nachhaltig gestaltet sein und die bestmögliche Versorgung für alle Burgenländerinnen und Burgenländer garantieren können.

Vom SPÖ-Klub werde das neue Angebot mit aktiver Informationsarbeit begleitet, kündigte Klubchefin Salamon an. Dazu werde man das Internet und die sozialen Medien ebenso nutzen wie den direkten Kontakt der Abgeordneten zur Bevölkerung: „Die Akutordinationen haben uns in den letzten Monaten auch im Landtag stark beschäftigt – wir halten es für eine Pflicht bürgernaher Politik, die Menschen über die Ergebnisse dieser Arbeit zu informieren. Damit leisten wir einen Beitrag, dass ein gutes Angebot auch gut angenommen wird“, so Salamon. Die SPÖ-Klubobfrau forderte überdies eine Öffnung des Medizin-Studiums bzw. mehr Studienplätze für angehende HumanmedizinerInnen.

 

>> „Burgenland hat beste Gesundheitsversorgung“

„Mit den Akutordinationen in jedem Bezirk stehen für alle burgenländische Patienten Hausärzte außerhalb der Ordinationszeiten wochentags von 17 bis 22 Uhr bereit. Die Versorgung rund um die Uhr wird durch die Spitalsambulanzen komplettiert. Das Burgenland hat damit österreichweit die beste Gesundheitsversorgung“, so Landesgeschäftsführer Christian Dax.

Die Akutordinationen sind ein zusätzliches Angebot für Notfälle, bei denen üblicherweise der Hausarzt aufgesucht wird, und haben dann geöffnet, wenn die meisten praktischen Ärzte keine Ordinationszeiten mehr haben. In den Spitälern sollen sie vor allem die Ambulanzen entlasten und lange Wartezeiten für die PatientInnen verhindern. Die Akutordination wird jeweils in den Spitälern Eisenstadt, Oberpullendorf, Kittsee und Güssing geöffnet. In Mattersburg und Jennersdorf ist die Akutordination in der Bezirksstelle des Roten Kreuzes eingerichtet. Die Öffnungszeiten sind Montag bis Freitag jeweils von 17:00 bis 22:00 Uhr.


Reaktion der ÖVP:

Wir fordern eine vollwertige Akut-Ordinationen für jeden Bezirk – auch für Jennersdorf und Mattersburg!

Die Volkspartei Burgenland kämpft für eine Akut-Ordination in jedem Bezirk. SPÖ-Landesrat Doskozil hat die Umsetzung bis April in allen sieben Bezirken nach dem Modell Oberwart angekündigt. „Nun wird aber klar: Mattersburg und Jennersdorf bekommen lediglich einen Visitenarzt und nicht zwei Ärzte – einen für die Akutordination und einen Visitenarzt – wie in Oberwart“, kritisieren die ÖVP-Bezirksparteiobmänner der betroffenen Bezirke Christian Sagartz und Bernhard Hirczy. „Damit gibt es keine sichere medizinische Versorgung in den Abendstunden in Jennersdorf und Mattersburg.“

spö övp

Kritisch betrachten Sagartz und Hirczy, dass in den Bezirken Jennersdorf und Mattersburg, wo es kein Krankenhaus gibt, ein einziger Arzt sowohl die Tätigkeit der Akutordination als auch die des Visitenarztes übernimmt. „Wenn nun ein Patient die Akutordination in Jennersdorf oder Mattersburg aufsucht, kann es passieren, dass niemand anwesend ist. Das hat nichts mit einer Akutversorgung in den Abendstunden zu tun“, kritisiert Sagartz.

Auch Bernhard Hirczy versteht nicht, warum Jennersdorf und Mattersburg lediglich einen Arzt bekommen. „Groß wurde eine Akutordination in jedem Bezirk angekündigt. Genau das Gegenteil ist eingetreten. Jennersdorf hat zwar einen Visitenarzt, aber niemand kann sich darauf verlassen, dass die Akutordination in der Rot Kreuz-Stelle Jennersdorf immer besetzt ist“, bemängelt Hirczy und ergänzt: „Ich hoffe, dass auch Jennersdorf eine vollwertige Akutordination bekommt. Denn die Akutordination muss einen Mehrwert für die Bevölkerung im Bezirk aber auch für die Rot Kreuz-Dienststelle Jennersdorf sein und nicht zu Lasten der Ehrenamtlichen gehen.“

Die Volkspartei Jennersdorf und Mattersburg appellieren deshalb an SPÖ-Landesrat Doskozil: „Wenn wir schon von einer sicheren medizinischen Versorgung in allen sieben Bezirken sprechen, dann muss diese auch umgesetzt und nicht nur angekündigt werden“, so die Mandatare unisono.

Information zur Akut-Ordination:

Wochentags von 17 bis 22 Uhr haben zwei diensthabende Ärzte (Visite und Ordination) Dienst. Vorteil für die Patienten: Gesicherte Grundversorgung rund um die Uhr.

Vorteil für die Allgemeinheit: Kostengünstiger als Krankenhaus-Besuch

 

 

 

 

Hier geht es zum Video auf YouTube

 

 

Share Button

Related posts