Janusz Korczak Preis 2018 vergeben

Eisenstadt, 28. 2. 2018

Janusz-Preis für besondere Leistungen an junges Quintett

Fünf Kinder und Jugendliche wurden von der Österreichischen Janusz Korczak Gesellschaft mit dem „Janusz 2018“ ausgezeichnet

Mit dem Janusz-Preis – benannt nach dem polnischen Kinderarzt und Pädagogen Janusz Korczak, der für sein aufopferndes soziales Engagement berühmt und mit ihm zur Obhut überlassenen Waisenkindern in Treblinka von den Nationalsozialisten ermordet wurde – ehrt die Österreichische Janusz Korczak Gesellschaft Kinder und Jugendliche, die sich trotz schwierigstem sozialem Umfeld durch besondere Leistungen im sozialen Bereich hervorgetan haben. Das Burgenland ist nach Wien das zweite Bundesland, in dem dieser Preis heute, Mittwochabend, im Landesmuseum in Eisenstadt verliehen wurde. Übergeben wurde die Auszeichnung an Stefan, Humajun, Janine, Jasmine und Dominik von Soziallandesrat Mag. Norbert Darabos und dem Vorsitzenden des Vorstandes der Österreichischen Janusz-Korczak-Gesellschaft Univ. Prof. Dr. Karl Garnitschnig. „Das Berührende an diesem Preis ist aus meiner Sicht, dass hier Leistungen prämiert werden, die wirklich außergewöhnlich sind, weil sie von Kindern und Jugendlichen erbracht werden, die unter schwierigsten Voraussetzungen und Umständen ins Leben gestartet sind und es alles andere als leicht haben. Ich möchte den jungen Preisträgern herzlichen gratulieren und mich bei der Österreichischen Janusz Korczak Gesellschaft für ihr vorbildliches soziales Engagement bedanken“, so Darabos.

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Soziallandesrat Mag. Norbert Darabos und der Vorsitzenden des Vorstandes der Österreichischen Janusz Korczak Gesellschaft Univ. Prof. Dr. Karl Garnitschnig mit den Geehrten Stefan sowie Dominik und dessen Vater Thomas

Garnitschnig würdigte in seiner Ansprache das Wirken Janusz Korczaks und verwies vor allem auf seine ersten pädagogischen Schriften „Wie man ein Kind lieben soll“ (1919) und „Das Recht des Kindes auf Achtung“ (1928). Laudator Andreas Fischer, Vorstandsmitglied der Österreichischen Janusz Korczak Gesellschaft, würdigte die Ausgezeichneten als Menschen, die „einen schweren Rucksack tragend das Leben meistern, wie man es sich von so manchem Erwachsenen wünschen würde“. Es sei wunderbar zu sehen, „was mit unbändigem Lebenswillen alles möglich ist“.
Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von der Musikerin Claudia Wratschko und vom Landhauschor.
Zum Schutz der Geehrten werden nur deren Vornamen genannt Namen.

Ausstellung Janus Korczak
Im Rahmen der Preisverleihung gab eine Ausstellung Einblicke über das Leben, Wirken und Grundsätze des „Vaters“ der Kinderrechte Janus Korczak. Die Ausstellung übersiedelt danach ins Landhaus Alt in Eisenstadt, wo sie eine Woche lang im Wandelgang vor dem Landtagssitzungssaal gezeigt wird.

Janusz Korczak (1878 – 1942)
Janusz Korczak (1878 – 1942) war polnischer Arzt, Pädagoge und Schriftsteller und wurde berühmt für sein aufopferndes soziales Engagement. Ab 1911 leitete er das nach seinen Plänen errichtete Waisenhaus für katholische und jüdische Kinder „Dom Sierot“. Seine Erziehungstheorie und -praxis basiert auf ausgeprägten demokratischen Grundüberzeugungen. Gegenseitige Achtung, die Übernahme von Verantwortung durch die Kinder und das Vertrauen der Erwachsenen in die Person des Kindes gehören zu seinen wichtigen Gestaltungsprinzipien.
Als 1939 die deutschen Truppen in Polen einfielen und das jüdische Waisenhaus in das neu geschaffene Warschauer Ghetto verlegt wurde, blieb Korczak in Warschau. Als am 22. Juli 1942 die Deportationen der Juden aus dem Warschauer Ghetto begannen, begleitete er „seine“ Kinder in den Vernichtungstod nach Treblinka, obwohl er mehrfach die Möglichkeit hatte, dem Tod zu entkommen.

 

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