Kein Kuhhandel mit Rindfleisch

Eisenstadt, 6. 2. 2018

Grüne Bäuerinnen und Bauern Burgenland fordern Abbruch der Verhandlungen.

In den Verhandlungen über ein Handelsabkommen mit den Mercosur-Staaten (Argentinien, Brasilien, Uruguay, Paraguay) hat die EU-Kommission der südamerikanischen Gegenseite ein neues Angebot für den Import von Rindfleisch gemacht. Obwohl bereits jetzt fast 250.000 Tonnen pro Jahr aus den vier Ländern in die EU eingeführt werden, forderten die Südamerikaner eine zollfreie Quote von 100.000 Tonnen pro Jahr.

grüne

Bis vor kurzem beharrten die EU-Verhandler auf maximal 70.000 Tonnen Einfuhrquote. Nun erhöht die Kommission das Angebot auf 99.000 Tonnen.

„Es kann nicht sein, dass wir die europäische Rindfleischproduktion auf dem Altar des Freihandels opfern. Die RindfleischproduzentInnen stehen angesichts der billigen Konkurrenz aus Südamerika bereits jetzt unter hohem Druck. Mit den zollfreien Importen aus Massenproduktion müssen voraussichtlich tausende Bauern und Bäuerinnen ihre Höfe zusperren – insbesondere kleine Betriebe, die nicht so billig produzieren können!“, empört sich Irmi Salzer, Biobäuerin im Südburgenland und Vorstandsmitglied der Grünen Bäuerinnen und Bauern.

„Mit JBS ist der weltweit größte Fleischkonzern in Südamerika beheimatet. Er ist für hunderte Millionen Tonnen CO2-Ausstoß verantwortlich und ist in Gammelfleisch– und Korruptionsskandale verwickelt. Anstatt den Klimawandel durch die industrielle Fleischproduktion und den Transport von Fleisch von Kontinent zu Kontinent weiter anzuheizen, müssen wir uns auf regionale und nachhaltige Erzeugung konzentrieren“, fordert Wolfgang Spitzmüller, Biobauer und Landtagsabgeordneter der GRÜNEN.

Die beiden GRÜNEN KandidatInnen zur Landwirtschaftskammerwahl 2018 fordern daher von den Spitzen der Landwirtschaftskammer und Ministerin Köstinger, für einen sofortigen Abbruch der Verhandlungen einzutreten.

„Anstatt sich auf den Kuhhandel „billiges Rindfleisch gegen Exporte von Industrieprodukten“ einzulassen, sollten sich die VertreterInnen der österreichischen Bauern und Bäuerinnen lieber dafür einsetzen, dass in eine ökologische und tierwohlgerechte Produktion in Österreich und der gesamten EU investiert wird. Die Unterstützung von lokalen Märkten und kleinen Direktvermarktungsbetrieben ist dazu ein wichtiger Schritt. Derartige Maßnahmen sind auch die zentralen Forderungen in unserem Wahlprogramm“, so die beiden GRÜNEN.

 

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