Schluss mit „Heile-Welt-Politik“ am Neusiedlersee

Eisenstadt, 7. 2. 2018

Petrik (Grüne) fordert erneut Entwicklungskonzept für die Region um den Neusiedlersee

Rund um den Neusiedlersee sprießt ein Bauprojekt nach dem anderen aus dem Boden. Von Weiden und Neusiedl aus wird das Westufer des Sees zunehmend zum Gebiet der lukrativen Immobiliengeschäfte. Dies geht auf Kosten der Kulturlandschaft und der einheimischen Bevölkerung. Das Seeufer droht immer mehr verbaut zu werden, öffentliche Zugänge zum Neusiedlersee werden rar und in Entscheidungen überwiegen einzelne Gemeindeinteressen.

Grüne

Regina Petrik, Grüne

Was fehlt, ist der Gesamtblick auf die Region um den Neusiedlersee und eine Kooperation der Gemeinden untereinander, um das gemeinsame Erbe gut zu gestalten und nicht in einen Konkurrenzkampf um die besten Touristen- und Wohnprojekte zu verfallen“, kritisiert Regina Petrik, Landessprecherin der GRÜNEN.“Die vage Ankündigung der Überarbeitung eines völlig veralteten Managementplans durch Vereinsobmann Preiner zeugt von dessen Gleichgültigkeit gegenüber den Entwicklungen der letzten Jahre. Seit 2014 steht die Forderung bereits im Raum, geschehen ist bisher nichts.“

 

 

Die Situation ist dramatisch. Auch Bürgerinitiativen machen sich mittlerweile stark und sehen durch den Bauboom sogar das Siegel Welterbe in Gefahr“ warnt Petrik. „Die Landesregierung weiß den Interessen der Immobilienentwickler nichts entgegenzusetzen und setzte auf eine „Heile-Welt-Politik“. Gegen eine Wanderausstellung für Schulen und ein paar nette Aktionen ist ja nichts einzuwenden, aber das wird die Verbauung des Seeufers nicht stoppen. Landesrätin Eisenkopf darf nicht länger vor der Gefahr der Ausbeutung der Naturlandschaft durch Wirtschaftsinteressen die Augen verschließen. Gerade als Umweltlandesrätin hätte sie hier eine besondere Verantwortung.“

 

Die GRÜNEN fordern daher ein ökologisches Entwicklungskonzept für die Region Neusiedlersee, das aufgrund von ehrlichen Bestandsanalysen

Entwicklungsziele bis zum Jahr 2025 formuliert. „Auch die Ausarbeitung eines strategischen Tourismuskonzepts unter Berücksichtigung von Naturschutz und Umweltinteressen fehlt“, kritisiert Regina Petrik. „Es liegen aus den vergangenen Jahren bereits Analysen und Konzepte vor, die einbezogen werden können. Bei gemeinsamer Anstrengung ist es daher realistisch, bis spätestens Ende 2018 einen umsichtigen Entwicklungsplan zu erstellen. Man muss es nur wirklich wollen. Das, was uns Landesrätin Eisenkopf heute präsentiert hat, zeigt, dass sie den Ernst der Lage nicht sieht und dass sie ‚business as usual‘ betreiben will. Diese Politik wird die Besonderheit der Region Neusiedlersee zerstören und der Umwelt noch größeren Schaden als bisher anrichten.“

 

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